Grande boucle de la boule

Bonjour et bienvenue. Die Königsetappe der diesjährigen Tour de Kopfgrätsche steht auf dem Programm. Was auf den ersten Blick als eine Strecke für Sprinter erscheint, offenbart nach einigen Kilometern fiese Steigungen an der Eckfahne. Das Teilstück vom eigenen zum gegnerischen Tor zieht sich dabei wie Kaugummi. Super, wenn man dann noch genügend Wasserträger an seiner Seite hat, die sich aufopferungsvoll bei jedem Anstieg in den Wind stellen. Auf der anschließenden Abfahrt nützen einem die Wasserträger nichts. Da sollten sie schon ein Hefeweizen dabei haben. Es empfiehlt sich natürlich wie immer genügend zu trinken. Dann läuft es auch nachher bei der Dopingkontrolle besser. Der Startschuss für den fliegenden Start fällt Samstag 10:30. Die Ergebnisse des Fotofinish werden wie immer online zu bewundern sein, wenn die Rennleitung einen Film eingelegt hat. Wer möchte, kann natürlich noch eine bedeutungslose Ehrenrunde über den Champs Élysées drehen – Hauptsache er ist Mittwoch 18:00 zurück. Dann dreht sich das aufgepumpte Runde auf ein Neues um die eigene Achse. Bonne chance et à bientôt.

Flörten nach Kopfgrätsche

So wirst du garantiert ins Team gewählt, 10 Tipps für eine Hammerausstrahlung:

1. Mitspielern fallen lächelnde Kopfgrätscher eher auf als finster dreinblickende. Freundlichkeit wirkt anziehend!
2. Guck Deinen Gegenspieler an – auch wenn er Dich gerade nicht sieht. Er spürt sicher Deinen Blick auch auf größere Entfernung und wird dich gleich umgrätschen.
3. Der Klassiker: Stolpere in Deinen Gegenspieler hinein. Entschuldige Dich nicht bei ihm. Er wird Dich total niedlich finden, weil Du ein kleiner Tollpatsch bist.
4. Dein Gegenspieler kommt an Dir und Deinen Teamkollegen vorbei? Tut so, als hättet ihr den Spaß eures Lebens und lacht laut.
5. Laufe langsam und gebeugt an deinem Gegenspieler vorbei. Ruhige Bewegungen lassen Dich älter und erschöpfter wirken!
6. Tu für eine Weile so, als wäre Dein Gegenspieler Luft. Mach das aber so, dass er es merkt. Deine Ablehnung wirkt wie ein Magnet auf ihn.
7. Werfe Dir ein orange- oder pfirsichfarbenes Leibchen über. Das bringt Deinen Teint zum Leuchten und lässt Dich attraktiver wirken.
8. Zieh nie zwei Spieltage hintereinander dieselben Klamotten an. Kopfgrätschern fallen nur neue Eindrücke auf!
9. Mach Dich rar! Beantworte nicht jede Kopfgrätsche-Mail, die der Admin Dir schickt. Es macht Dich total spannend, wenn er um Deine Gunst kämpfen muss!
10. Schicke ihm per Mail eine Einladung und schreibe dazu: „Samstag 10:30, Mittwoch 18:00 Uhr Kopfgrätschen, kommst Du mit? Ich würde sogar meinen Ball teilen.“ Bei einem so lockeren, charmanten Angebot kann er gar nicht „Nein“ sagen!

Feuer und Flammkuchen

dia-turnier-tuecher

„Knistern ist uns nicht geheuer, 
denn wo´s knistert, qualmt oft Feuer
. Prasseln auch lässt uns nicht kalt, 
denn wo´s prasselt, brennt der Wald. 
Ja, die Brandwächter, die sind wir
. Nur zum Löschen sind wir hier – 
Feuer mit Wasser, Durst mit Bier.“ (Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller)
Und damit wir die Buntbären von den Rangern unterscheiden können, gibt es bei den diesjährigen Bärenhunger Games fesche Halstücher in den Farbrichtungen Yosemite, Кроноцкий, Алтай und Yellowstone. Nur gelb ist nicht dabei. Für aktiven Brandschutz (Smokey says: Only you can prevent wildfires!) bitten wir folgende simple Regeln Samstag 16:00 auf dem Campo DIA zu berücksichtigen: Dauerfeuer aus allen Lagen, langes Rumfackeln und Kerzen im Strafraum sind nur unter Aufsicht erlaubt. Deshalb bitte für ausreichend Publikum mit feurigem Temperament sorgen. Wer am lautesten knurrt hat Recht – im Idealfall sollte das der Schiedsrichter sein. Freistoßlinien sollten nur im absoluten Notfall mit dem Feuerlöscher gezogen werden. Und natürlich keine Picknickkörbe unbeaufsichtigt stehen lassen. Eventuelle Brandblasen könnt ihr wie immer Mittwoch 18:00 behandeln lassen.

