Aux armes, chanteurs!

„Zu den Waffen, Bürger! Formt eure Truppen! Marschieren wir, marschieren wir! Unreines Blut tränke unsere Furchen!“ Da ist man doch glatt in der Stimmung eine brennende Barrikade zu errichten. Oder in eine Eistonne zu treten. Hierzulande braucht man dafür schon freche Fragen von öffentlich-rechtlichen Reportern nach 120 Minuten Rennerei. Das können wir natürlich Samstag 10:30 und Mittwoch (!) 18:00 mit unseren Mitteln auch simulieren. Aber wer weiß schon, ob es nachher wirklich über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Hilft es, die Nationalhymne noch bis zur Halbzeitpause weiterzusingen? Muss man sich dabei anfassen? Verbraucht das Textgedächtnis nicht wichtigen Speicherplatz? Die Spanier haben keinen Text und sind schon zu Hause. In den letzten Jahren hat sie das beim Gewinnen aber nicht gestört. Blendet man bei den Hymnen die dazugehörigen Videotexttafeln ein, wird’s schnell martialisch und blutig. Da müsste man schon Kevin Großkreutz aufstellen. Der weiß wenigstens, wie man eine Halbzeit lang cool bleibt. Oder man macht aus solch einer Kriegshymne mal ein Liebeslied. Ich sehe es schon vor mir: das Intro der Marseillaise, gefolgt von „Love Love Love“ und dann kommt Kai Pflaume. Magique!

„Wollt ihr ein erfolgreiches DIA-Turnier? Oder wollt ihr wieder ausscheiden?“

Einladung zum DIA-Turnier 2014, zum vorgezogenen Spiel um Platz 3.
Folgende Früchte spielen um die Goldene Ananas:

Die Goldenen Zitronen
Die Blauen Pflaumen
Die Roten Granatäpfel
Die Grüne Gurkentruppe

Ich versteh die ganze Fragerei nicht, wir sind weit gekommen, wir sind supperhappy. Wir spielen wie immer 4+1, 4 gesetzte Mannschaften, 2 optionale. Voranmeldungen erwünscht, Teamchefs mit fertigen Teams müssen sich bis Montag den 7.7. bei mir melden und jetzt legen wir uns nochmal für 3 Tage in die Eistonne.

Grüsse,
Euer Per Mertesacker

Entschuldigen Sie, ist das der Sondermüll vom Campo?

Die Luft aufgepumpt? Die Bremsen gecheckt? Die Leuchtmittel poliert? Dann seid ihr bereit für die „Goldene1“. Oder einen Fahrradkorso. Die sportlichen Ziele wurden zwar gerade erreicht, indem ein Klima-Schurkenstaat mit der Spartaste weggespült wurde. Aber solange es in Brasilien immer noch regnet, in Russland immer noch Winter ist und in Katar immer noch kein Rucola wächst, werdet ihr feststellen, dass man italienische Verteidiger nicht essen kann. Und obwohl der Fußball laut CO2-Bilanz gesperrt gehört, ist bei diesen Wetterextremen eine Klimaanlage eigentlich ein Muss. Die krieg ich aber nicht an meinen Fahrradlenker. Aber wer gleichbleibende klimatische Bedingungen möchte, macht den nächsten Autokorso am besten mit geschlossenen Fenstern und hupt nur noch in der Garage. Alle, die lieber klingeln, führt der nächste Fahrradkorso Samstag 10:30 zum Platz. Dort wird durch natürliche Laufbereitschaft brandgerodet und rückstandslos abgebaute Kondition präsentiert. Die Altstoffe werden wie immer getrennt, indem die eine Hälfte mit selbstleuchtenden Leibchen gekennzeichnet wird. Eine Blitzumfrage hat zudem ergeben, dass wir Dienstag 18:00 Argentinien und Schweiz trotz der Vielzahl furzender Rinder die Bühne überlassen. Wir geben dafür Mittwoch 18:00 wieder Gas.

