Spulverderber

Die Verbände spieln verrückt, Mensch, ich bin total verwirrt. Voll auf Jubel programmiert, mit Gebrüll. Schalt mich ein und schalt mich aus, denn der Jubel der muss raus. Ganz egal, was dann passiert, ich brauch noch einmal die zweite Meinung vom Mann am Videorekorder. Der spult aber scheinbar immer noch. Hätte er mal mit Showview getimed. Bemerkenswert ist allerdings wie die Profis mit der Ungewissheit umgehen. Durch diverse Werbespots haben sie ihre Selfie- und Jubelposen auf Knopfdruck parat. Auch noch nach einer kleinen Kurzfilmsession im Ü-Wagen. Dabei gibt es doch schon wenige Sekunden nach der strittigen Szene echt witzige GIFs auf Twitter dazu. Da am Wochenende wahrscheinlich jeder Millimeter Rolle beim Filmfest gebraucht wird, haben wir Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 eine chronische Kamera-Unterdeckung am Platz. Das bedeutet herkömmliches Lamentieren, subjektives Argumentieren und eine Netto-wie-Brutto-Spielzeit. Das sollte man wissen, bevor da Beschwerden kommen. Aber nur noch eine Woche bis zum ConfettiCup. Da wird nach jedem Tor wertvolle Zeit durch Papierschnipsel verpulvert. Eine Idee, auf die die FIFA gerne gekommen wäre. Aber bei den Gestrigen wird ja immer noch gespult.

8. Juli 2017 – DIA-Turnier 2017 „Confetti Cup“

20170618_Confetti-CupAm 8. Juli findet das DIA-Fußballturnier 2017 statt. Mitmachen kann jeder, der Lust hat. Fußball spielen muss man dafür nicht können.

Es wird in Teams mit vier Spielern plus einem Torwart in Spielen à 10 Minuten auf der Wiese neben Haus 7A der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar gespielt.

Alle weiteren Infos folgen demnächst hier.

A little bit leer

Kurz vor dem Urlaub bin ich in einer komischen Stimmung. Es schwankt ein wenig zwischen „we have a little bit lucky“ und „Flasche leer“. Nichtsdestotrotz werde ich noch eine letzte Frage zu den Spielen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 beantworten. Der Herr da in der zweiten Reihe von der Siebenbürger Pravda, bitte…

(…)

It’s not on the table. I do not know what you want to construct. It’s always the same. I’m hearing now months that I should step back. You, I,  whatever … That’s ….
Tell me, tell me, one real … concerning the work, concerning what we have achieved, concerning what we ähähäh are planning for the future why I, why I should stop? Only because of the results? And the results make the table?
When I’m convinced about you as a journalist, I will never fire you. But you must be convinced. That is first what is important.
Ja okay, if you have time and if you really would be open then I would sit with you and make a 1 hour, 2 hours, 3 hours … speak about football. But if I’m speaking with you not taking one percent out of it, no, you turn it opposite and you create lies. Even if I’m telling you all the facts you are not interested.
I asked you to speak about all this achievements, what we have done. You’re not interested. You are only interested how … „Do you want to step back?“ „Do you …?“ Then suddenly I get a question. I have something in my contract that the federation has to pay me a hell if they will fire me. All crazy lies! Nothing is proved. And there… With this you show your real face. Sometimes you are not Romanian for me. Sometimes I have the feeling that I’m more Romanian than you! THAT’S MY OPINION!!!11!!!

Doppelgängster

Zurecht guckt ihr bereits unruhig auf den Kalender mit den kommenden Samstag- (10:30) und Mittwoch-Terminen (18:00) und zählt die Tage. Es ist nicht mehr viel Zeit. Bald geht es los. So langsam müssten eigentlich genauere Infos durchsickern. Aber bisher gibt es weder Panini-Aufkleber noch einen offiziellen Twitter-Account zum DIA-Turnier. Vielleicht liegt das an dem Prinzip der Doppelvergabe. FIFA und IOC haben das schließlich aktuell zum Standard erhoben. Ist ja auch praktisch. Die Romantiker von gestern wissen gar nicht welches Turnier sie bedenklicher finden sollen. Und ob man den Gastgeber aufgrund von Terrorismus-Vorwürfen boykottieren muss oder selbst Schweigeminuten gegen Terror blöd findet. Sehr verwirrend für alle. Aber es hat noch weitere Vorteile. Am Ende muss man nur einmal eines der Teilnehmerländer vom DIA-Turnier 2013 7 Bürgen aufsuchen, um nach Abzug aller Unkosten für Koks und Nutten den Rest aufs Knax-Sparbuch zu packen und für 4 Jahre anzulegen. An 2013 sieht man wie schnell 4 Jahre rum sind. Für Uli Hoeneß waren es gefühlt sogar nur 3 1/2. Und dabei sollte die Ära, die das Team Doerk damals startete, auch den Bayern langsam langweilig werden. Ein gutes Zeichen dafür, dass diesmal alles anders wird. Zur Not durch ein paar komische neue Regeln oder doppelt soviele Teams.