Into the Buschwindröschen

Inzwischen hat der Buschfunk die Info vom DIA-Turnier hoffentlich auch in die letzten Winkel der zivilisierten Welt getragen. Noch eine Woche Schlafen, dann ist es schon soweit. Das Fell des Bären wird Samstag 11.07. ab 16 Uhr verteilt. Als echte Naturburschen könnt ihr euch natürlich gerne im Vorfeld mit den wilden Elementen vertraut machen. Im Gegensatz zu den üblichen Spielterminen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wird uns im Campo eine echte Naturwiese erwarten, auf der die eine oder andere Unebenheit erklommen werden will. Vorher muss noch das reißende Gewässer am Weidendamm passiert werden. In den Trainingsreservaten auf den gewohnten Plätzen gibt es zum Üben immerhin einen üppigen Urwald, durch den man sich schlagen muss, falls der Ball über den Zaun fliegt. Packt besser die Machete ein. Ob man bei dem heißen Wetter morgen aber tatsächlich dieses lebensfeindliche Draußen aufsuchen will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Niemand macht euch über Gebühr Vorwürfe, wenn ihr euch lieber auf die faule Bärenhaut und in eine kühle Höhle verzieht. Dann bereitet euch aber wenigstens mit Naturdokus beim Filmfest oder auf dem Discovery Cannel vor.

Bitte ausreichend flankieren

An alle Haushalte: in den letzten Wochen habt ihr sehnsüchtig tagtäglich in euer Postfach geguckt. Die gähnende Leere, die dort bisher herrschte, ist endlich Geschichte. Aus einem Stapel alter Stadionhefte habe ich die Buchstaben für eine neue Kopfgrätsche-Mail ausgeschnitten. Und wenn der Zusteller an eurem Wachhund vorbei gekommen ist, könnt ihr das Faxgerät wieder einmotten. Der Informationsgehalt besteht natürlich weitgehend aus den Standardtextbausteinen: Samstag 10:30, Mittwoch 18:00, keine markierten Scheine, keine Polizei (es sei denn, sie spielt mit). Ein paar neue Messages haben sich dennoch im Kleingedruckten versteckt, z.B. ein kleiner feiner Hinweis auf das DIA-Jubiläumsturnier am Samstag 11.07.2015 um 16:00. Die offizielle Einladung folgt in Kürze, abhängig davon, wann der nächste Briefträger die feindlichen Linien durchbrechen kann. Bis dahin könnt ihr den Termin schon einmal dick im Kalender anstreichen und mir ein Foto davon zurückschicken. Im Falle von verwaisten Poststellen, deponiert eure Rückantworten in einer Plastiktüte im Papierkorb am Stadion. Ich hole sie dann bei Gelegenheit ab. Zalando-Rücksendungen müssen leider noch warten. Oder ihr zieht den Plunder einfach zum DIA-Turnier an. Wird schon irgendwie zum Thema passen.

Automatic reply: Where’s my money?

