Ball da

Hallo Kopfgrätscher! Hallo! Alles klar? Klar.
Es ist schon wieder Freitag, es ist wieder dieser Verteiler.
Ich muss dir jetzt erzählen was mir widerfahren ist
jetzt seh ich die Zukunft so lala, denn ich bin Realist.
Moment was geht? Ich sag’s dir ganz konkret.
Am Wochenende hab ich mir den Kopf vergrätscht.
Ich traf einen alten Ball, der ist Richtung Tor gefallen
und am Samstag Zehnuhrdreißig da ließ ich die Pfosten knallen.

Sie standen so im Abseits und sie ham sich unterhalten
und ich hab sie ausgespielt, denn sie ham sich so verhalten.
Wir ham viel Ball gehabt, viel gelacht und was ausgemacht
ham uns nochmal getroffen und den Mittwochvorabend halb rumgebracht
Wir gingen mal auf Tartan und ich hatt’n Déjà-vu.
Hast du die Leibchen gewaschen? Hey, gehört ja wohl dazu.
Sie sind so ballgewandt, sie nehm auch manchmal Hand,
du solltest sie wirklich mal treffen, denn es wird sehr viel gerannt.

Lonely at the top

Wer als Topmanager etwas auf sich hält, verabschiedet sich jetzt ins verlängerte Wochenende. Das kann auch gern etwas länger sein als bei normalen Arbeitnehmern. Ruhig mal eine Business-Break machen von Flughafenbau, Motortuning oder Wüsten-WM-Buddelei. Lieber auch das Handy ausschalten für den maximalen Erholungseffekt und natürlich um es den ermittelnden Behörden nicht ganz so einfach zu machen. Oder mal wieder den guten alten Fifa-Manager zocken und kurz vorm Bankrott rechtzeitig den Netzstecker ziehen. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 gibt es zudem schönes buntes Animierprogramm. Teilnehmer mit dem blauen Bändchen lassen sich von animierenden Powerpointfolien mit strammen Waden verwöhnen. Deren kommunizierte Werte sind traditionell eher grob geschätzt. Ich schätze, der eine andere halt das ganze für sauberen Sport. Beim genaueren Hinsehen ist es aber in Wirklichkeit doch nur unproduktives Hin- und Hergerenne mit dürftigem Chancenoutput. Aber das wird hoffentlich sobald niemand merken.

Gib ab! Beim Nachbarn.

Der größte Briefkasten der Republik besteht dieses Wochenende aus mehr als 30 Multifunktionenarenen in den Metropolen Hamburg, München, Berlin und Sinsheim. Und da in so einem Briefkasten ja leider zu oft Futter für das Altpapier landet, muss man klar kommunizieren was da alles rein soll. Schließlich sind wir Deutschen Weltmeister bei Recycling und Mülltrennung. Pizzaflyer und Ikeakatalog werden gerade noch geduldet. Mit der größten deutschen Tageszeitung ist es da schon schwieriger. Was macht man mit diesem Revolverblatt nur, wenn man sich nicht gerade einen überdimensionalen Papierhut gegen Sonne und Bierdusche basteln muss? Nur eine gut sichtbaren Beschilderung signalisiert dem Zusteller wo er zustellen muss und wo er dem bissigen Hund aus dem Weg gehen kann. Deshalb hier meine Botschaft an den Briefträger: ich bin Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 nicht zuhause. Bitte geben Sie in dieser Zeit meine Post beim Nachbarn oder wie gewohnt im Getränkemarkt ab. Gegen Sie nicht über Los und veruntreuen Sie keine größeren Geldsendungen. Oder kommen sie direkt zum Platz und zeigen Sie, dass Sie auch runde Sendungen einwerfen können. Bringen Sie den Hermes-Mann gleich mit. Aber nur, wenn er den Ikeakatalog dabei hat.