03. Juni 2017 – The floor is lava?

Fußball_Januar_2017_06_03_Foto_01Diese hippen Trends, die weltweit viral gehen, kommen irgendwann auch in Mecklenburg-Vorpommern an. Dann lässt #kopfgrätsche sie noch ein bisschen abhängen und verwurstet sie dann in dem Kopfgrätsche-Foto nach einem Spiel.

Dieses Mal ging es um die grassierende „The floor is lava-Challenge“. Hier ein Artikel in der Fachpresse: www.express.de/witziger-netz-hype–the-floor-is-lava.

Ohne die Spieler einzuweihen war es einen Versuch wert „Kopfgrätsche! The floor is lava“ zu rufen:

Schuss per SMS

Habt ihr meinen Brief bekommen? Nein? Verdammt, ich hätte wohl direkt vorher anrufen sollen und ankündigen, dass da Post kommt. Oder per Fax noch mal nachhaken. Vielleicht war das Problem, dass der Brief offen war. Aber der offene Brief ist doch gerade wieder im Trend. Mehr jedenfalls als das gesungene Telegramm oder Schluss per SMS. Das kann man beim Aufkündigen von Klima-Abkommen machen. Aber was stand in meinem Brief noch mal drin? Haben wir was gewonnen? Nö. Mussten wir einen Trainer entlassen, obwohl er erfolgreich war? Nö. Habt ihr Sitzschalen und Böller aus eurem Affenkäfig geworfen? Ich hoffe nicht. Musste ich eigenes Unvermögen dunklen Mächten in die Schuhe schieben? Kann man versuchen, aber dafür gibt es ja Watergate.tv. Dann weiß ich auch nicht mehr. Kann wohl nicht sooo wichtig gewesen sein. Sonst hätte es dazu bestimmt eine Push-Nachricht gegeben. Ich schau noch mal die Notizen auf meiner Hand durch. Hm, dann kann es höchstens was zu Kopfgrätsche gewesen sein. Leider ist die Schrift inzwischen verschmiert und liest sich eher wie Covfefe. Aber Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 daneben kann ich noch entziffern. Dann muss es das wohl sein.

27. Mai 2017 – Ei for an Ei

Fußball_Januar_2017_05_27_Foto_01 Ei for an Ei,

Ei believe Ei can flEi,

Like Ei and no sunshine,

¡Ei, caramba!,

Ei, Ei, Ei,

…das sind verschiedene mögliche Überschriften für dieses #Kopfgrätsche-Foto, auf welchem John aufgrund (Ei)ner Ecke auf Hüfthöhe nicht mehr selbst ersch(Ei)nen konnte.

So gab es nur zw(Ei) Hefew(Ei)zen im K(Ei) zur dritten Halbz(Ei)t:

Fußball_Januar_2017_05_27_Foto_02Habt ihr w(Ei)tere Überschriftenvorschläge?

Erste Hälfte ade

Ist ja ganz schön, wenn ihr euch die Zeit für etwas Fußball Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nehmt. Aber reicht das wirklich? Die Spielzeit an sich ist ja ganz ordentlich frequentiert, aber mit den paar lumpigen Trinkpausen ist der internationale Erfolg unerreichbar. Eine vernünftige Halbzeitpause von knapp einer halben Stunde müsste schon drin sein, um den Auftritt von Popsternchen zu ermöglichen. Gut, der Song an sich dauert vielleicht 3 bis 4 Minuten, aber solange eine vernünftige Bühne nicht fester Bestandteil eines Fußballfeldes ist, muss der ganze Krempel immer noch auf- und abgebaut werden. Diese unschönen Begleiterscheinungen wären unnötig, wenn Fußballer gleich ordentlich singen könnten. Aber seit Udo Jürgens und Michael Schanze wissen wir, dass man diese Büchse der Pandora lieber nicht öffnen sollte. Ein rappender Lothar Matthäus oder Pierre Littbarski unterm Sombero haben Generationen von Nachwuchskickern nachhaltig traumatisiert. Ob Jerome Boateng überhaupt passende Sneakers zur Bärenfellmütze im Schrank hätte? So bleibt nur die Halbzeitunterhaltung den Profis am Mikro zu überlassen. Sonst gibt es wieder peinliche Elfmeter-Contests gegen das Vereinsmaskottchen oder Heiratsanträge auf der Videoleinwand. Ab nächster Saison macht das aber wenigstens auf Schalke Spaß, wenn sich der Bräutigam über den Chip im Trikot tracken lässt und man auf dem Videowürfel genau sieht, in welcher Klokabine er sich versteckt.