Dear sender,

Thank you for your vote. I’m currently out of the Zurich office with no access to my e-mails. Answers will be delayed or answered with a counter question. In urgent cases please contact the other guy who will do the job after my resignation or the FBI (jimmy.comey@googlemail.com). Your envelopes with the hush money are waiting Saturday 10:30 and Wednesday 6:00 p.m. at the known spot. Do nothing that I wouldn’t do. I will be back very soon when the mist has cleared. Sorry for the inconveniences.
Best regards, your President of hearts

Träning Day :'(

Grüezi und ein herzliches Willkommen. Die Kopfgrätsche ist kein Schwimmklub oder Fischerverein. Dann würde es vielleicht Kaviarhäppchen und Lachsschnittchen geben. So haben wir nur einen total professionellen Krönungskongress, bei dem der Held des Spiels ganz familiär und transparent bestimmt wird. Das sportliche Können könnte eine Rolle spielen und tatsächlich gibt es Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 die Gelegenheit auf diesem Feld zu glänzen. Aber auch die B-Noten sollten nicht vergessen werden. Da kann man mich unter Tränen anbetteln, ich werde auch weiterhin den freien Raum mit meiner Omnipräsenz veredeln. Auch wenn mich niemand mehr herumstümpern sehen mag und man meint, dass Andere jünger, hübscher und kompetenter sein könnten. Da hilft auch keine Bombendrohung. Wir sind hier schließlich nicht bei #GNTM. Fußball muss so sein, wie die alten Männer, die ihn lenken: dreckig und unberechenbar. Da braucht man nach dem kopfgrätschen seine Nase nur mal in den Beutel mit den Leibchen zu stecken, damit man weiß was ich meine. Dank A-, B- und Kopfnote kann es schlussendlich am Ende nur einen Sieger geben. Das könnte der Fußball sein. Muss aber nicht.

Haste Scheiße am Drudenfuß

Wer kennt das nicht? Eine ganze Saison hat man gezeigt, dass man eigentlich nicht gut genug ist, um länger mit den anderen mitzuspielen. Kurz vor dem Ende fragt man sich dann plötzlich: Moment, und was ist, wenn das bisher alles nur Pech war? Ja dann wäre man schön blöd, wenn man nichts unternimmt, um den Fluch zu brechen. Angeblich soll es helfen barfuß auf Glasscherben durch eine Waschstraße in Malente zu laufen, um das böse Karma und die Chemtrails auf den Gegner zu lenken. Überhaupt muss man unbedingt noch einmal den Ort der Vorbereitung wechseln, bevor sich am Ende herausstellt, dass man bisher auf einer Wasserader oder einer indianischen Begräbnisstätte trainiert hat. Viele glauben auch daran, dass es hilft, wenn man ein bis zwei schwarze Katzen im Strafraum vergräbt oder einen Hunni in der Tasche des Schiedsrichters. Aber all das ist dunkelster dunkelster Aberglaube. Am Ende macht dieses runde Ding doch was es will. Aus diesem Grund kann man auch das Kopfgrätsche-Logo drehen wie man möchte. Am Ende gibt es gar kein Ende und auf jeden Samstag 10:30 folgt wieder ein Mittwoch 18:00, irgendwann ist wieder Murmeltiertag und nach dem Abstieg ist vor dem Aufstieg. Ganz sicher.

Gnadenbrot und Spiele

Laut meiner absolut repräsentativen Strichliste kommt kaum eine Nachricht in den letzten Tagen ohne das Wort „Umbruch“ aus. Ob politisch, kulturell oder sportlich – überall wird umgebrochen. Zwar ist das neue Jahr schon zu einem Drittel rum, aber jetzt werden die guten Vorsätze wirklich alle auf einmal umgesetzt. Bisher war es ja irgendwie auch noch zu kalt dazu. Aber kaum kommt die Sonne raus, bleibt nichts mehr beim Alten. Frisches Blut muss fließen. Der FC Bayern überlegt sogar schon seine Rentnergang (in der allesamt jünger sind als wir) ins betreute Kicken abzugeben. Und auch bei S04 gibt man den Bremsklötzen im Team die Chance auf einen Frühbucherrabatt. Scheinbar setzt die nahende Urlaubsstimmung plötzlichen Aktionismus frei, damit bis zu den Ferien die Altlasten vom Schreibtisch verschwunden sind. Nur der Gnadenhof Kopfgrätsche stellt sich stur. Verdiente Rumpelfüßler haben hier ihren Stammplatz sicher. Und selbst Malade und chronisch Untalentierte werden hier bis zum letzten Tor durchgeschleppt. Genügsam grasen sie Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 auf ihrer kargen Alm. Und wer in ihre treuen Augen blickt, kann ihnen eigentlich auch nicht den Ball wegnehmen und ihnen sagen, dass sie doch lieber langsam auf Golf oder Boule umsteigen sollen.