Manu de Dios

Huhu! Hier bin ich. Da wo es winkt. Dort wo der Reklamierarm sich in die Höhe streckt, um anzuzeigen, dass das gerade gefallene Gegentor ein schlechter Witz ist, den man wegwedeln kann. Aber jeder braucht halt eine Geste, die sich auch als Denkmal gut darstellen lässt. Kann ja nicht jeder wie der Kaiser mit den Händen in den Taschen übers Feld schlendern. Oder breitbeinig die Hände in die Hüften stemmen, bevor der Freistoß übers Stadiondach fliegt. Oder die Hände Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 eng am Oberkörper führen, während man eine ausladende Kurve um den Ball läuft. Die Hand wird aber beim Fußball traditionell eher diskriminiert. Dabei ist das unser evolutionärer Vorteil schlechthin. Beim Fußball wird sie lediglich genutzt, um primitivere Organe zu schützen oder wir stecken sie gleich in plumpe Handschuhe (also die Hände). Meistens bei demjenigen, der am unverdächtigsten ist, ein Tor zu erzielen. Da aber inzwischen sogar Welttorhüter ihre spektakulären Aktionen außerhalb des Strafraums suchen, bleibt der guten alten Hand nur noch übrig, ab und zu mal zu winken. Sonst bildet die sich irgendwann noch zurück. Denn selbst die liebgewonnene Antwort „spielt bei Bremen“ auf das reklamierte Handspiel, ist schon lange nicht mehr wahr.

Da Bumm

Guten Tach. Liebe …iebe Gemeinde …einde wir …ir sind …ind zusammen …ammen gekommen …ommen um den Rummenigge am Klafünf zu ehren. Drum Hefte raus – Klassenarbeit! Baby, es gibt Ball. Der Samstag (10:30) und Mittwoch (18:00) sind pickepackevoll mit Ball, Ball und nochmals Ball. Bis du sagst: I brake together. Hauptsache, ihr lasst mich hier nich allein inne Tropfsteinhöhle. Ach nee, ich habe mich vertan. Rasen, Popasen hat er gemeint. Also frag ich dich, Reinhold. Nee, ich frag dich, Helge. Reinhold. Helge. Reinhold. Helge… das alte Reinhold-Helge-Spiel quasi. Nur mit Törchen jetzt. Mama, tu mal die Törchen. Dazu kannst du wählen eine Beilage. Vielleicht das Bonbon aus Leder, das im Karton rappelt? Momentemal. Das Telefon schellt und ich bin im Tabellenkeller, vielleicht nur verwählt doch ich bin schneller. Entschuldigen Sie, haben Sie mir gerade Gras in die Haare gestreut? Ich habe mich vertan. War doch nur Fitze Fitze Fatze. Also zieh dich aus, alte Hippe und die schlitzlosen Unterhosen oder die Fußballtöppen an. Und wenn die nich passen, hab ich einen Tipp für dich: Scheiß ihm in die Stiefel

Nimm ihn. Ich hab ihn sicher.

Und jetzt sprecht mir nach: „Ich. Kevin de Kopfgrätscher. Spiele auf jeden Fall. Diese Saison. Aber in jedem Fall Samstag 10:30. Und Mittwoch 18:00. Mit den anderen Kopfgrätschern. Für die kein Verein der Welt. Auch nicht aus England. Nicht mal Manchester City. 80 Millionen bezahlen würde. Auch nicht für alle zusammen.“ Hätten wir das geklärt. Ein bisschen Planungssicherheit wäre ja doch trotz der Transferdeadline ganz nett. Obwohl sich, ob des schnell rotierenden Transferkarussells nicht nur der Kaiser fragt, ob das nicht schon die Adventszeit ist, die uns da heimsucht. So viel Heimlichkeit in der Kaderplanung und am Monatsersten packen alle den dicken Sack mit dem englischen Fernsehgeld aus und kaufen sich dafür eine Schubkarre voll Dominosteine. Passend zu  den Kettenreaktionen auf dem internationalen Transfermarkt. Aber wer weiß, vielleicht fällt ja auch der eine oder andere neue Mitspieler für uns dabei ab. Wir heißen auf jeden Fall jeden willkommen, der es Samstagsfrüh rechtzeitig aus dem Bett oder Mittwochabend rechtzeitig aus dem Büro schafft. Wir integrieren sogar Zufrüh- und Zuspätkommer aus anderen Zeitzonen. Auch für den Fall, dass das ManCity-Fax spinnt und Kevin am Ende zur Greenwich-Time bei uns auf dem Platz steht.

