Macht Platz!

Wer heute etwas zu sagen hat, strömt auf einen Platz, um dort seine Ansichten gut sichtbar zu demonstrieren. Ob Rasen, Tartan, Tian’anmen, Taksim oder Tahir – auf Plätzen kann man nicht nur Pokale feiern. Man kann sich auch prima verabreden, um Veränderungen zu starten. Wem der Platz gehört, dem gehören die Aufmerksamkeit. Plätze sind was Wunderbares. Auch auf uns üben sie mehrmals in der Woche eine große Faszination aus. Vor allem Dienstag 18:00 und Samstag 10:30. Dann lassen wir uns auch nicht ohne Protest von dort vertreiben. Die Gefahr geht allerdings maximal von trainierenden Vereinen statt von Wasserwerfern und Tränengas aus. Unsere Trikot-Parade ist dafür ähnlich bunt wie auf dem Taksim Meydanı und bringt Anhänger aller vorstellbaren Clubs zusammen. Sollte das nicht reichen, bleibt uns noch, unsere Botschaften mit schwarzer Farbe auf die nackte Haut zu malen. Spätestens dann gucken alle. Vielleicht heben wir uns das aber lieber für das DIA-Turnier Sieben Bürgen am 13.07. auf, wenn wir den Platz neben Haus 7a okkupieren. Meldet euch rechtzeitig unter uli@dreckbus.de an, damit wir genug Eimer Farbe vor Ort haben. Gerne RT.

Aufsteiger, Absteiger, Aussteiger

Habt ihr auch schon genug von dem Basargeschacher, mit dem sich der gemeine Fußballfan die spielfreie Zeit in den Ligen vertreiben muss? Über Wochen wird rumgefeilscht und am Ende halten sich die Bundesligamanager kein Stück an die Vorgaben aus den Foren. Zum Glück gibt es Ausstiegsklauseln. Kurzer Schreck und der Spieler ist weg. Oder da, je nachdem. Doch wie auf ebay sollte man darauf achten, dass im Karton für den neuen Videorecorder nicht nur zwei Ziegelsteine mit Muskelbündelriss liegen. Gekauft wie gesehen – auf Sky. Und da sieht man ja bekanntlich was Besseres. Wir machen es dann doch lieber wie der Capitano. Lockeres Aussteigen ohne Sky und Klausel und am Ende steht ein Handballergebnis. Warum fällt mir da gerade ein, dass am letzten Samstag die Rentnerolympiade unseren Platz okkupierte? Dienstag 18:00 und Samstag 10:30 zeigen wir dann wieder unsere Version von Seniorensport. Wenn wir genug Wasser dabei trinken, geht es vielleicht als Charity-Kick gegen die Flut durch. Arbeitstitel: Ahoi Capitano.

Eyes Wide Shoot Out

Wer jetzt denkt: „Augen auf bei der Positionswahl“, spottet jeder Beschreibung. Im Sinne der ästhetischen Symmetrie würde ich mir wünschen, dass wir ein farbliches Gleichgewicht herstellen können. Damit meine ich in zweiter Linie den Einsatz der Leibchen, die uns helfen Freund von Feind zu unterscheiden. Vielmehr sollten auch das linke und das rechte Auge Teamspirit zeigen und die gleichen Farben hoch halten. Der einzige Schmerz dabei ist dieser undefinierte Verlauf von Lila zu Gelb zu Rot zu Blau. Das ist so Nineties und passt zu keinem Trikot. Sorgen wir also morgen 18:00 und Samstag 10:30 für den Ausgleich jeglicher Couleur. Mit etwas Sonnenbrand und Sommersprossen lenken wir von farblichen Fehlgriffen ab. Quer- oder längsgestreift oder kariert mit Punkten – wir recyceln die hübschen Designs der Gewinnershirts der zweiten Sieger und machen daraus ein buntes Stil-Potpourri. Da fällt kaum auf, dass die Schuhe untrendy und die Augen etwas überbetont sind.

Alle Spiele, alle Promille

Während die Saison gerade mit 1,8 Promille locker ausläuft, freuen sich alle Fußballhasser auf einen turnierfreien Sommer. Die haben aber die Rechnung leider ohne das DIA-Championat gemacht. Das wird jedes Jahr gespielt. Schließlich haben wir keine 4 Jahre Zeit, um uns aufs Neue zu beweisen. Machen wir uns nix vor, für uns bezahlt niemand mehr 37 Millionen und auch das Länderspieldebüt wird immer unwahrscheinlicher. Während Gleichaltrige in den europäischen Topligen ihre Karrieren mit dem Blumenstrauß in der Hand beenden, um Karrieren als TV-Experten zu starten, quälen wir weiterhin zweimal in der Woche Platz und Ball. Wenn es nicht gerade sinntflutartig schifft wie am letzten Samstag. Dann zwicken die wetterfühligen Knochen und das Wasser plätschert durch Knie und Regenrinne. Die ausgefallene Spielzeit gilt es Dienstag 18:00 und Samstag 10:30 nachzuspielen. Nicht, dass ihr euch ärgert, wenn jemand anders in diesem Jahr beim DIA-Turnier ganz groß raus kommt. Und sei es nur als Experte im Klugscheißen.

24. Mai 2013

Link

Im Schweriner Funkhaus hatten wir das diesjährige Finale der Championsleage schonmal vorab ausgespielt. Wie wir jetzt wissen: Das Ergebnis des echten Spiels war genau umgekehrt und halb so hoch… auf www.ndr.de/mv.