Über den Arbeitskampf zum Spiel

Sportsgenossen! Die Kopfgrätsche wird bestreikt. Jawohl, und zwar unbefristet. Natürlich werden wir wie gewohnt Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 zum Platz kommen. Wahrscheinlich werden wir auch den Ball aufpumpen und die Belegschaft in zwei Schichten teilen. Die erste Brigade wird gut sichtbar die Streikleibchen überziehen. Was dann folgt, wird vielleicht auch den Einen oder Anderen entfernt an Fußball erinnern. Wenn man dann aber den internationalen Vergleich zu CR7 oder Messi zieht, wird man feststellen, dass der Standort Deutschland langfristig Probleme bekommen wird. Solange es bei der Verteilung des Talents keine Annäherung gibt, werden wir auch weiterhin über unsere eigenen Füße stolpern, Bälle ins eigene Tor abfälschen, uns im Strafraum tunneln lassen und falsche Einwürfe ins Aus werfen. Bringt ruhig viele Kinder aus bestreikten Kitas mit, damit sie sehen können, dass man die Trikots der Global Player Barca, Real, Bayern oder TSV Winsen zwar für teures Geld kaufen kann, die Karriere in der Champions League aber nur ganz Wenigen bestimmt ist. Und selbst wenn so ein Streikbrecher wie Messi auf uns zulaufen würde, würden wir nicht umfallen. Wir würden es so talentfrei aussitzen, dass es nicht einmal für einen eigenen Twitterhashtag reicht.

Barfuß oder Stollenschuh

Mit dem ersten Tag des Wonnemonats haben wir einen Extratag zur Regeneration bekommen, um die Auas dieser Woche in die Sonne zu legen. Und in dieser Woche hat es ja so manchen von den Socken gehauen. Da kommt so ein Feiertag gelegen, um noch einmal die Stollen nachzuziehen, den Kiefer einzuhängen, den Rücken einzuknacken, die Nase rauszudrücken, die Frisur in die Stirn zu schieben, das Schussbein festzuschrauben, das Blut von den Handschuhen zu schrubben, die Schutzhand zu waschen und den Elfmeterpunkt zu enteisen. Sogar ich konnte rechtzeitig meine Gedanken entknoten, um diese Spielankündigung zu verfassen. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 laufen dann all diejenigen auf, die noch ein paar Töppen unter ihr Zahnfleisch schnüren konnten. Ganz sicher nicht dabei: Badman, Robben, Mehrjungfraumann und Blaubarschbube. Die Mannschaft stellt sich quasi von selbst auf. Hauptsache am Ende sind alle in Feierlaune wie nach der dritten Meisterschaft in Folge. Und wer weiß, vielleicht sprintet ja sogar Kloppo vorbei – wenn ihn niemand mit einem Klappstuhl oder Blumenstrauß gestoppt hat.

Himmel, Arsch und Zwirnschaden

Hier die modischen Highlights dieser Woche noch einmal zum Mitsingen:

Als der Boateng traf mit seiner Muskelpracht
da hat Guardiola sich zum Pep gemacht
sogar Fipsi hält ihn für nen Psychopath
nur weil er seine Hose zerrissen hat
Ich weiß es gibt kein Klagen kein ohjemineh
doch es tut so schrecklich weh
denn in der Bild zu sein ist noch viel weniger amüsant
als ein Sonnenbrand oder Brötchen voll Sand.
Das war ihm eine Lehre und es war kein Spaß
drum hört gut zu dann lernt ihr was
bleibt euch selber treu bleibt stehts auf trab
nicht wie Pep, der sich die Hose auf-ge-ri-ssen haaaat.

Am einfachsten und schnellsten auf Trab bleibt ihr Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00.
Wir bitten auf die Garderobbery zu achten.