PS: Brazilcafé – Montag 22:00

Glückstreffer versenkt

Liebe Freunde des Café King. Ist es nicht toll, dass Tippen nach Meckern und Falschparker aufschreiben endlich Volkssport geworden ist? Endlich wird in allen Betrieben der Republik ein für allemal geklärt, wer hier Ahnung hat. Endlich kommt das Zocken aus der Schmuddelecke, in die es unverschuldet durch kleinere Anpassungen bei unwichtigen Trainingsspielen geraten ist. Die sogenannten Experten sind mit einmal so klein mit Schwarz-rot-gold-Perücke, nur weil sie wirklich dachten, dass eine Basketballnation wie Spanien wirklich den Hauch einer Chance im Fußball hätte. Diese Leute nerven das ganze Jahr über mit ihrem nutzlosen Wissen über die dritte thailändische Liga und bremsen wissenschaftliche Methoden wie Auspendeln und Tarot aus. Jetzt ist die Zeit von knuffigen Tieren, die so lange ihre Leibspeise fressen müssen bis sie das Deutschland-Leckerli wählen oder auf die Fahne kotzen. Die Mücke, die mich grad in den Arm mit dem Tattoo der Heimmannschaft gestochen hat, liefert mir die nötigen Hintergrundinformationen über die Spiele Samstag 10:30 und Dienstag 18:00. Ich leg mich fest: 15 Mitspieler, 23 Tore und 1 Gesichtstreffer. Es sollte mich arg wundern, wenn mich das Glück diesmal verfehlt.

Always one Sepp ahead

Jetzt geht’s lohos. Der flotte Beginn des größten Turniers des Erdenrunds hat vergessen lassen, dass wir einem Novum nicht beiwohnen durften. Der Präsident der Präsidenten durfte den jungen Menschen keine warmen Worte mit auf den Weg geben bzw. er wollte es nicht. Kopfgrätsche wurde ein Päckchen Karteikarten zugespielt, das vermuten lässt warum. Whistleblow Anfang: „Völker des Universums schaut auf diesen Planeten. Hier gibt es tatsächlich noch Stümper, die zweimal in der Woche (Samstag 10:30 + Dienstag 18:00) sich selbst die Pike schmutzig machen. Die sich in Felle statt offizielles Merchandise kleiden. Die sich selbst aus dem Hahn gezapfte Getränke mitbringen. Die auf Plätzen ohne direkten Anschluss an Flughafen und lizensierte Fanmeile spielen. Sie verschmähen sogar das offizielle Sprühlinienspray in der Gemacksrichtung Käsefondue. Mit diesen ewig Gestrigen wird eine WM immer ein globales Turnier bleiben. Wir bleiben an diesem unprofitablen Gesteinsbrocken kleben, der zu allem Unglück auch noch zu 71% von Wasser bedeckt ist. Darüber denkt bitte jeder noch mal in Ruhe nach, bevor er mit dem Bogen auf mich zielt. Hiermit erkläre ich diese WM für eröffnet. Narrhallamarsch!“    Whistleblow Ende. Ach nee, war ein Elfmeterpfiff… oh…

Kurzärmliche Verhältnisse

Herzlich Willkommen zum großen Kopfgrätsche-Trikottausch! Ist die Trikotage, die ihr normalerweise Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 tragt, ausgeblichen, ausgeleiert oder durchgeschwitzt? Könnt ihr euch nicht für das neue pinkfarbene Real Madrid-Jersey erwärmen? Habt ihr Angst vor dem Freddy-Krüger-Gedächtnistrikot der DFB-Elf? Tauscht jetzt eure Oberbekleidung gegen ein Stöffchen aus dem Kopfgrätsche-Shop. Der allerletzte Schrei in den Sorbetfarben der Saison. Auf Wunsch mit eurer Lieblingsprimzahl als Rückennummer. In allen Größen von Arjen Robben bis Tim Wiese. Zwar ohne jeden wirtschaftlichen Vorteil für uns, aber dressed for success. Und falls jemand von der DFL fragt, was dieses „de“ bedeutet, sagt ihr bitte: dynamischer Ertüchtigungssport. Dafür sollte man in der Spreadshirt-Stadt Leipzig viel Verständnis haben. Bei der Farbwahl seid ihr natürlich völlig frei. Die Teams werden der Einfachheit halber anhand der Quersumme der Trikotnummern gebildet. Und wenn dann alle in allen Regenbogenfarben ausgerüstet sind, können wir uns den wirklich wichtigen Dingen widmen: Fähnchen und Außenspiegelüberzieher fürs Auto.
Zum Kopfgrätsche-Trikottausch-Shop >