Noch’n Gebolz

So langsam stellt sich tatsächlich das Gefühl von Saisonende ein. In den Stadien werden Pokale hochgehalten sowie Blumensträuße und Grafiken an verdiente Spieler gereicht. Es gibt sogar einige Tage ohne Fußball, weil alle parallel spielen. Das merken auch die Lebenspartner und machen lange To-Do-Listen und planen Familienfeiern. Doch Halt! Moment! Noch nicht klatschen. Da kommt doch noch was. Und wie einst Heinz Erhardt versaut sich der Fußball seine Pointe und schickt ein paar Zeilen in Form der Relegation hinterher. Kein Wunder, dass der Schelm HSV-Fan war. Aber dann ist immer noch nicht Schluss. Dann kommt ja noch der ConfedCup. Bei der Generalprobe für die WM wird getestet, ob die Fähnchen an den Lada passen, Bier mit Vodka schmeckt und die Popup-Banner auf livetv.sx endlich stabil laufen. Dafür hat sich Jogi extra ein paar Nationalmannschaftsdarsteller eingeladen. Quasi als Stand-Ins, um schon einmal das Licht für Werbespots und Hanuta-Aufkleber einzurichten. Das kann man sich natürlich unmöglich entgehen lassen. Ich hoffe nur, es sind noch ein paar Talente übrig, um Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 unsere Teams aufzufüllen. Hinter eines Tores Pfosten, ruft die Kopfgrätsche gen Osten. So, jetzt können se klatschen.

Wer Дружба sagen kann…

„Mach dein’ Job!“ ruft Micha gerne auf dem Platz. Das klingt so einfach, aber nichts könnte schwerer sein. Ob man nun FBI-Direktor, BVB-Trainer oder FIFA-Ethik-Kommissar ist – den Job zu machen, heißt nicht unbedingt, den Chef glücklich zu machen. Der wünscht sich manchmal sogar, dass man gar nichts macht, obwohl in der Stellenanzeige etwas drin stand. Für die Job-Beschreibung FIFA-Ethik-Kommissar reicht eigentlich ein Satz. Ein herzliches „Guck weg!“ z.B. (am besten auf russisch). Und daran scheitern komischerweise heute die meisten Fachkräfte. Also wenn sich dein Vorgesetzter bei Vladimir Putin Wahlkampfhilfe holt oder sich von ihm das nächste große Turnier bezahlen lässt, oder wenn ein Hobbybomber dich motiviert deinem Chef zu widersprechen – es ist nie verkehrt, etwas russisch zu können. Im Zweifelsfall darf man mit einer großzügigen Abfindung rechnen und frühzeitig ins Wochenende verschwinden. Dann hat man genug Zeit für Kopfgrätsche Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 und landet vielleicht sogar bei der Mannschaftsaufteilung in dem Team, in dem „Сделайте свою работу!“ gerufen wird.

The Winner takes it all

ABBA kommt! Und das ist nicht die Veranstaltungsankündigung für den Empfängerkreis, in dem ich heimlich Schlaghosen und Plateau-Schuhe mit Schraubstollen trage. ABBA ist endlich mal wieder etwas Neues, um zu erreichen, damit uns bei dem täglichen Fußballangebot nicht der Spaß am Ball vergeht. Quasi ein neues Versmaß beim Elfmeterschießen, das den altbackenen Haus-Maus-Engländer-scheiden-aus-Reim unterbrechen soll. Gefühlt erst gestern wurde der gute alte Münzwurf durch das Elfmeterschießen abgelöst. Davor hatte man die Entscheidung per Faustkeil, Papyrus, Säbelzahntiger herbeigeführt. Irgendwo dazwischen gab es noch Golden-, Silver- und Bronze-Goal. Nun also ABBA. Das heißt Mannschaft A schießt einmal, dann darf Mannschaft B zweimal und am Ende kann Mannschaft A nachziehen. Bevor alles wieder von vorne beginnt. Die Engländer erinnert es an Waterloo und werten das als gutes Omen. Das wird aber erst einmal bei einem U17-Turnier getestet. Noch ein Grund mehr sich das auch noch anzugucken, um die letzte fußballfreie Zeit endlich mit Sinn zu füllen. Solange das nicht absolut idiotensicher ist, folgen wir vorerst weiterhin noch dem Rhythmus SAMI. Samstag 10:30 vor Mittwoch 18:00. Was darauf folgt, kann sich jeder denken.