Auf kopflos geht’s los

Vor zwei Tagen war die kleine Fußballwelt noch in bester Ordnung. Kloppo gehörte zu Aki und Susi. Dr. Mull und sein Taxofit-Koffer gehörten auf die Bank des FC Bayern. Martin Winterkorn gehörte zu VW. Und Thomas Tuchel war schon gefühlt Rekordtrainer beim HSV. Seit dieser Woche ist aber nichts mehr so wie es war. Dabei soll uns der Fußball doch Struktur und Kontinuität in unserer wechselvollen Zeit bieten. Aber auch beim Kopfgrätschen muss man inzwischen alle 10 Minuten die Leibchen, den Platz und die Mitspieler tauschen. Das Einzige, was noch einigermaßen sicher scheint, ist der Beginn Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Obwohl das derzeit eher einem fliegenden Start gleicht, nach dem Vorbild des HSV. Da darf auch jeder mal ein paar Spiele machen, pausieren, um dann plötzlich wieder Verantwortung zu übernehmen. Quasi viele kleine Sabbaticals mit der Dauer eines Powernaps. Zwar ohne Lastwagen um den Borsigplatz, aber eigentlich ideal, um sich nicht zu sehr an bestimmte Köpfe zu gewöhnen, bevor sie zu groß werden. Frei nach Kloppo: „Ein großer Kopf muss weg – oder er muss grätschen.“

Salzrandsportart frisch gewischt

Ich glaub, jetzt ist der Winter endgültig ausgewechselt worden. Beim Verlassen des Feldes hat er natürlich wieder den extralangen Weg genommen und unnötig Zeit geschunden. Die Pfiffe von den Rängen haben ihn nicht davon abgehalten, einen Trab in Superzeitlupe zu absolvieren. Immer wieder unterbrochen von Applaus für seine angeblichen Fans. Aber jetzt kann es endlich in kurzer Hose weitergehen. Ein paar Ecken des Platzes müssen schließlich noch vom Moose befreit werden. Der Frühjahrsputz Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 sollte auch die letzten Salzränder von den Augen und Spinnenweben aus den Kniekehlen kratzen. Ich melde mich freiwillig, um in den Strafräumen mal gründlich abzustauben. Aber bevor der IS unsere Website abstaubt, wischen wir lieber noch mal feucht drüber. Falls euch also jemand zu anderen Terminen als Samstag oder Mittwoch aufruft, wurden wir von Profis gehackt. Immer wenn die Seite gerade nicht erreichbar ist, versuchen wahrscheinlich dunkle Mächte unsere Wertegemeinschaft mit subversiven Botschaften zu untergraben, z.B. dass Putzen Frauensache sei. Glaubt ihnen nicht und bohnert mit mir alle analogen und digitalen Plätze frühlingsfrisch. Yalla yalla!

Salto kreuzweise

Darf ich bitten? Das Tanzbein hat allerdings gerade Pause. Das österliche Tanzverbot betrifft wie viele nicht wissen nicht nur den Karfreitag. Nein, auch der Karsamstag, der traditionell ein Tag des gepflegten Abhängens ist, ist musikalisch eingeschränkt. Am Tag der Höllenfahrt ist maximal etwas anständiger Fußball um 10:30 drin. Allerdings ohne laute Tormusik und ohne Samba an der Eckfahne. Das ist nämlich nicht empfehlenswert bei Kreuzschmerzen. Exzessiver Jubel verbietet sich ebenfalls unter uns Gebetsschwestern, vor allem gegen den Ex-Verein. Und auch das Aufwärmen ballermanntauglicher Choreographien von Macarena bis Ententanz müsst ihr euch für Mittwoch 18:00 aufheben. Dann könnt ihr auch wieder die Raupe machen, imaginäre Wiegen schaukeln, Flickflacks turnen, einen Roboter imitieren, unsichtbare Pfeile verschießen, röhren wie Ronaldo, den Zaun erklimmen, die 3 Affen machen, einen Knockout simulieren, den Geißbock knuddeln, am Ohr schrauben, euch in den Teppich einrollen, die Säge machen, die Bruchwegboys covern, die Schuhe putzen, den Diver rutschen und lauthals „Bude!“ schreien. Ich lass mich überraschen.

Shootout-Ergebnis-Service: Der Ball ist unrund …

… und das nächste Spiel ist immer am Mittwoch. Von 18:00 bis die Sonne abpfeift.

