Papa ante Trikotbörse

Osterzeit ist Fußwaschzeit. Traditionell von dem Mann übernommen, der die meisten Fußballtrikots im Schrank hat. Eigentlich könnte nur Gas-Gerd Schröder mit seiner Schalsammlung mithalten. Immerhin wurde er schon mit Schals von Hannover 96, Borussia Dortmund, Schalke und Energie Cottbus meisten in Kombination mit Bratwurst und Flasche Bier auf den VIP-Tribünen gesehen. Im Schrank des Papstes findet man wahrscheinlich von jeder Fußballmannschaft dieser Welt ein Trikot. Bei jeder Audienz gibt es 1 bis 2 neue Jerseys dazu – wahlweise beflockt mit Franziskus, Francisco, Francesco, Francis oder einfach kurz Papa. Nur Greta hatte keins für ihn. Fein säuberlich weggehängt, nachdem es einmal die Kamera gehalten wurde. Sortiert nach Farbe, Land oder Sympathie? Als Argentinier hat er immerhin Messi UND den Messias in seinem Team. Oder lässt er die Trikots rahmen und hängt sie gerade neben das Kruzifix? Eigentlich könnte er jeden Tag ein anderes drunterziehen. Ist ja doch bequemer als ein Kettenhemd. Wir können uns fast sicher sein, dass er am Mittwoch z.B. eins von Tottenham unter der dem Messgewand getragen hat. Der Fußballgott braucht ja kleine Hinweise wohin er seinen Segen verteilen soll. Um diesen gütig zu stimmen, waschen wir unsere Füße für Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 selbst. Und vielleicht geben wir durch unsere Trikotwahl dem Fußballgott den einen oder anderen kleinen Tipp mit auf den Weg.  

13. April 2019 – Rache für Bürki

Vor 4 Wochen holte sich Vedad Ibisevic im Spiel gegen den BVB eine rote Karte ab, weil Roman Bürki einfach mit seinem Kopf dahin rannte, wo er gerade den Ball hinwarf. Nun hat sich tatsächlich ein Herthaner gefunden, der bereitwillig die Völkerball-Revanche entgegennehmen wollte. Leider hielt er beim Abschlag den Kopf zu hoch, so dass der Ball wie bei einer Newton-Wiege weitere Bälle zum Schwingen brachte. Sorry John.

Ein Mann wie Steffi Graf

In dieser Woche wurde mit Dirk Nowitzki jemand mit großen Ehren in den Profisportruhestand verabschiedet, der fußballerisch eher auf unserem Niveau unterwegs ist. Okay, er war wohl schon einmal Flankengeber zum Tor des Monats Juli 2016. In einem Monat, in dem bestimmt auch noch ein paar okaye Treffer bei der Europameisterschaft erzielt wurden. Die Flanke passierte allerdings in einem Benefizspiel. Und in solch einem Rahmen hat man den Riesen manchmal seine 2,13m ungelenk auf dem grünen Rasen bewegen sehen. Wir Fußballer fühlen uns deshalb nicht gut dabei, dass er seine Karriere jetzt wegen einer Fußverletzung beenden muss. Mit den Händen war er aber deutlich besser und wählte wohl deshalb einen Sport, in dem man pro Treffer ein bis drei Punkte bekommt. Das ist im Fußball nur bei bestimmten Modi möglich, wenn man mit dem Kopf trifft. Dabei schreckte ihn aber auch nicht ab, dass das Tor nur über einen einzigen runden Pfosten und eine sehr schmale horizontale Torlinie verfügt. Die Schwerkraft sorgt allerdings dafür, dass der Ball nachdem er die Torlinie in voller Umdrehung passiert hat, nicht mehr herausspringen kann. Da spart man sich langjährige Wembleytordiskussionen. Beim Kopfgrätschen (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) sind wir es gewohnt den Platz mit Basketballern zu teilen. Meistens stehen sie allein im Weg rum und zielen auf den Korb. Dabei gucken Sie wie Darter. Wenn der Fußball Ihnen vor die Füße fliegt, bücken sie sich und werfen ihn genervt zurück. Dafür finden Sie es gar nicht witzig, wenn man ihnen ihren Basketball mit einer Superflanke zurückspielt, wie sie Dirk Nowitzki 2016 auf Lukas Podolski geschlagen hat. Vielleicht sollten sie diese mal üben.

Eine kurze Geschichte der Zeit

Natürlich wollte ich gerade mit dem Reinhard einen Uhrenvergleich machen. Das ist ja wohl auch nicht verwerflich, man muss doch wissen wie spät das ist, damit man Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 pünktlich ist. Gerade nach der Zeitumstellung vertut man sich leicht dabei. Er wollte mir seine Uhr aber nicht zeigen. Wahrscheinlich so ein Klassiker mit Mickey-Maus-Ziffernblatt. Uns bleibt bei guter Sicht aber immer noch der Blick auf den Marienkirchturm, um zu erkennen, ob es an der Zeit ist den zweiten Frühling, die dritte Halbzeit oder das letzte Tor auszurufen. Für die durchschnittliche Amtszeit der letzten DFB-Präsidenten reicht allerdings ein Kurzzeitwecker. Was macht eigentlich die Uhr im Stadion des HSV, also der Tagesschau-Arena? Wird die schon langsam hochgefahren? Hoffentlich finden sie beim HSV genug Zeit dafür, zwischen den stressigen Tagen mit Relegation und DFB-Pokalfinale. Vor dem Berliner Olympiastadion steht aber zum Glück auch eine Uhr. Die ist allerdings schon etwas älter und hängt ziemlich hoch neben den olympischen Ringen beim Marathontor. Ist aber nicht digital wie die Uhr am Backofen. Da muss man schon wie Reinhard die Zeiger lesen können. Als ehemaliger ZDF-Mann kennt er auch die Sportstudio-Uhr und bei der fehlen sogar die Ziffern. Viele sehen in ihm zwar schon einen unverzichtbaren Experten bei Bares für Rares. Aber wahrscheinlicher ist doch, dass er nächstes Jahr bei Wetten, dass..? wie Flavor Flav über die Verspätung für das Sportstudio informiert: Thommy ist noch nicht so weit, er braucht noch zweimal 15 Minuten und ein Elfmeterschießen mit blickdichten Brillen Zeit.