 

Laufen und laufen lassen

So eine WM-Vorbereitung muss ja die reinste Klassenfahrt sein. Nur, dass bei besonders talentierten Klassen die Sause gern mal von Daxkonzernen gesponsert wird. Dafür muss man nur zwischen zwei Trainingseinheiten Alarm für Cobra 11 nachspielen und lernt Skills fürs Leben, die man garantiert in jedem Land dieser Welt gebrauchen kann. Brasilien liebt nicht erst seit Senna gute Rennfahrer, womit Jogis Jungs der Titel Weltmeister der Herzen grundsätzlich kaum noch zu nehmen ist. Am Herrentag dürft ihr euch ausnahmsweise wie WM-Teilnehmer benehmen, inklusive Wildpinkeln. Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 sind allerdings wieder Gentlemenspieler erwünscht. Immerhin sind wir doch Vorbilder – für wen auch immer. Besonders gut austrainiert sind wir natürlich nicht, aber dafür sparen wir uns die Tebarz-von-Elst-Gedächtnis-Herberge und die Abramowitsch-Yacht im Pool, die von echten Indios durch den Urwald geschleppt wurde. Gegen den Lagerkoller schläft sogar jeder in seinem eigenen Bett ohne unangekündigten Damenbesuch nach dem Zapfenstreich. Damit bleiben uns auch dieses Jahr nur die Sticker aus dem Generator und eine strenge Hanuta-Diät. Mifft!

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Das Lineare muss ins Runde

Huch! Jetzt haben wir doch glatt vergessen unsere Plakate aufzukleben. An allen Laternenpfählen kleben jetzt schon andere Gesichter, die oft die falschen Prioritäten setzen. Statt „Raus aus dem Abseits!“ „Raus aus dem Euro!“.  Statt gegen „Urlaubääär“ wettern sie gegen „Sozialtouristen“. Und immer wieder ist Überregulierung das Thema. Das kann man doch nur fordern, wenn man gegen die Torlinientechnik ist. Kopfgrätsche hat sich diesbezüglich schon vor Jahren eindeutig positioniert. Schon bevor es überhaupt Mode geworden ist, von jedem Tor ein interaktives 3D-Rendering zu machen, haben wir den Stolperdraht zwischen den Pfosten im Programm. Des Weiteren fordern wir einen Chip in dem Fuß des Verteidigers, der für das Herausschlagen des Balles zuständig ist. Ergänzt durch eine unauffällige Frisur, die nicht dauern die Entscheidungsträger ablenkt. Nur so werden die Schiedsrichter davor geschützt, Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 auch noch arbeiten zu müssen. Aber ohne Plakate, Kugelschreiber und Luftballons muss eben dieser Aufruf ausreichen, um euch zu den Kundgebungen auf den Platz zu locken. Es ist die Pflicht eines jeden anständigen Bürgers, der einigermaßen Kicken und „Tor“ rufen kann, uns seine Stimme und am besten auch den Rest seines Körpers zu geben. Und denkt dran: Hingehen reicht nicht, man muss auch manchmal rennen.