Kurvendiskussion

Was war noch mal das Tolle am Fußball? Ach ja, dass man nicht weiß wie es ausgeht. Das und die subjektive Wahrnehmung aller Beteiligten. Der Fußballgott hat mit dem runden Spielgerät schon einen herrlichen Zankapfel fabriziert. Wie soll man damit bitte eindeutig wissen, wann dieses verflixte Ding endlich über der Linie ist? Das hat uns so lange verrückt gemacht bis die unbestechliche Maschine darüber entscheiden musste. Aber das gilt zum Glück nur für die Torlinien. Alle anderen Linien auf dem Fußballplatz sind weiterhin Interpretationszone. Erst recht die krummen Dinger, die der Schiedsrichter bei Freistößen selber aufs Feld malt. Die Entfernung der Linie, auf der der Ball auf den Freistoß wartet, zur Linie, an der die Mauer rumhampelt, misst er vorher mit Schritten ab. Manuel Gräfe ist 194 cm groß und jedes seiner Beine entspricht einem Philipp Lahm. Arjen Robbens Schritte können gar nicht gleich groß sein. Zumal sich seine Beinmuskeln in Strafraumnähe üblicherweise verkürzen.

Kein Wunder, dass bei der Verwendung nicht geeichter Spielleiter Diskussionsbedarf entsteht. Aber womit sollten wir sonst tagelang das Internet voll machen? Ich halte jetzt die Tafeln mit den nächsten Spielzeiten hoch, die sich aus meiner subjektiven Wahrnehmung ergeben. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Da hilft auch kein Augenrollen, Herr Tuchel.

     

Bankettwurstsalat

Bing Bing Bing. Liebe Freunde, bevor das Kopfgrätsche-Bankett startet, möchte ich noch ein paar warme Worthülsen loswerden, damit das Essen abkühlen kann. Wenn man das Spiel Paroli laufen lässt, kann man nur die Rolex vor der Mannschaft ziehen (sage aber nicht Champs-Elysées). Ich muss sagen, ich habe heute zum ersten Mal so etwas wie eine wahnsinnige Wut in mir. Könnte aber auch Kohldampf sein. Wir sind beschissen… Wo ist die nächste Karte. Ach da. …worden. Oder das Spiel war nicht lang genug, um die Anzahl aller Fehlentscheidungen auszugleichen. Wenn man sich ganze Spiel anguckt, frage ich mich ein bisschen: Was machen eigentlich diese Verbände? Sitzen die zu locker, Dr. Mull? Wir haben da sechs Schiedsrichter auf dem Platz und nicht einer davon hat Video. Eigentlich brauchen wir einen 7., der sich 90 Minuten auf den Reklamierarm unseres Torhüters konzentrieren kann. Der winkt schon wieder nach dem ersten Gang. Unser Präsident hat schließlich ein paar richtig schöne Bankettwürste eingepackt. Daraus zutzeln wir die Kraft für Samstag 10:30. Und wir haben am Mittwoch 18:00 wieder ein wichtiges Spiel, das ohne Verlängerung gewonnen werden muss, da im Anschluss noch Trost-Pokal gespielt wird. So und nun möchte ich noch meinem aktuellen Gedichtzyklus vorstellen und dann können wir auch schon essen. Lieber Franz…

Halt’s Maul und spiel!

Spieltage sind Feiertage. Da darf man endlich wieder weg vom Schreibtisch, raus ausm Büro und rauf auf den Platz. Und es ist total toll, weil man es darf. Wenn man nicht möchte, muss man auch nicht. Wenn es im Bett so schön warm oder draußen zu kalt ist. Oder wenn es lecker Essen bei Oma gibt. Oder wenn man versprochen hat, neue Teelichter bei IKEA zu kaufen. Alles wird akzeptiert, falls man Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 mal aussetzt oder später kommt und früher geht. Nichts und niemand zwingt und bekehrt einen, wenn man plötzlich Fußball doof findet und lieber Dart spielen möchte. Es ist ein verdammtes Glück und Privileg. Es könnte anders sein, wenn man wirklich gut im Fußball wäre. Dann wäre der Spieltag ein Arbeitstag. Ein Tag, an dem du und deine Würde den Vereinen, Verbänden, Sponsoren und Regierungen gehören. Da spielst du nicht einfach nur Fußball, sondern machst weltweit die Fans stolz, beeinflusst Aktienkurse, eroberst Märkte, verteidigst Werte, gewinnst Wahlen und rettest die freie Welt. Dabei brauchst du nicht einmal andauernd die Superheldenmaske überstreifen. Es wird sowieso von dir erwartet. Talent ist manchmal leider ein vergiftetes Geschenk. Daran werde ich morgen versuchen zu denken, wenn mir der Ball durch die Beine rutscht.