Der Ballgorithmus, wo jeder mit muss

Endlich. Ich freu mich ja auf jeden Samstag, besonders auf 10:30. Aber dieses Wochenende freue ich mich ausnahmsweise sogar auf den Sonntag. Dann geht meine Uhr endlich wieder richtig. Das Umrechnen auf Winterzeit nervt nach einem halben Jahr dann doch. Gut, im allgemeinen Optimierungswahn könnte man jedes mal an der Uhr rumdrehen, aber ich bin schon vollauf damit ausgelastet, mich tagtäglich zu optimieren. Nur damit die AppleWatch mit mir zufrieden ist. Die hat mir auch empfohlen, das verlängerte Tageslicht für noch mehr Sport zu nutzen, häufiger mal mit dem Innenrist zu schießen und die Anzahl der Kopfbälle zu reduzieren. Bei der Entscheidung, ob Dienstag oder Mittwoch sich besser für Unter-der-Woche-Kopfgrätschen eignen, hat ein komplizierter Algorithmus mit dem knuffigen Namen „Shuffle“ den Mittwoch ausgespuckt. Ich habe aber leise Zweifel, weil der 100jährige Bauernkalender für Dienstag 18:00 besseres Wetter vorhersagt. Vielleicht muss das dann doch der Schwarm entscheiden. Oder ich steige nachher mal fix mit Doc Brown in meinen Mazda und gucke nach. Damit kann man auch in die Zukunft reisen, weil irgendein Depp vergessen hat im Herbst die Uhr zurückzustellen.

Stick the Krokus to Kopfgrätsche

Ich habe heute einen ungemein wichtigen Termin in meinem Kalender. Frühlingsanfang steht darin. Ganztägig. Muss wohl eine dieser Kick-off-Veranstaltungen sein, bei denen alle beteuern, dass sie ganz viel Bock haben. Da ist es auch egal, ob man kompetent ist, die nötigen Fähigkeiten kann man sich ja im Projektprozess aneignen. Passend dazu stehen z.B. so bunte Pflanzen auf der Wiese. Vorwiegend in gelb, weiß und violett. Samstag 10:30 gucken wir mal wie die reagieren, wenn man da einen Ball drüber rollen lässt. Ob dieser Frühling irgendwas mit Licht und Wärme zu tun hat, kann man nicht mit letzter Gewissheit behaupten. Heute lässt sich die Sonne sogar von mickrigen Erdtrabanten die Butter vom Brot nehmen (unter den Experten auch als Star Crash bekannt). Mit dieser unmotivierten Einstellungen wird sie sich sicher nicht für das WM-Finale Advent 2022 qualifizieren. Besser wir rechnen nicht mit ihr. Gedanklich hat sie scheinbar eh schon die Eurozone verlassen, um dort zu scheinen, wo neue WM-Stadien gebaut werden. Da findet man zwar genug Krösusse, aber kaum Krokusse. Vielleicht sollte man also diesem Frühling nicht zuviel Bedeutung beimessen. Er ist eigentlich nur die Winterpause von morgen.

Der Theodor, der Held, der Held

Was für eine Nacht. Während alles schlief, war ich fleißig und habe hinter den Toren einen halben Theaterfundus vergraben. Man weiß ja nie, wann man das entscheidende Tor schießt. Besser man hat dann prompt das passende Kostüm parat. Auch ein lustiger Hut kann aus so manchem schnöden Abstauber ein Tor des Monats machen. Die B-Note wird ja bisher eher stiefmütterlich behandelt – z.B. von den humorlosen Weicheiern aus der Kreisklasse. Da wird sich nur kurz gerieben und dann weitergemacht. Ihre Verkleidung haben sie meist permanent an den Hals tätowiert. Das spart natürlich Zeit, gibt einem aber wenig Spielraum, wenn morgen ein neuer Kostümtrend aus der Klamottenkiste wiederbelebt wird. Blöder wird es nur, wenn man das Tor am Ende gar nicht trifft. Dann liegen die Masken bis in alle Ewigkeit hinter den Pfosten vergraben. Das wird den Archäologen unlösbare Rätsel aufgeben, weil niemand je den Jubel als Held meiner Jugend gesehen hat. Noch könnt ihr raten, ob ich Samstag 10:30 als Jar Jar Binks, Graf Orlok oder vielleicht sogar als Marcel Reif über den Platz springe. Wenn ich genug Vorlagen bekomme, ist alles möglich.