Zwei gekreuzte Sorten und ein großes DIA

Mit Zeichen muss man vorsichtig umgehen. Viele sehen darin ein Omen, andere schlecht ausgeglichene Typo in Comic Sans. Und wieder andere versteckte Werbung für eine Brausemarke. Und wenn man damit andere Botschaften „neutralisiert“, gibt’s auf die Hörner. Darum werden die Zeichen ab und zu minimal angepasst. Wichtig ist ja nur, dass man von der Steiermark bis zum Lerchenberg erkennt, dass die heilige Dreifaltigkeit des Fußballbloggens gleichberechtigt wichtige Denkanstöße gibt, damit sich die Füße Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 wieder bewegen. Dazu nutzt das Perpetuum mobile alle zur Verfügung stehenden Braintools in Form von Wort, Bild und Ton und kaschiert seine technischen Mängel in den Extremitäten. Das Fußballerische Niveau des diesjährigen DIA-Turniers kann somit auch wieder von der B-Note ausgeglichen werden. Rasen, Tartan, Asche oder Blech – die Frage der Bodenprägung ist zweitrangig. Notiert euch deshalb schon heute die Mindesthaltbarkeitsdaten:

Freche Früchte spielen um die goldene Ananas.
Am 12.7.14, 17:00, Festwiese Haus 7A.
Frutas insolentes brincar o abacaxi de ouro.
Em 7/12/14, 17:00, Festwiese Casa 7A.

Eventuelle Ähnlichkeiten mit Genussmitteln, die die Schutzatmosphäre verletzen sind rein zufällig und als Serviervorschlag zu sehen. Wohl bekommt’s.

 

Das „D“ ist stumm

Stille in Deutschland. Aber nur kurz. Nachdem die Namen der Nominierten verklungen sind, geht das Geschwatze wieder los. Dabei sind die meisten Namen ein Schallen und Rauschen im Ohr, vor allem wenn Uns Jogi sie ausspricht, der sich dafür rächt, dass ihn niemand mehr Joachim nennt. Da werden schon einmal schluffig die Namen verhunzt, die Berater und Marketingexperten mühsam als Marke aufgebaut haben. Und dafür muss man noch nicht einmal Mickeynochwas heißen. Trotzdem wollen alle mit. Der polyvalente Kevin Großkreutz (wie Kopfgrätsche mit extrascharfem „G“) wäre sogar als 3. Torwart mitgefahren. Unter der Woche trainierte er schon seine Abwürfe mit Lebensmitteln. Es muss nicht immer der teure WM-Ball sein. Alle, die durch Jogis Scoutingraster, das immerhin von Freiburg bis Hoffenheim reicht, gefallen sind, trainieren ihre Polyvalenz Samstag 10:30, Dienstag 18:00 oder müssen zu diesem Testländerspiel gegen Polen. Da wird auf jeden Fall die Zunge tüchtig gestählt, denn in Brasilien warten wieder einige Unaussprechliche. Andrööösen ist zum Glück nicht qualifiziert. Den Rest bitte mit diesem logopädischen Merkblatt üben, üben, üben. Besonders Neymar. Listen and repeat.

Nur die Wurst hat zwei

Uns Uwe macht sich Sorgen. Was, wenn das Gefahrengebiet demnächst auf René Adlers Strafraum ausgeweitet wird? Was, wenn nach dem letzten Strohhalmspiel nicht genug Grillwürste in Hamburg vorrätig sind? Was, wenn das traditionelle Hamburger Grillwetter (8 Grad Regen) nicht mitspielt? Während alle anderen schief und laut im von Pep beruhigten Ruheforst pfeifen, macht sich Uwe Sorgen. Auf der Digitaluhr, die Uns Uwe eigenhändig aus einem DeLorean ausgebaut hat, flackern seit Wochen alternative Spieltermine auf. Aber wer will schon Montag Abend spielen? Sogar die Kopfgrätsche, die sich nur eine halbe Raute leistet, hat mit Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 weitaus attraktivere Spielzeiten abbekommen. Ohne Flutlicht aber dafür mit Regenbögen und Sonnenbrandgefahr. Die Sublocker mit Schutzfaktor Drölfzig sind nicht nur die erste Wahl bei allen, die sich gut genug für Brasilien und Katar wähnen. Er soll sogar Meteoritenschauer abblocken. Der Dino der Liga hat bereits fast alle Vorräte aufgekauft. Also immer schön eincremen, sonst sehen wir bald aus wie die HoWe-Wurstwaren auf dem nächsten Sorrydasswirsverkacktham-Grillfest.