Bube, Dame, König, Ball

Es ist ja nicht so, dass ihnen Fußball total egal sei. Okay, sie ignorieren nonchalant das olfaktorische Desaster aus dem Leibchenbeutel, aber dafür führen sie unsere Tippspiele an und pusten auch mal, wenn man ein Aua hat. Dennoch war früher sehr viel mehr aktiver Frauenanteil auf den Kopfgrätsche-Plätzen. Die aktuelle Geschlechter-Entwicklung hingegen lässt mich ratlos zurück wie Franz Josef Wagner. Bei Wagner wären sie wahrscheinlich maximal als schmückendes Accessoire am Spielfeldrand geduldet, weshalb die freche Berufsbezeichnung Schmuckdesignerin bei einigen doch irgendwie passt. Spielerfrauen können sich an den Kopfgrätsche-Girlsdays Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 allerdings nicht wirklich auszeichnen. Aktive Mitspielerinnen sind natürlich immer noch gern gesehen. Ich muss doch auch mal die kleine Chance haben, einen Zweikampf zu gewinnen, um im nächsten Moment mit einem Tunnel auf den Boden der Tatsachen zurück geholt zu werden. Aber vielleicht sind die Grande Dames der Kopfgrätsche-Historie einfach nur clever genug gewesen, auf dem Zenit als Mythos abzutreten. Während unsereins immer noch ernsthaft jede Woche damit rechnet, dass endlich der Durchbruch gelingt. Ähnlich wie beim Tippspiel.

Gucken und Anfassen

Nach dem Softopening am Freitagabend wird es in der Liga also endlich wieder ernst. Damit verbunden ist die ewige Frage. Und damit mein ich nicht diesen Boulevardmist wie „In welchem Park findet das nächste HSV-Grillfest statt?“ oder „Was ist der Supersuperlativ von supersuper in Peps Wörterbuch?“. Nein, die häufigste und wichtigste Frage bis zur Winterpause ist doch: „Wo guckst du?“ Der Fußball ist schließlich die letzte Bastion des lineare Konsums. Wer früher Ameisenschlachten verschlüsselt auf Premiere gesehen hat, weiß Farben zu schätzen. Und wer heute den Kommentar stumm schalten kann, mag auch nicht auf guten Ton verzichten. Aber bevor ihr euch eine 3D-Brille aufsetzt, solltet ihr unbedingt die neuen Sendetermine in hyperrealer Optik notieren. Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wird es euch so vorkommen, als ob ihr wirklich mittendrin seid. Wenn euch die Spieler live den Knoten in die Beine dribbeln oder ihr einem herzlichen Tackling ausweicht, werdet ihr die fünfte Dimension erleben: Schweiß. Und wenn Isaac wieder dabei sein sollte, habt ihr den besten Blick auf richtigen Fußball. Alles ohne teures Abo, komplizierte Receiver und den ganzen Konferenzquatsch. Nur das Expertengeblubber habt ihr leider permanent aufm Ohr. Aber so ist das nun mal beim Public Viewing.

Nur ’ne Pause, nur ’ne Pause, nur ’ne Pause mach‘ mer nich.

Jetzt geht also tatsächlich schon die Sommerpause auf die Zielgerade. Gerade erst hatten wir uns daran gewöhnt, dass man bei jedem Turnierchen jederzeit eine beliebige Anzahl neuer Spieler (inklusive Maskottchen) auf das Feld schicken kann. Dass alternative Spielzeiten und -regeln ermöglichen, dass vier Teams zwischen zwei Werbeblöcken möglichst viele Elfmeter üben können. Dass in den zahlreichen Trinkpausen die aktuellen Fotos für sämtliche Sonderhefte gemacht werden. Dass sich Spitzenmannschaften mit der Einstellung von Wrestlern auf ihrer Werbetour von jedem Gastgeber showreif verprügeln lassen. Dass in jedem Urlaubsselfie auf Instagram der Anfang eines Wechselgerüchts lauert. Worauf sich jeder betagte Invalide in die Startelf eines Champions-League-Teilnehmers träumen kann. All das soll jetzt also wirklich schon vorbei sein? Dieser moderne Fußball muss sich anscheinend dauernd verändern. Aber ohne uns. Bei uns ist im Grunde dauerhaft Sommerpause. Kommt also auch Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wieder zum Kopfgrätsche-Supersupercup. Zwischen Kinderschminken und Schaumkusswettessen wird eventuell auch ein wenig gekickt. Vielleicht zählen wir sogar die Tore mit.