Rumpelfeet strikes again

Es soll ja angeblich Weltwunder-Charakter haben, wenn heutzutage jemand gegen den Ball tritt, der aus deutschen Landen stammt. Alle jubeln über die Qualität und schmieren dem Teutonen Honig ums Maul. Gut, da gibt es ja demnächst ein Spiel in Wembley, das dieses Tun ein wenig rechtfertigt. Aber wem das zu weit geht, dem sei der Besuch des roten Platzes am Dienstag Abend 18 Uhr empfohlen. Da wird noch nach den alten Lehren der Ribbeck-Ära gekickt. Ronny Maul und Heiko Gerber wären stolz und würden glatt ihr einziges Länderspiel aus den Geschichtsbüchern streichen lassen, um dabei zu sein. Wir beweisen heute wieder allen, dass früher wirklich alles schlechter war. Und das diese Tradition nicht so einfach mit einem Doppelpass wegzuzaubern ist. Mit unserer Weitsicht wissen wir: der Trend wird wiederkommen. Nicht umsonst startet die Nationalelf eine Amerikareise, die verdammt nach Confed-Cup anno 1999 riecht. David Odonkor ist nur nicht dabei, weil er seit 4 Jahren eine neue Telefonnummer hat. Immerhin: diejenigen von uns, die Samstag 10:30 auf dem Platz stehen, kann Jogi auch nicht mitnehmen. Vielleicht wird es doch nur halb so schlimm.

Bierdusche im Bällebad

Gute Nachrichten. Wir haben den Großteil des Konfettis eingesammelt und das Bier aus dem Rasen der Schlauchboot-Arena gewrungen. Gerade schleudert die Waschmaschine noch die rote Farbe aus den Papierschnipseln. Nur noch kurz überbügeln und anmalen in einer Farbe eurer Wahl. Und schon ist die Kanone wieder gefüllt für die nächsten Helden. Es muss ja nicht immer eine Meisterschaft sein. Man kann sich ja auch über kleine Dinge freuen. Z.B. über ein Tor beim Dienstagsfußball. Oder darüber, dass man es überhaupt Dienstag pünktlich 18 Uhr zum Dienstagsfußball schafft. Egal, Hauptsache die Freude ist einigermaßen echt oder die Kamera fängt den magischen Moment ein, in dem man gerade Mund und Augen maximal aufreißt. Mit Bier aus Stiefeln können wir zwar nicht dienen, aber es ist ja auch schon Sandalen-Wetter. Und nicht vergessen: auch am Samstag (10:30) lauern kleine Triumphe und sei es nur beim Fußballtennis. Anschließender Empfang auf dem Rathausbalkon nicht ausgeschlossen.

Wichtige Einblendung auf der Selbstanzeigetafel

Also gut. Ihr habt mich überzeugt. Ich mache weiter (immer weiter). Wenn euch egal ist, ob ich hinterziehe, überziehe oder abziehe, dann zieh ich weiter meine Kreise. Meine Selbstanzeige für das DIA-Turnier ist schon fast vergessen. Meine Verdienste um Kopfgrätsche.de überstrahlen schlichtweg alles, meine Pitbulls beißen am Spielfeldrand alles weg und das Festgeldkonto steht wie ’ne 1. Bevor ihr euch beim Elfmeter für eine Ecke entscheiden könnt, kauf ich beide weg. Bleibt nur noch drüber schießen, aber auch das empfinde ich als Reminiszenz an mich. Huldigt mir auch morgen wieder. 18 Uhr gebe ich euch meine Audienz auf dem Roten Platz. Ich lasse Rostbratwürste regnen und bringe euch den rundesten Ball, den ihr jemals saht. Kommt in den Schoß der Sieben Bürgen. Rennt für mich am Dienstag und am Samstag. Benennt Pokale und Straßen nach mir. Meldet euch alle freiwillig für mein DIA-Team, um das Beste noch besterer zu machen. Dann feiern wir vielleicht auch mal kurz (wenn der Motzki grad nicht guckt). Wer von euch war noch mal für die Scheißstimmung verantwortlich?

Auf die Merkliste, Markus!

Für alle die das perfekte Ablenkungsmanöver benötigen, gibt es auch an diesem Dienstag 18 Uhr wieder das totale Vergessen in runder Form. Ob Ärger mit dem Finanzamt oder Europapokallampenfieber mit der schwarz-weißen Pille sind alle Sorgen für 2 Stunden ganz weit weg. Durch den Netzvorhang dringt nix, maximal ein leichter Transpirationsduft. Nach dem Kicken verlängern wir das Vergessen auf dem Hocker im Blauen Salon. Einige werden sogar vergessen am Mittwoch zur Arbeit zu gehen. Aber Vorsicht mit der Dosis. Die nächste Portion Bolzen bitte erst wieder am Samstag 10:30 Uhr einnehmen. Die Suchtgefahr ist nicht zu unterschätzen. Christoph D. und Uli H. von den anonymen Geltungssuchtkranken sollten euch Warnung genug sein. Da unsere Vergessen-Therapie inzwischen sehr erfolgreich ist, müssen wir leider Woche für Woche unsere Message wiederholen: Dienstag, Samstag, Roter Platz. Immer wieder gern. Wenn’s denn hilft.