31. Mai 2014 – Das blaue Handtuch

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Das Kopfgrätsche-Fundbüro bekommt schon wieder Zuwachs. Darin findet man so einiges Liegengelassenes. Zum Beispiel: Großchancen, Talent und grün/gelbe Mützen.

Fußball_91_April_20140531_FundbüroHeute neu dazugekommen: Ein geworfenes Handtuch in blau. Abzuholen im Kopfgrätsche-Fundbüro (Öffnungszeiten Dienstags 17:55 bis 18:00 Uhr und Sonnabends 10:30 bis 10:35 Uhr).

 

Laufen und laufen lassen

So eine WM-Vorbereitung muss ja die reinste Klassenfahrt sein. Nur, dass bei besonders talentierten Klassen die Sause gern mal von Daxkonzernen gesponsert wird. Dafür muss man nur zwischen zwei Trainingseinheiten Alarm für Cobra 11 nachspielen und lernt Skills fürs Leben, die man garantiert in jedem Land dieser Welt gebrauchen kann. Brasilien liebt nicht erst seit Senna gute Rennfahrer, womit Jogis Jungs der Titel Weltmeister der Herzen grundsätzlich kaum noch zu nehmen ist. Am Herrentag dürft ihr euch ausnahmsweise wie WM-Teilnehmer benehmen, inklusive Wildpinkeln. Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 sind allerdings wieder Gentlemenspieler erwünscht. Immerhin sind wir doch Vorbilder – für wen auch immer. Besonders gut austrainiert sind wir natürlich nicht, aber dafür sparen wir uns die Tebarz-von-Elst-Gedächtnis-Herberge und die Abramowitsch-Yacht im Pool, die von echten Indios durch den Urwald geschleppt wurde. Gegen den Lagerkoller schläft sogar jeder in seinem eigenen Bett ohne unangekündigten Damenbesuch nach dem Zapfenstreich. Damit bleiben uns auch dieses Jahr nur die Sticker aus dem Generator und eine strenge Hanuta-Diät. Mifft!

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Das Lineare muss ins Runde

Huch! Jetzt haben wir doch glatt vergessen unsere Plakate aufzukleben. An allen Laternenpfählen kleben jetzt schon andere Gesichter, die oft die falschen Prioritäten setzen. Statt „Raus aus dem Abseits!“ „Raus aus dem Euro!“.  Statt gegen „Urlaubääär“ wettern sie gegen „Sozialtouristen“. Und immer wieder ist Überregulierung das Thema. Das kann man doch nur fordern, wenn man gegen die Torlinientechnik ist. Kopfgrätsche hat sich diesbezüglich schon vor Jahren eindeutig positioniert. Schon bevor es überhaupt Mode geworden ist, von jedem Tor ein interaktives 3D-Rendering zu machen, haben wir den Stolperdraht zwischen den Pfosten im Programm. Des Weiteren fordern wir einen Chip in dem Fuß des Verteidigers, der für das Herausschlagen des Balles zuständig ist. Ergänzt durch eine unauffällige Frisur, die nicht dauern die Entscheidungsträger ablenkt. Nur so werden die Schiedsrichter davor geschützt, Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 auch noch arbeiten zu müssen. Aber ohne Plakate, Kugelschreiber und Luftballons muss eben dieser Aufruf ausreichen, um euch zu den Kundgebungen auf den Platz zu locken. Es ist die Pflicht eines jeden anständigen Bürgers, der einigermaßen Kicken und „Tor“ rufen kann, uns seine Stimme und am besten auch den Rest seines Körpers zu geben. Und denkt dran: Hingehen reicht nicht, man muss auch manchmal rennen.