I feel Hardball

Für alle Campingfreunde im Bierdoseniglu mit Schwenkgrill gibt es in diesem Festivalsommer einen neuen Pflichttermin. Vor allem, wenn man in diesem Sommer kaum unterscheiden kann, ob das da im Schlamm noch Wacken oder doch die Wattolümpiade ist. Dann doch lieber Greencamping auf einem saugstarken Untergrund, auf dem man sogar Fußball spielen könnte. Der Matschplan des Kopfgrätsche-Openairs sieht den Auftritt des Headliners auf der Mainstage zu einer absolut unchristlichen Zeit Samstag 10:30 vor. Ganz im Sinne aller Anhänger der beidhändigen Pommesgabel. Auch wenn das Schlafen im eigenen Bett und die anschließende Dusche für die Szene eher gewöhnungsbedürftig ist. Der minimalistisch Sound einer Lederblase die intuitiv gegen drei Streifen prallt, wird nur durch gelegentliches Shouten von dadaistischen Satzfetzen wie  „Schieß“ oder „Bude“ ergänzt. Quasi der Missing Link zwischen Stockhausen und Scooter.  Als Belohnung wartet eine umweltfreundliche Bierdose im Glas. Absolute Die-Hard-Fans lassen sich auch nicht die Zugabe mit diversen Überraschungsgästen am Mittwoch 18:00 entgehen. Klingt das gut, oder was?

Grande boucle de la boule

Bonjour et bienvenue. Die Königsetappe der diesjährigen Tour de Kopfgrätsche steht auf dem Programm. Was auf den ersten Blick als eine Strecke für Sprinter erscheint, offenbart nach einigen Kilometern fiese Steigungen an der Eckfahne. Das Teilstück vom eigenen zum gegnerischen Tor zieht sich dabei wie Kaugummi. Super, wenn man dann noch genügend Wasserträger an seiner Seite hat, die sich aufopferungsvoll bei jedem Anstieg in den Wind stellen. Auf der anschließenden Abfahrt nützen einem die Wasserträger nichts. Da sollten sie schon ein Hefeweizen dabei haben. Es empfiehlt sich natürlich wie immer genügend zu trinken. Dann läuft es auch nachher bei der Dopingkontrolle besser. Der Startschuss für den fliegenden Start fällt Samstag 10:30. Die Ergebnisse des Fotofinish werden wie immer online zu bewundern sein, wenn die Rennleitung einen Film eingelegt hat. Wer möchte, kann natürlich noch eine bedeutungslose Ehrenrunde über den Champs Élysées drehen – Hauptsache er ist Mittwoch 18:00 zurück. Dann dreht sich das aufgepumpte Runde auf ein Neues um die eigene Achse. Bonne chance et à bientôt.

Flörten nach Kopfgrätsche

So wirst du garantiert ins Team gewählt, 10 Tipps für eine Hammerausstrahlung:

1. Mitspielern fallen lächelnde Kopfgrätscher eher auf als finster dreinblickende. Freundlichkeit wirkt anziehend!
2. Guck Deinen Gegenspieler an – auch wenn er Dich gerade nicht sieht. Er spürt sicher Deinen Blick auch auf größere Entfernung und wird dich gleich umgrätschen.
3. Der Klassiker: Stolpere in Deinen Gegenspieler hinein. Entschuldige Dich nicht bei ihm. Er wird Dich total niedlich finden, weil Du ein kleiner Tollpatsch bist.
4. Dein Gegenspieler kommt an Dir und Deinen Teamkollegen vorbei? Tut so, als hättet ihr den Spaß eures Lebens und lacht laut.
5. Laufe langsam und gebeugt an deinem Gegenspieler vorbei. Ruhige Bewegungen lassen Dich älter und erschöpfter wirken!
6. Tu für eine Weile so, als wäre Dein Gegenspieler Luft. Mach das aber so, dass er es merkt. Deine Ablehnung wirkt wie ein Magnet auf ihn.
7. Werfe Dir ein orange- oder pfirsichfarbenes Leibchen über. Das bringt Deinen Teint zum Leuchten und lässt Dich attraktiver wirken.
8. Zieh nie zwei Spieltage hintereinander dieselben Klamotten an. Kopfgrätschern fallen nur neue Eindrücke auf!
9. Mach Dich rar! Beantworte nicht jede Kopfgrätsche-Mail, die der Admin Dir schickt. Es macht Dich total spannend, wenn er um Deine Gunst kämpfen muss!
10. Schicke ihm per Mail eine Einladung und schreibe dazu: „Samstag 10:30, Mittwoch 18:00 Uhr Kopfgrätschen, kommst Du mit? Ich würde sogar meinen Ball teilen.“ Bei einem so lockeren, charmanten Angebot kann er gar nicht „Nein“ sagen!

