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»Es gibt genügend Bolz- und Fußballplätze, nur bolzt da keiner mehr. Es gibt einfach viel zu viele übergewichtige Kinder, die nur noch Playstation spielen und zuhause vor dem Fernseher sitzen anstatt rauszugehen.«
Das hat jedenfalls Ralf Rangnick bei den Bolzplätzen in seiner Nähe beobachtet. Und dann machen die Profis nach dem Tor noch einen Fortnite-Jubel und tragen auf dem Trikot Werbung für einen Energydrink, mit dem man bis in die Morgenstunden daddeln kann. Wer kann da schon Samstag 10:30 ausgeschlafen und fit sein, um den Bolzplatz zu bevölkern? Allerdings ist der Tipp, dass es in Leipzig noch genügend freie Spielflächen gibt, toll, falls man hier mal wieder keinen Platz findet. Das war zwar in den letzten Wochen kein Problem, aber mit dem Start der Unterderwoche-Saison am Mittwoch 18:00 kann das schon wieder ganz anders aussehen. Da haben die Fortnite- und Playsi-Gamer meist ausgeschlafen. Hier noch ein paar Cheats für die erfolgreiche Zockerei auf dem Bolzplatz:

Mit Kragen aufstellen + Stutzen hochziehen kann man kniehoch einschießen.

Mit der Kombination verträumter Blick zum Horizont + Pike gibt man fair einen Strafstoß zurück.

Wer Schweiß von der Stirn wischt + zwei Finger in die Luft hält, bestellt eindeutig ein Hefe im Kai.

Und für eine Bilderbuchkopfgrätsche ist maximales Abducken + wildes Nackenkreisen nötig.

Die drei ??? und der Katarhund

Ein modernes Mysterium ist seit dieser Woche: welche drei Fragen zu Katar wären für DFB-Präsi Reinhard Grindel denn okay gewesen? Wir werden es wohl nie erfahren. Über Katar wurde bis zu dem Zeitpunkt seines TicTacToe-Abgangs noch nicht geredet. Stattdessen über die neue Klub-WM mit 24 Teams ab 2021. Dabei wird ja auch bei der WM 2022 in Katar eine Aufstockung auf 48 Mannschaften wahrscheinlich. Da ist es dann auch egal, dass die WM im Winter beginnt. Bei der Menge an Teilnehmern können wir damit rechnen, dass spätestens zum Finale Grillwetter herrscht. Da braucht nicht einmal Frostbeule Oli Bierhoff einen Schal. Ist diese Klub-WM jetzt eigentlich noch geiler als die Super-League oder wird das jetzt eher so eine Global-Nations-League, Herr Grindel? Seit dieser Woche testen die deutschen Vereine auf jeden Fall schon einmal wie sich ein kalter Champions-League-Entzug anfühlt. Man kann ja schließlich auch nicht überall dabei sein. Beim Kopfgrätschen Samstag 10:30 dabei zu sein, lastet einige ja schon komplett aus. Der katarische Sklaven-Experte Franz Beckenbauer hat dennoch schon mal den Hut rumgehen lassen. Da sollten doch mindestens 2,7 Mio zusammenkommen. Ob man dafür allerdings heute noch ein Sommermärchen bekommt, ist mehr als fraglich. Es wird ja alles immer teurer. Sogar im Winter. Für 2,7 Mio gibt es doch heute von Neymar maximal das linke Ohrläppchen. Und um DFB-Präsidenten zu vertreiben muss man schon nach 25 Milliarden fragen. Aber vielleicht wechselt immerhin Franck Ribéry nach seinem letzten Spiel in der Champions League ablösefrei nach Katar. Für die 12 Mio brutto Gehalt kann man immerhin erwarten, dass wenigstens er keine dummen Fragen mehr stellt.

Aus, aus, noch nicht aus

Hey Leute, ich habe jetzt mal eine Nacht drüber geschlafen, um die Ereignisse auch sacken zu lassen. Ich war natürlich von der plötzlichen Entscheidung Samstag 10:30 zu spielen perplex. Ein Kopfgrätscher muss zeitliche Entscheidungen treffen, absolut, das stelle ich auch überhaupt nicht infrage. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr macht mich die Art und Weise, wie die Zeiger der Uhr laufen, einfach sauer. Kein Verständnis habe ich vor allem für diese suggerierte Endgültigkeit der Entscheidung. Wir sind immer noch in der Lage, jeden Tag zu jeder Zeit Fußball zu spielen. Wir haben gemeinsam mit der Kopfgrätsche einen manchmal langen, manchmal kurzen und meist auch unpünktlichen Weg bestritten in den letzten Jahren. Und wenn, kurz nachdem wir von der Entscheidung erfahren, vorgefertigte Statements seitens kopfgrätsche.de und als Fußballmail herausgegeben werden, dann ist das einfach aus meiner Sicht kein guter Stil und hat mit Zeitschätzung dann auch nichts zu tun. Und jetzt zu Euch, liebe Fans der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Ich war immer stolz, eine Armbanduhr zu tragen. Ich habe sie immer aufgezogen. Ich möchte mich bei Euch für die lange Nachspielzeit bedanken. Es war bisher eine unglaubliche Zeitreise mit immer noch 0 Länderspielen und unzähligen tollen Gesichtstreffern. Wer mich kennt, der weiß, ich bin ein Zeitschinder. Ich werde nach vorne schauen. (So ca. 24h.) Wir haben jetzt mit der Kopfgrätsche eine ganz heiße Saisonphase in der wir auch diesen Samstag 10:30 die Zeit verstolpern. Und in diesem Sinne möchte ich Euch sagen: Das Spiel ist noch nicht aus. (Frühestens nach dem letzten Tor.)

Wie ein Bindestrich

Und hier kommt die Aufstellung der englischen Nationalmannschaft für das Eröffnungsspiel der WM 2022 vorgelesen von Bernd Stelter ohne Luft zu holen:

Tor:
Luca Ashby-Hammond

Abwehr:
Kyle Walker-Peters     Trent Alexander-Arnold     Aaron Wan-Bissaka

Mittelfeld:
Morgan Gibbs-White     Ruben Loftus-Cheek
Alex Oxlade-Chamberlain     James Ward-Prowse     Ainsley Maitland-Niles

Sturm:
Dominic Calvert-Lewin     Callum Hudson-Odoi

Trainer:
Shaun Wright-Phillips

Leider passt kein Spielername aufs Trikot, so dass es für jeden Spieler nach dem AKK-Prinzip nur 3 Buchstaben gibt. Ist ja im Fußball gelernt (siehe HSV, VFB, Olé, Olé – nicht zu verwechseln mit Alain-Junior Ollé-Ollé). Die eingesparten Lettern kann man für ein schönes Scrabble-Spiel einsetzen zwischen Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Eric Maxim Choupo-Moting. Hoffentlich wird es so legendär wie zwischen Gerhard Mayer-Vorfelder und Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Ein leuchtendes Vorbild für Buchstaben-Sparsamkeit ist der HSV. Auch wenn er parallel einige Trainer bezahlt, so achtet er doch inzwischen darauf, dass Doll, Veh, Fink, Titz oder Wolf nicht zuviele Seiten auf der Entlassungs-Pressemitteilung einnehmen. So bleiben noch ein paar Zeichen übrig für eine Kopfgrätsche-Spielankündigung für Samstag 10:30.