Der Jubel rollt

Und? Seid ihr auch schon aufgeregt? Wenn ja, kann man das gut verstehen. Die Kopfgrätsche wird schließlich am Samstag 2 Jahre alt. Der regelmäßige Fußball am Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 ist natürlich schon viiiiel älter. Nach den Ausgrabungen in meiner Wäschetruhe gehen die Anfänge auf ein erstes aufrechtes Gestolper an einem Ort namens Fliederstadion zurück. Die Experten vermuten die feinen Spuren aus der Lederzeit irgendwo in einem Dschungel aus viel Ackerschachtelhalm und etwas Flieder zwischen Bad Doberan und Kühlungsborn. Die ersten Jahresringe, die der Ball durch die regelmäßigen Abdrücke in meinem Gesicht hinterlässt, müssen wir demnach im letzten Millenium suchen. Aber seit zwei Jahren hat dieser Ritus endlich einen wissenschaftlichen Namen. Passend dazu ist die Website auch seit gestern fast wieder gesund. Der großen Sause am Samstag steht also nichts im Weg – außer eventuell andere gesellschaftliche Verpflichtungen, die gegen Vorlage dieses Textes abgesagt werden dürfen. Statt Topfschlagen und Schokoladewettessen wartet ein launiges Ballspiel. Nonstop-Laola während der Sekt-Trinkpause und ein exklusives Jubiläumsfoto. Wenn im Blumenbouquet  der Flieder angewachsen ist, können wir endlich das Sgt. Pepper-Cover nachstellen.

Hartgekocht und abgebrüht

Auch wenn Rugbyspieler widersprechen werden, diese Ei-Form ist doch komisch. Wer schon einmal gegen solch ein unrundes Ding trat, weiß wie unnatürlich diese Ovale rollen. Von dem Gezeter der Kinder ganz zu schweigen, wenn man sie mit einem gezielten Spannstoß über die Wiese treibt. Die Alternative ist von allen Seiten gleich. Das beruhigt und sorgt für eine gewisse Berechenbarkeit. Auch wenn diese Beschreibung auf die Spieler so gar nicht zutreffen will. Darum suchen wir uns die Tage ohne Tanzverbot, an denen sonst keine weiteren feiertagsrelevanten Ereignisse die Konzentration stört. Fußwaschung schadet sicher nie, aber Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 werden die Mauken eh wieder dreckig. Wir sind aber schon froh, wenn niemand Nägel in den Füßen hat. Schließlich brauchen wir viel frische Luft um die Nase und im Spielgerät. Das weiche Dotter suchen wir doch lieber woanders. Die letzten fußballrelevanten Worte zum Fest hat der Prophet Marcus. Passend zu seinem heutigen Albumrelease darf er den Tag ankündigen, der kommen wird: https://www.youtube.com/watch?v=t1xMKUY3g1E

Fallrückzieherrückfall

Entgegen anders lautender Gerüchte, laufe ich immer noch schneller als meine Nase. Oder wie Mark Twain sagen würde: „Die Gerüchte über mein Ableben sind reichlich übertrieben.“ Aber wer kurz vor Ostern eine Männergrippe durchleiden muss, weiß, dass in den letzten 2000 Jahren kaum jemand so schlimm dran war. Vielleicht noch dieser Eine da am Holzkreuz. Der hatte ja nicht mal eine Hand frei, um das Taschentuch herauszuholen. Gilt es eigentlich als Foulspiel, wenn man seinem Gegenspieler in die Hacken hustet? Und mit wie viel Stundenkilometern muss ich laufen, um den Rückstoß durchs Niesen auszugleichen? Egal, genug rumgejammert. Die Karwoche muss genutzt werden, um rechtzeitig die Form wiederzufinden. Meistens liegt die lieblos versteckt hinter einem Baum. Samstag 10:30 startet der erste Suchtrupp. Und auch Dienstag 18:00 krabbeln wir solange es hell ist unter die Sträucher, um den Ball zurück ins Spiel zu bringen. Ehe der Hahn kräht, werde ich mein drittes Comeback starten. Auch der Holzkreuztyp ist irgendwann wiedergekommen. Hoffentlich mit einem coolen Zitat von Mark Twain. Oder Olli Kahn (-> siehe auch: Eier).