Feuer und Flammkuchen

dia-turnier-tuecher

„Knistern ist uns nicht geheuer, 
denn wo´s knistert, qualmt oft Feuer
. Prasseln auch lässt uns nicht kalt, 
denn wo´s prasselt, brennt der Wald. 
Ja, die Brandwächter, die sind wir
. Nur zum Löschen sind wir hier – 
Feuer mit Wasser, Durst mit Bier.“ (Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller)
Und damit wir die Buntbären von den Rangern unterscheiden können, gibt es bei den diesjährigen Bärenhunger Games fesche Halstücher in den Farbrichtungen Yosemite, Кроноцкий, Алтай und Yellowstone. Nur gelb ist nicht dabei. Für aktiven Brandschutz (Smokey says: Only you can prevent wildfires!) bitten wir folgende simple Regeln Samstag 16:00 auf dem Campo DIA zu berücksichtigen: Dauerfeuer aus allen Lagen, langes Rumfackeln und Kerzen im Strafraum sind nur unter Aufsicht erlaubt. Deshalb bitte für ausreichend Publikum mit feurigem Temperament sorgen. Wer am lautesten knurrt hat Recht – im Idealfall sollte das der Schiedsrichter sein. Freistoßlinien sollten nur im absoluten Notfall mit dem Feuerlöscher gezogen werden. Und natürlich keine Picknickkörbe unbeaufsichtigt stehen lassen. Eventuelle Brandblasen könnt ihr wie immer Mittwoch 18:00 behandeln lassen.

Into the Buschwindröschen

Inzwischen hat der Buschfunk die Info vom DIA-Turnier hoffentlich auch in die letzten Winkel der zivilisierten Welt getragen. Noch eine Woche Schlafen, dann ist es schon soweit. Das Fell des Bären wird Samstag 11.07. ab 16 Uhr verteilt. Als echte Naturburschen könnt ihr euch natürlich gerne im Vorfeld mit den wilden Elementen vertraut machen. Im Gegensatz zu den üblichen Spielterminen Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 wird uns im Campo eine echte Naturwiese erwarten, auf der die eine oder andere Unebenheit erklommen werden will. Vorher muss noch das reißende Gewässer am Weidendamm passiert werden. In den Trainingsreservaten auf den gewohnten Plätzen gibt es zum Üben immerhin einen üppigen Urwald, durch den man sich schlagen muss, falls der Ball über den Zaun fliegt. Packt besser die Machete ein. Ob man bei dem heißen Wetter morgen aber tatsächlich dieses lebensfeindliche Draußen aufsuchen will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Niemand macht euch über Gebühr Vorwürfe, wenn ihr euch lieber auf die faule Bärenhaut und in eine kühle Höhle verzieht. Dann bereitet euch aber wenigstens mit Naturdokus beim Filmfest oder auf dem Discovery Cannel vor.

Bitte ausreichend flankieren

An alle Haushalte: in den letzten Wochen habt ihr sehnsüchtig tagtäglich in euer Postfach geguckt. Die gähnende Leere, die dort bisher herrschte, ist endlich Geschichte. Aus einem Stapel alter Stadionhefte habe ich die Buchstaben für eine neue Kopfgrätsche-Mail ausgeschnitten. Und wenn der Zusteller an eurem Wachhund vorbei gekommen ist, könnt ihr das Faxgerät wieder einmotten. Der Informationsgehalt besteht natürlich weitgehend aus den Standardtextbausteinen: Samstag 10:30, Mittwoch 18:00, keine markierten Scheine, keine Polizei (es sei denn, sie spielt mit). Ein paar neue Messages haben sich dennoch im Kleingedruckten versteckt, z.B. ein kleiner feiner Hinweis auf das DIA-Jubiläumsturnier am Samstag 11.07.2015 um 16:00. Die offizielle Einladung folgt in Kürze, abhängig davon, wann der nächste Briefträger die feindlichen Linien durchbrechen kann. Bis dahin könnt ihr den Termin schon einmal dick im Kalender anstreichen und mir ein Foto davon zurückschicken. Im Falle von verwaisten Poststellen, deponiert eure Rückantworten in einer Plastiktüte im Papierkorb am Stadion. Ich hole sie dann bei Gelegenheit ab. Zalando-Rücksendungen müssen leider noch warten. Oder ihr zieht den Plunder einfach zum DIA-Turnier an. Wird schon irgendwie zum Thema passen.

Automatic reply: Where’s my money?

