
Archiv für den Monat: Februar 2021
Jogger Bonito
Bitte laufen Sie weiter. Hier gibt es nix zu sehen. Und dort, wo es was zu sehen gibt, da wird zu wenig gelaufen. Warum sonst, sollte man den Joggern an der Alster eine Maske vorschreiben? Da wurde doch eindeutig zu viel Pause gemacht oder in lockeren Dehngrüppchen das Smartphone mit den Ergebnissen aus der Lauf-App rumgereicht. Merke: spätestens, wenn der Erste mit einem ToGo(!)-Becher in der Laufgruppe auftaucht und einen die Rollatoren aus dem Weg klingeln, ist die Minimalspeed definitiv unterschritten. Die Schnellen und die Langsamen kommen sich also wieder näher und dass das in Hamburg passiert, kann man mit Blick auf die Zweitligatabelle nur logisch nennen. Während der HSV anfängt, sich trotz eines komfortablen Vorsprungs nach dem Lieblingsderby-Partner umzuschauen, bekommt St. Pauli plötzlich die zweite Frühlingsluft, um sie dem HSV in den Nacken zu atmen. Dabei waren die Rothosen doch schon auf sicherem Überrundungskurs. Aber mit den süßen Erinnerungen aus den vergangenen Derbys haben sich beide wieder angenähert. Rechtzeitig, um am Montag gemeinsam um die Alster zu joggen. Klar, dass die Stadt darauf reagieren musste. Nur so sind auch in der nächsten Saison alle Schwarzweißblauen und Braunweißen wieder dabei beim schnoddrigem Prederby-Gefrotzel. Dass man dabei nicht ins Laufen kommt: geschenkt. Moment, läuft der Grünweiße da vorne etwa rückwärts, damit wir ihn einholen können?
Fußballtennis Borussia vs. AFC Sunnyland
Dem Ochs ins Horn gepetzt
Der Schnee ist plötzlich weg, obwohl Marcel Schmelzer schon lange nicht mehr auf dem Platz stand. Über diesen alten Arnd-Zeigler-Gag konnte Kloppo damals herzhaft lachen, als er noch den BVB bei Pokalspielen auf vereisten Amateurplätzen coachte. Diese Woche wäre er fast nach Deutschland zurückgekehrt. Am Ende ist er wohl nur drübergeflogen. Als Arbeitnehmer in England darf er aktuell nicht einmal die Kernfamilie in Deutschland begraben. Fußball in Ungarn hingegen geht. Aber sogar über Fuschl am See wäre Kloppo nicht wie viele Sachsen damals ’89 in die Bundesrepublik reingekommen. Aki Watzke tröstet sich derweil damit, dass nächste Saison immerhin ein Ex-Spieler von Klopp den BVB trainieren wird. Kloppo und Arnd hätten viel Spaß gehabt, wäre es Andrööösen geworden. Marco Röööse äh Rose darf aber als gebürtiger Leipziger bestimmt auch jederzeit in den Freistaat einreisen. Und in Fuschl hat er vielleicht auch noch einen Schlüssel, den er 2019 vergessen hat abzugeben. Wenn man sich seine Pöbelstatistik anguckt, kann man sich durchaus vorstellen, dass er in 10 Jahren das Snickersgesicht ist. Nur Marcel Schmelzer wird er bei Eis und Schnee nicht mehr aufstellen. Der beendet am 34. Spieltag zusammen mit Lukasz Piszczek und Sven Bender seine Bundesliga-Karriere beim Spiel Dortmund gegen Leverkusen. Es wäre zu wünschen, dass Jürgen Klopp dafür als Zuschauer ins Stadion darf.
Fußballtennis Borussia vs. FK Krassnowda

Linke Kleber
Das Panini-Album atmet auf. Endlich können sie bald wieder ganz legal die neusten Frisurentrends mit Fußballstars dran auf Aufkleber drucken. Das Leben im Zwielicht ist für die Kicker somit vorbei. Jedenfalls für die zwei, die ihr Einkommen vernünftig versteuern. Besonders gefragt sein werden natürlich die Coiffeure, die neben der Scheren auch noch die Nadel bedienen können. Karlheinz Rummenigge würde sich zwar wünschen, dass Vakzin die Nadel verlässt, aber am Ende wird es oft nur bunte Tinte sein. Die Würde eines Fußballers misst sich eben auch daran, dass er nicht mit den gleichen Tattoos aus der alten Fifa-Version gespielt werden muss. Als exklusive Neuheit in den Tütchen wartet Sticker-Material für eine Doppelseite, auf der Kalle Rummenigge die neusten Maskentragetrends präsentiert. Diesen Motive auf Glitzerpapier haben schließlich schon als Memes eine große Fanschar überzeugt. In den bisherigen Panini-Alben standen bisher vor allem die Haarmoden der letzten Jahrzehnte im Fokus. Von Günter Netzer über Maik Werner bis zu Marco Reus – jede Zeit hat ihre Rolemodels. Und in Vorfreude auf den März kann man die alten Alben durchblättern und schon einmal ein paar Favoriten einkreisen. Und wenn dann irgendwann endlich die Fußpfleger wieder aufmachen, passen wir auch bald in unsere Fußballschuhe.
Fußballtennis Borussia vs. Ipswich Tau’n
V is for Victory
Дружба! Jetzt sollte sich doch endlich einmal auszahlen, dass wir jahrelang russisches Vokabular auf unserem roten Platz geübt haben. Gut, Kuranyi war zwar der leicht spöttische Tarnname, mit dem Doppelagenten getauft wurden, die sehr flexibel zwischen den Teams wechselten. Aber jetzt wo bald der Stoff kommt, der uns allesamt wieder in die Stadien und Sportanlagen spült, sollten wir unseren Rettern zeigen, dass wir nicht nur systemrelevant sondern auch systemflexibel sind. Lassen wir also die Champions-League-Hymne und Hansa Forever mal kurz stecken, hier sind die wichtigen Textblätter für die Kurve. Die Melodie sollte noch sehr präsent sein und sorry für den Ohrwurm für den Rest des Wochenendes:
Ladies and Gentlemen, this is Sputnik Number V.
A little bit of Spartak in my life
A little bit of Dynamo by my side
A little bit of Rotor is all I need
A little bit of Loko is what I see
A little bit of Alanija in the sun
A little bit of Zenit all night long
A little bit of ZSKA, here I am
A little bit of you makes me your man


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