Das Ding ist durch

Puh. Nach dem letzten Dienstag wissen wir wieder, dass wir keine Maschinen sind und dass es sich empfiehlt immer seine Krankenkassenkarte dabei zu haben. Gerade wenige Wochen vor der WM gibt es jeden Tag neue Krankengeschichten von Weltstars, die tatenlos das Turnier immer näher kommen sehen. Und so wie weiland Khedira den unersetzbaren Capitano ersetzte, läuft sich irgendwo jetzt der Ersatz für Khedira warm. Der Profifußball kennt keine Unersetzbaren. Zum Glück sind wir keine Profis. Jürgen Klopp bekommt zwar alle 3 Tage irgendwie 11 Spieler auf den Platz, aber dabei und danach bekommt sein Gesicht Züge zwischen Brick Top aus Snatch und Fitzcarraldo. Und meistens kann er sogar noch 3 mal wechseln – innerhalb der Aufstellung und innerhalb seines Gesichts. Talent, Spieleranzahl und Gesichtsausdrücke sind bei uns allerdings limitiert. Seit Dienstag ist die Stimmung natürlich nicht die beste, aber wir machen Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 weiter. Nicht weil die Sponsoren sonst sauer sind, sondern weil wir nicht ohne dieses runde Ding können. Und irgendwie müssen wir die Zeit ja sinnvoll rumkriegen, bis André wieder dabei sein kann. Gute Besserung.

Ausgerechnet Zeitrechnung

So, hier Uhrenvergleich. In der Epoche von Gleitzeit, nonlinearem Fernsehen und 24-Stunden-Kitas verliert das Zeiteisen immer mehr an Bedeutung. Fast alles gibt es on demand. Damit darüber nicht die zwei wichtigsten Termine der Woche vergessen werden, kommt hier wieder der Oldschool-Kalendereintrag für die persönliche Planung. Dafür zeige ich diese digitale Tafel hoch. Und nein, die 1 bedeutet nicht, dass jetzt der Torwart ausgewechselt wird. Unpassend zur Sommerzeit, die eine Stunde fordert, stellen wir den Starttermin für Dienstag eine Stunde zurück. Bereits 18:00 werden wir draußen Zeitzeugen der Helligkeitsverhältnisse unserer Zeitzone. Das hat den netten zeitlichen Nebeneffekt, dass man es ohne DeLorean rechtzeitig in die Sportsbar auf den Hocker schafft, dort eine Pepsi bestellt und seine Zeitgenossen mit exklusiven Erkenntnissen aus dem Almanach verblüfft. Bereits noch in der Winterzeit schwingt ihr euch am besten pünktlich Samstag 10:30 auf euer Hoverboard. Noch ein Tipp: falls euch die nötige Energie fehlt, könnt ihr darauf spekulieren, dass zeitgleich der Blitz in die Uhr im Marienkirchturm einschlägt. Dann bleibt diese nämlich stehen und ihr habt eine prima Ausrede. Aber besser du bist keine feige Sau, McFly.

Ja, ich Ball.