Zwei gekreuzte Sorten und ein großes DIA

Mit Zeichen muss man vorsichtig umgehen. Viele sehen darin ein Omen, andere schlecht ausgeglichene Typo in Comic Sans. Und wieder andere versteckte Werbung für eine Brausemarke. Und wenn man damit andere Botschaften „neutralisiert“, gibt’s auf die Hörner. Darum werden die Zeichen ab und zu minimal angepasst. Wichtig ist ja nur, dass man von der Steiermark bis zum Lerchenberg erkennt, dass die heilige Dreifaltigkeit des Fußballbloggens gleichberechtigt wichtige Denkanstöße gibt, damit sich die Füße Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 wieder bewegen. Dazu nutzt das Perpetuum mobile alle zur Verfügung stehenden Braintools in Form von Wort, Bild und Ton und kaschiert seine technischen Mängel in den Extremitäten. Das Fußballerische Niveau des diesjährigen DIA-Turniers kann somit auch wieder von der B-Note ausgeglichen werden. Rasen, Tartan, Asche oder Blech – die Frage der Bodenprägung ist zweitrangig. Notiert euch deshalb schon heute die Mindesthaltbarkeitsdaten:

Freche Früchte spielen um die goldene Ananas.
Am 12.7.14, 17:00, Festwiese Haus 7A.
Frutas insolentes brincar o abacaxi de ouro.
Em 7/12/14, 17:00, Festwiese Casa 7A.

Eventuelle Ähnlichkeiten mit Genussmitteln, die die Schutzatmosphäre verletzen sind rein zufällig und als Serviervorschlag zu sehen. Wohl bekommt’s.

 

Das „D“ ist stumm

Stille in Deutschland. Aber nur kurz. Nachdem die Namen der Nominierten verklungen sind, geht das Geschwatze wieder los. Dabei sind die meisten Namen ein Schallen und Rauschen im Ohr, vor allem wenn Uns Jogi sie ausspricht, der sich dafür rächt, dass ihn niemand mehr Joachim nennt. Da werden schon einmal schluffig die Namen verhunzt, die Berater und Marketingexperten mühsam als Marke aufgebaut haben. Und dafür muss man noch nicht einmal Mickeynochwas heißen. Trotzdem wollen alle mit. Der polyvalente Kevin Großkreutz (wie Kopfgrätsche mit extrascharfem „G“) wäre sogar als 3. Torwart mitgefahren. Unter der Woche trainierte er schon seine Abwürfe mit Lebensmitteln. Es muss nicht immer der teure WM-Ball sein. Alle, die durch Jogis Scoutingraster, das immerhin von Freiburg bis Hoffenheim reicht, gefallen sind, trainieren ihre Polyvalenz Samstag 10:30, Dienstag 18:00 oder müssen zu diesem Testländerspiel gegen Polen. Da wird auf jeden Fall die Zunge tüchtig gestählt, denn in Brasilien warten wieder einige Unaussprechliche. Andrööösen ist zum Glück nicht qualifiziert. Den Rest bitte mit diesem logopädischen Merkblatt üben, üben, üben. Besonders Neymar. Listen and repeat.

Nur die Wurst hat zwei

Uns Uwe macht sich Sorgen. Was, wenn das Gefahrengebiet demnächst auf René Adlers Strafraum ausgeweitet wird? Was, wenn nach dem letzten Strohhalmspiel nicht genug Grillwürste in Hamburg vorrätig sind? Was, wenn das traditionelle Hamburger Grillwetter (8 Grad Regen) nicht mitspielt? Während alle anderen schief und laut im von Pep beruhigten Ruheforst pfeifen, macht sich Uwe Sorgen. Auf der Digitaluhr, die Uns Uwe eigenhändig aus einem DeLorean ausgebaut hat, flackern seit Wochen alternative Spieltermine auf. Aber wer will schon Montag Abend spielen? Sogar die Kopfgrätsche, die sich nur eine halbe Raute leistet, hat mit Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 weitaus attraktivere Spielzeiten abbekommen. Ohne Flutlicht aber dafür mit Regenbögen und Sonnenbrandgefahr. Die Sublocker mit Schutzfaktor Drölfzig sind nicht nur die erste Wahl bei allen, die sich gut genug für Brasilien und Katar wähnen. Er soll sogar Meteoritenschauer abblocken. Der Dino der Liga hat bereits fast alle Vorräte aufgekauft. Also immer schön eincremen, sonst sehen wir bald aus wie die HoWe-Wurstwaren auf dem nächsten Sorrydasswirsverkacktham-Grillfest.

