Tartan

It’s coming on Christmas
They’re cutting down trees
They’re putting up reindeer
And singing songs of joy and peace
Oh, I wish I had a tartan
I could kopfgrätsch on

But it don’t snow here
It stays pretty green
I’m going to make a lot of money
Then I’m going to quit saturday ten thirty
I wish I had a tartan
I could kopfgrätsch on

I wish I had a tartan so long
I would teach my feet to fly
Oh, I wish I had a tartan
I could kopfgrätsch on

I made my baby cry
She tried hard to help me
You know, she put me at ease
And she loved me so naughty
Made me weak in the knees
Oh, I wish I had a tartan
I could kopfgrätsch on

I’m so hard to handle
I’m selfish and I’m sad
Now I’ve gone and lost the best ball
That I ever had
Oh, I wish I had a tartan
I could kopfgrätsch on

I wish I had a tartan so long
I would teach my feet to fly
Oh, I wish I had a tartan
I could kopfgrätsch on
I made my ball say goodbye

It’s coming on Christmas
They’re cutting down trees
They’re putting up reindeer
Singing songs of joy and peace
I wish I had a tartan
I could kopfgrätsch on

(frei nach „River“ von Joni Mitchell)

Saudi Arabi Money Andrich

Zum Glück singen sie nicht mehr. 2026 wäre das schon reichlich unmelodisch geworden. Far away in America, Canada and Mexico mi Amor – das muss man fast rappen, um radiotauglich davonzukommen. Vier Jahre später wird es noch wilder. Buenos Dias Argentina, Paraguay, Uruguay, Marokko, Portugal, olé España – das ist leider zu viel Text, den sich kein durchschnittlicher Nationalspieler normal merken kann. Da kann man nur begrüßen, dass die WM2034 nur in Saudi und Arabien stattfinden wird. Damit lässt sich arbeiten. Ist allerdings auch noch ’ne Ecke hin. In 10 Jahren kann viel passieren. Zum Glück gilt das Verbrenneraus erst ab 2035. Gianni Infantino sollte also keine schlaflosen Nächte aufgrund der Finanzierung des Turniers haben. Der DFB wird bis dahin auch seine Geldtöpfe angepasst und sich auf der Sponsorenseite zukunftssicher aufgestellt haben. Es kann nicht mehr lang dauern bis Musiala und Wirtz für virale Werbeclips im BYD sitzen. Natürlich machen sie für das brandneue Modell Reklame, das autonom durch die Luft fliegt. Sie könnten in zehn Jahren auf jeden Fall noch als alte Platzhirsche in der Nationalelf dabei sein. Viele andere sind bis dahin schon längst in Fußballrente. Moukoko inklusive. Die Musikeinlagen der Nationalmannschaft in den vergangenen Jahrzehnten lebten natürlich immer davon, dass sich das Gastgeberland mit lustigen Kostümen kulturell aneignen ließ. Lothar und Litti in Poncho und Sombrero waren für sich schon ein unschlagbarer Hitgarant. Insofern könnte die kommenden WMs doch für ein Comeback der singenden Ballkünstler sorgen. Natürlich nicht mehr mit Michael Schanze und Franz Lambert, aber für ein paar launige TikToks im Scheichgewand wird es wohl reichen. Da unsere Jungs bis dahin bei Al-Nassr spielen, gilt es auch nicht als kulturelle Aneignung sondern als normale Klubuniform, wie sie einst Ali Daei oder Sadio Mané in Form der Lederhose bei den Bayern tragen mussten. Das Konzept Winter-WM ist für uns natürlich inzwischen ein alter bequemer Hut wie Kopfgrätsche Samstag 10:30, an den wir uns auch längst gewöhnt haben. Als anpassungsfähige Geschöpfe werden wir sie genauso wie die Sechsländer-WM gucken. „Yalla Vamos“ ist dann doch ganz catchy. Sogar für Fußballer.

Land der Trichter und Wanker

Ist eine Ablaufpyramide und ein Funnel eigentlich das Gleiche? Die ganzen Laptoptrainer mit Powerpoint-Abo wissen da bestimmt bescheid. Mit der Pyramide muss man allerdings aufpassen. Es ist wohl doch ein kleines Geheimnis, dass man eigentlich mit dem Fundament anfangen müsste. Vielleicht hätte man vorher mal Omar Marmoush fragen müssen, bevor man sich ein ägyptisches Kulturgut aneignet. Wer den Funnel erfunden hat, kann man nur raten. Am häufigsten sieht man den Trichter an den Stränden von Palma und in Wacken. Da würde ich mal anfangen im feinen Sand oder groben Schlamm zu graben. Die Verbreiter der falschen Pyramide stehen gerade ähnlich blöd da wie der Verbreiter der falschen Neun. Inzwischen hat der eine echte Neun, aber trotzdem eine Ergebniskrise, weil seine umgedrehte Neun also die Sechs verletzt ist. Schlimmer Verdacht: war die falsche Neun schon immer eine Sechs und irgendjemand hat nur die Taktiktafel verkehrt herum gehalten? Und dieser klassische Reim: willst du Verein xy oben sehen, musst du die Tabelle drehen – da steckt auch der nachvollziehbare Wunsch drin, dass man sich nicht seinem Schicksal ergibt und Mut schöpft, weil unten plötzlich sogar oben sein kann. Deshalb wechselt man doch in der Spielhälfte die Seiten. So wie in der ersten Hälfte kann es ja nicht weiterlaufen. Also ähnliche Gründe, die ein Wintertransferfenster rechtfertigen. In dem kommenden Transferperiode dürfen wir uns eine neue Regierung zusammenwählen. Auf dem Transfermarkt stehen auf den ersten Blick wieder die gleichen Player wie vor der Winterpause. Immerhin haben sie sich neu fotografieren lassen und bewerben sich für neue Positionen. Wir müssen jetzt entscheiden, ob wir glauben, dass ihr Talent bisher unter Wert eingesetzt wurde und nach einer Neuausrichtung endlich der Knoten platzt. Kein Wunder, dass im Wahlkampf gerne mit Fußballmetaphern herumgeworfen werden. Der Fußball ist also immer in der Lage viele unrealistische Hoffnungen zu schüren. Mit einem ähnlichen Mindset bremse ich auch Samstag 10:30 wieder am Bolzplatz. Vielleicht hätte die Pyramide besser ein Kreisdiagramm sein sollen.