Ein Lieblingsspruch aus dem Notfallkit von Standesbeamten ist ja „jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“. Gucken wir uns diesen Anfang doch mal genauer an. Da beginnt gerade mal der Frühling und der Start der Unterderwochedraußenspielzeit am 1. April kündigt sich leise an und schon können wir an die aktuelle Ligasaison einen Haken machen. Also jedenfalls obenrum. Untenrum ist noch eine Menge los. Da stellen sich tatsächlich noch Frühlingsgefühle ein, wenn man endlich auf den Relegationsplatz klettert. Der Rest kann schon einmal im WM-Quartier probeliegen. Bezeichnenderweise will die Autokorrektur daraus „probelieben“ machen. Was immer das sein soll. Vermutlich kann man schon mal mit dem WM-Pokal kuscheln. Die Meisterschale ist ja auch etwas sperrig im Doppelbett und diese Nieten drücken im Rücken. Ein Gefühl, dass sonst mühsam der Ischias simulieren muss. Einen zauberhaften Anfang habe ich dennoch für euch übrig. Samstag 10:30 startet es mit einem schüchternen Aufwärmen und entwickelt sich dann in einen ungestümen Schlagabtausch. 50 Shades of Ballverlust in der FSK30-Version. Die Bundesliga hat inzwischen auch eingesehen, dass diese Saison nicht künstlich in die Länge gezogen werden muss und macht die nächste zur englischen Woche. Dem Beispiel können wir auch folgen. Ein sandiger Platz in der blauen Lagune ist Dienstag 19:00 reserviert.

Wer Revisionen hat, sollte zum Arzt gehen

Es folgt ein flammendes Plädoyer für den Fußball am Samstag Vormittag: Lasst die Spielwütigen 10:30 frei. Sie haben so viel Gutes für den Fußballstandort Tartanplatz getan. Diese Verdienste müssen doch ausreichen, dass sie sich auch morgen wieder bewähren dürfen als würde es kein Morgen geben. Auch wenn sie jahrelang nicht ihr Talent vollumfänglich erklärt haben. Es wurde meistens knapp verfehlt. Aber ohne die allwöchentlichen Versuche wäre es nie entdeckt worden. Drum appellieren wir an Ihre Suli… äh Solidarität. Mit etwas Sonnencreme gegen den hochroten Kopf verhindern wir zudem, dass die Beteiligten bei plötzlich ausbrechenden Frühlingswetter allzu stark an bundesweit bekannte Selbstanzeiger erinnern. Die meisten haben sich in den sozialen Netzwerken auch schon warm gelaufen. Haben wahlweise Fotomontagen von schwarzgelb tapezierten Besserungsanstalten, Rund-und-eckig-Scherze oder fingierte Transfermeldungen zu Millionenbeträgen gepostet. Das sollte ausreichen, um eine Kompetenzvermutung in Sachen Fußball für die nächsten dreieinhalb Spielzeiten zu untermauern. Ob und wo unter der nächsten Woche weitere Freigangtermine festgelegt werden können, entnehmen Sie bitte der sozialen Tagespresse oder dem Kicker.

Du hast das Selfie verwackelt, mein Michael…

So, dann rück mal schön alle zusammen. Christoph vielleicht eher nach hinten und Jan kann vielleicht noch das Kaugummi rausnehmen. Dann kann es auch schon losgehen. Jetzt muss ich nur noch das Markenlogo gut sichtbar ins Licht halten und fertig ist das Kopfgrätsche-Selfie. Twitter wird durchdrehen und Facebook sich vor Aufregung an WhatsApp verschlucken. Alleine dafür lohnt sich schon der Samstagskick 10:30. Nebenbei werden noch die begehrtesten Awards für eure Schauspielleistungen auf den bisherigen Fotos verliehen. Außer Konkurrenz in der Kategorie „Bester männlicher Bundestrainerdarsteller“ läuft auch dieses Jahr wieder der Bundesschal mit seiner gewagtem Interpretation aus Howard Wolowitz meets Rumpelstilzchen. Und auch die Kategorie „Bester Heulkrampf“ ist spätestens mit dem Prozessbeginn am Münchner Landgericht am nächsten Montag im Grunde schon entschieden. Aber sonst ist alles offen. Ihr könnt also befreit aufspielen. Und auch für den sandigen Markt gibt es högschtwahrscheinlich noch eine Zugabe. Dienstag 19:00 läuft die Spätvorstellung. Und nun sagt: Quattro Formaggiiii!