Dear sender,

Thank you for your vote. I’m currently out of the Zurich office with no access to my e-mails. Answers will be delayed or answered with a counter question. In urgent cases please contact the other guy who will do the job after my resignation or the FBI (jimmy.comey@googlemail.com). Your envelopes with the hush money are waiting Saturday 10:30 and Wednesday 6:00 p.m. at the known spot. Do nothing that I wouldn’t do. I will be back very soon when the mist has cleared. Sorry for the inconveniences.
Best regards, your President of hearts

Träning Day :'(

Grüezi und ein herzliches Willkommen. Die Kopfgrätsche ist kein Schwimmklub oder Fischerverein. Dann würde es vielleicht Kaviarhäppchen und Lachsschnittchen geben. So haben wir nur einen total professionellen Krönungskongress, bei dem der Held des Spiels ganz familiär und transparent bestimmt wird. Das sportliche Können könnte eine Rolle spielen und tatsächlich gibt es Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 die Gelegenheit auf diesem Feld zu glänzen. Aber auch die B-Noten sollten nicht vergessen werden. Da kann man mich unter Tränen anbetteln, ich werde auch weiterhin den freien Raum mit meiner Omnipräsenz veredeln. Auch wenn mich niemand mehr herumstümpern sehen mag und man meint, dass Andere jünger, hübscher und kompetenter sein könnten. Da hilft auch keine Bombendrohung. Wir sind hier schließlich nicht bei #GNTM. Fußball muss so sein, wie die alten Männer, die ihn lenken: dreckig und unberechenbar. Da braucht man nach dem kopfgrätschen seine Nase nur mal in den Beutel mit den Leibchen zu stecken, damit man weiß was ich meine. Dank A-, B- und Kopfnote kann es schlussendlich am Ende nur einen Sieger geben. Das könnte der Fußball sein. Muss aber nicht.

Haste Scheiße am Drudenfuß

Wer kennt das nicht? Eine ganze Saison hat man gezeigt, dass man eigentlich nicht gut genug ist, um länger mit den anderen mitzuspielen. Kurz vor dem Ende fragt man sich dann plötzlich: Moment, und was ist, wenn das bisher alles nur Pech war? Ja dann wäre man schön blöd, wenn man nichts unternimmt, um den Fluch zu brechen. Angeblich soll es helfen barfuß auf Glasscherben durch eine Waschstraße in Malente zu laufen, um das böse Karma und die Chemtrails auf den Gegner zu lenken. Überhaupt muss man unbedingt noch einmal den Ort der Vorbereitung wechseln, bevor sich am Ende herausstellt, dass man bisher auf einer Wasserader oder einer indianischen Begräbnisstätte trainiert hat. Viele glauben auch daran, dass es hilft, wenn man ein bis zwei schwarze Katzen im Strafraum vergräbt oder einen Hunni in der Tasche des Schiedsrichters. Aber all das ist dunkelster dunkelster Aberglaube. Am Ende macht dieses runde Ding doch was es will. Aus diesem Grund kann man auch das Kopfgrätsche-Logo drehen wie man möchte. Am Ende gibt es gar kein Ende und auf jeden Samstag 10:30 folgt wieder ein Mittwoch 18:00, irgendwann ist wieder Murmeltiertag und nach dem Abstieg ist vor dem Aufstieg. Ganz sicher.

Gnadenbrot und Spiele

Laut meiner absolut repräsentativen Strichliste kommt kaum eine Nachricht in den letzten Tagen ohne das Wort „Umbruch“ aus. Ob politisch, kulturell oder sportlich – überall wird umgebrochen. Zwar ist das neue Jahr schon zu einem Drittel rum, aber jetzt werden die guten Vorsätze wirklich alle auf einmal umgesetzt. Bisher war es ja irgendwie auch noch zu kalt dazu. Aber kaum kommt die Sonne raus, bleibt nichts mehr beim Alten. Frisches Blut muss fließen. Der FC Bayern überlegt sogar schon seine Rentnergang (in der allesamt jünger sind als wir) ins betreute Kicken abzugeben. Und auch bei S04 gibt man den Bremsklötzen im Team die Chance auf einen Frühbucherrabatt. Scheinbar setzt die nahende Urlaubsstimmung plötzlichen Aktionismus frei, damit bis zu den Ferien die Altlasten vom Schreibtisch verschwunden sind. Nur der Gnadenhof Kopfgrätsche stellt sich stur. Verdiente Rumpelfüßler haben hier ihren Stammplatz sicher. Und selbst Malade und chronisch Untalentierte werden hier bis zum letzten Tor durchgeschleppt. Genügsam grasen sie Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 auf ihrer kargen Alm. Und wer in ihre treuen Augen blickt, kann ihnen eigentlich auch nicht den Ball wegnehmen und ihnen sagen, dass sie doch lieber langsam auf Golf oder Boule umsteigen sollen.