„Zu den Waffen, Bürger! Formt eure Truppen! Marschieren wir, marschieren wir! Unreines Blut tränke unsere Furchen!“ Da ist man doch glatt in der Stimmung eine brennende Barrikade zu errichten. Oder in eine Eistonne zu treten. Hierzulande braucht man dafür schon freche Fragen von öffentlich-rechtlichen Reportern nach 120 Minuten Rennerei. Das können wir natürlich Samstag 10:30 und Mittwoch (!) 18:00 mit unseren Mitteln auch simulieren. Aber wer weiß schon, ob es nachher wirklich über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Hilft es, die Nationalhymne noch bis zur Halbzeitpause weiterzusingen? Muss man sich dabei anfassen? Verbraucht das Textgedächtnis nicht wichtigen Speicherplatz? Die Spanier haben keinen Text und sind schon zu Hause. In den letzten Jahren hat sie das beim Gewinnen aber nicht gestört. Blendet man bei den Hymnen die dazugehörigen Videotexttafeln ein, wird’s schnell martialisch und blutig. Da müsste man schon Kevin Großkreutz aufstellen. Der weiß wenigstens, wie man eine Halbzeit lang cool bleibt. Oder man macht aus solch einer Kriegshymne mal ein Liebeslied. Ich sehe es schon vor mir: das Intro der Marseillaise, gefolgt von „Love Love Love“ und dann kommt Kai Pflaume. Magique!