Wenn die Sportschau extralang ist, aber davon nur eine Viertelstunde Fußball gezeigt wird, dann merkt man spätestens, dass gerade Olympische Winterspiele stattfinden. Die wenige Zeit reicht kaum, um alle Vereine mit Karnevalstrikot ausgiebig einzufangen und wenn der Effzeh tatsächlich vor dem Aschermittwoch ein Tor schießt, wird et Trömmelche unsensibel abgewürgt. Die Torhymne muss man also selbstständig bis zum „Kölle Alaaf“ im Kopf weitersingen, während schon wieder auf Rodeln umgeschaltet wurde. Oder eine andere Sportart, in der unsere Sportsoldaten unschlagbar sind. Von unseren 188 Athleten in Mailand und Cortina sind immerhin 76 bei der Bundeswehr. Hoffentlich fällt das bei der Münchner Sicherheitskonferenz niemandem auf. Mit all unseren funktionierenden Waffen schießen wir gerade im Schnee auf Lochscheiben. Der geneigte Fußballfan fühlt sich dabei wenigstens an Torwandschießen erinnert. Und wenn dann der Edelfan mit der großen Nase (nein, ausnahmsweise mal nicht Snoop Dogg) Zlatan Ibrahimovic ins Bild kommt, um über schwedische Curling-Erfolge zu jubeln, ist sogar für die Freunde des runden Leders etwas dabei. Auch wir haben in diesem Winter inzwischen eine gute Routine (Samstag 10:30) entwickelt, wenn es darum geht Löcher in den Schnee zu Schießen, uns bei der Schußfahrt Richtung Tor sauber in die Kurve zu legen und nach der Torerzielung mit einem doppelten Axel im Strafraum abzurollen. Wie auf einer Curlingbahn sehen wir, wo wir in der Woche zuvor schon zu heftig über die Bahn gewischt haben und wo noch Shorttrack möglich ist. Nur Skibergsteigen ist bei uns noch nicht möglich. Ich schau’s mir natürlich trotzdem an, wenn mir Zlatan, Snoop Dogg oder wenigstens Knut Elstermann das gut verkauft.