Der Jubel rollt

Und? Seid ihr auch schon aufgeregt? Wenn ja, kann man das gut verstehen. Die Kopfgrätsche wird schließlich am Samstag 2 Jahre alt. Der regelmäßige Fußball am Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 ist natürlich schon viiiiel älter. Nach den Ausgrabungen in meiner Wäschetruhe gehen die Anfänge auf ein erstes aufrechtes Gestolper an einem Ort namens Fliederstadion zurück. Die Experten vermuten die feinen Spuren aus der Lederzeit irgendwo in einem Dschungel aus viel Ackerschachtelhalm und etwas Flieder zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn. Die ersten Jahresringe, die der Ball durch die regelmäßigen Abdrücke in meinem Gesicht hinterlässt, müssen wir demnach im letzten Millenium suchen. Aber seit zwei Jahren hat dieser Ritus endlich einen wissenschaftlichen Namen. Passend dazu ist die Website auch seit gestern fast wieder gesund. Der großen Sause am Samstag steht also nichts im Weg – außer eventuell andere gesellschaftliche Verpflichtungen, die gegen Vorlage dieses Textes abgesagt werden dürfen. Statt Topfschlagen und Schokoladewettessen wartet ein launiges Ballspiel. Nonstop-Laola während der Sekt-Trinkpause und ein exklusives Jubiläumsfoto. Wenn im Blumenbouquet  der Flieder angewachsen ist, können wir endlich das Sgt. Pepper-Cover nachstellen.

23. April 2014 Dritte Halbzeit – Champions League Halbfinale Hinspiel

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Fußball_91_April_20140423Und wieder eine dritte Halbzeit: Am Mittwochabend gab es das Hinspiel im Champions League-Halbfinale zwischen Real Madrid gegen den FC Bayern München. Allerdings war das Spiel noch ein bisschen ernüchternd. Vielleicht sehen die Wohnzimmer-Fans beim entscheidenden Rückspiel euphorischer aus.

Fallrückzieherrückfall

Entgegen anders lautender Gerüchte, laufe ich immer noch schneller als meine Nase. Oder wie Mark Twain sagen würde: „Die Gerüchte über mein Ableben sind reichlich übertrieben.“ Aber wer kurz vor Ostern eine Männergrippe durchleiden muss, weiß, dass in den letzten 2000 Jahren kaum jemand so schlimm dran war. Vielleicht noch dieser Eine da am Holzkreuz. Der hatte ja nicht mal eine Hand frei, um das Taschentuch herauszuholen. Gilt es eigentlich als Foulspiel, wenn man seinem Gegenspieler in die Hacken hustet? Und mit wie viel Stundenkilometern muss ich laufen, um den Rückstoß durchs Niesen auszugleichen? Egal, genug rumgejammert. Die Karwoche muss genutzt werden, um rechtzeitig die Form wiederzufinden. Meistens liegt die lieblos versteckt hinter einem Baum. Samstag 10:30 startet der erste Suchtrupp. Und auch Dienstag 18:00 krabbeln wir solange es hell ist unter die Sträucher, um den Ball zurück ins Spiel zu bringen. Ehe der Hahn kräht, werde ich mein drittes Comeback starten. Auch der Holzkreuztyp ist irgendwann wiedergekommen. Hoffentlich mit einem coolen Zitat von Mark Twain. Oder Olli Kahn (-> siehe auch: Eier).

Fahrrad (Ich bin ein Kopfgrätscher)

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Fußball_91_April_20140421_Sebastian-KopfgrätscherPraktisch so ein Fahrrad. Damit kommt man immer fix zum Fußballplatz. – Man kommt damit aber auch in der Welt herum. Und so auch der kopfgrätsche.de-Aufkleber!
Wer sich auch noch per Aufkleber als Kopfgrätscher bekennen möchte, bekommt sie u.A. hier oder direkt Dienstags 18 Uhr und Sonnabends 10.30 Uhr auf dem Fußballplatz.

Achso: Danke Sebastian.