Das Winterfest der Sturmtalente

Warum liegt hier eigentlich Schnee? Und warum streut niemand Stroh drüber? Ein Blick in den Fußballstiefel genügt, um zu erkennen, dass Sankt Nikolaus‘ frostiger Saisonteil angebrochen ist. Und auch wenn bis Samstag 10:30 kein Körnchen gefrorenes Wasser liegen bleibt, wird es langsam Zeit die Schneeketten zu entknoten und den Scheibenenteiser aufzutauen. Alle Mitarbeiter des NDR haben schon sämtliche Mikrophonpuschelvoräte aufgekauft, um die erste Sturmreihe zu begrüßen. Dabei taucht dieser Xaver gar nicht bei der Wahl zum Ballon D’Or auf. Scheint aber ein Riesentalent zu sein. Dennoch hat er wohl Schiss sich morgen unserem Talent zu stellen. Er macht sich rechtzeitig vom abgeernteten Acker, bevor wir unseren Sturmlauf starten. Uns stoppt eben kein meteorologisches Ereignis. Mal gucken, ob wir es in der nächsten Woche schaffen, uns noch mit reichlich Streusand beim Beachsoccer einzudecken. Am einfachsten lässt sich dieser in der langen Unterhose herausschmuggeln. Dann sollten wir aber rundum winterfest sein. Winterfester als Florian Silbereisen.

Tausche Nationalelf gegen Weihnachtself

Nun hat sich also auch die Nationalelf schon einmal das Jahr beendet. Zwar nur das Länderspieljahr, aber einige Spieler haben quasi schon runtergezählt und kommen erst nächstes Jahr wieder zur Arbeit. Sie verpassen nach der Biergartensaison, in der sie traditionell Sommerpause machen, auch noch die Saison am Glühweinstand. Irgendwo muss man sich ja für die Partie Samstag 10:30 aufwärmen. Der Markt öffnet zwar erst später, aber auch beim Spülen der klebrigen Gläser bekommt man Monsteroberarme. Mit denen pumpt sich der Ball garantiert viel leichter auf. Und wer weiß, vielleicht kommt ja dieses große rote Auto vorbei. Bevor wir allerdings „Holidays are coming“ anstimmen, sollten wir uns vergewissern, dass es nicht der Bayern-Bus ist. Dann gibt es statt kostenloser Werbegeschenke nur kostenloses Plündern und Brandschatzen. Weitere bekannte Melodien aus Mediathek und Fernsehen gibt es dann in der dritten Halbzeit beim Filmmusikquiz. Rechtzeitiges Erscheinen sichert zwar keine Plätze. Aber ein Uhrenvergleich ist nie verkehrt. Wer keine Uhr hat, borgt sich eine beim Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern.

Heulen mit dem Abwehrwolf

Autsch. Manch einer sehnt sich regelrecht nach der Winterpause. Bei dieser feuchten Witterung rutscht man schnell mal auf dem Rasen in Wembley aus und schon liegt man im Gips unterm Weihnachtsbaum. Da empfiehlt es sich auf die gut beleuchteten Tartanplätze auszuweichen, auf denen das Laub schnell zusammengeharkt ist. Oder die Indoorvariante, wo sogar schon gestreut wird. Nach dem ersten Nachtfrost findet sich bestimmt auch ein salziges Plätzchen. Wer also noch nicht zum Probetraining als neuer Abwehrchef beim BVB gegen den Tabellenführer vorspielen muss, sollte die Chance auf etwas led’rige Frischluft am Samstag 10:30 nutzen. Das stärkt die Abwehrkräfte, wohl mehr die des Körpers als des Kaders. Aber immerhin. Wer danach noch alle Bänder und Knochen beisammen hat, kann sich seelisch auf die große Aufgabe am Dienstag vorbereiten. Da steht die große Entscheidung zwischen Sandkasten und Champions League an. Hoffentlich entlässt die Sachsenklinik noch rechtzeitig ein paar Mitspieler, damit ich nicht als Einerkette ende. Will jemand darauf wetten? Außer Uli?

Springtime for Whistler

Schlechte Nachrichten: Edward kommt nicht. Hans-Christian war extra letzte Woche in Moskau, um zu checken, ob er am Samstag 10:30 mitkickt. Er hätte ihn am liebsten gleich mitgenommen. Aber Edward ist das Wetter wahrscheinlich zu wechselhaft. Immerhin verspricht die Vorhersage für Moskau demnächst konstantes Wintersportwetter. Die Geheimnisse dieser rätselhaften Sportart Fußball müssen wir demzufolge selbst herausfinden. Völlig unklar ist, wohin dieses runde Ding als nächstes rollt. Aber das macht wahrscheinlich auch den Reiz dieser Sportart aus. Warum sonst sitzen anschließend jeden Sonntag Mittag erwachsene Männer bei einer Weizenkaltschale in einem Flughafenfoyer und versuchen das Unerklärliche in Phrasenschweine umzumünzen. Egal, das kann einem Samstag noch egal sein. Am Dienstag können wir das in Blauen Kempinski-Salon gerne selbst testen. Und auch Edwards Abwesenheit können wir vorerst verschmerzen. Als hauptberuflicher Whistleblower taugt er wahrscheinlich eher zum Schiedsrichter.

 

Lattenkreuzspinnefeindesland

Während ich leise „Hooray for Peter Pumpkinhead“ vor mich hinsumme, hocke ich in meiner abgedunkelten Wohnung und tippe ich diese Zeilen, um euch für den Samstagskick 10:30 einzuschwören. Dabei habe keine Paranoia vor den Geheimdiensten. Nein, es sind vielmehr diese bösen Klingelgeister, die mich nicht entdecken dürfen. Diese verkleideten Erpresser, die nur meine Süßigkeiten wollen, gilt es im Dunkeln tappen zu lassen. Ihre Laternen könnte man allerdings super gebrauchen, für etwas Gekicke unter der Woche. Aber da hilft wohl nur die Hoffnung auf hellere Tage. Die Theorie in der Theatergaststätte of Dreams muss uns für die nächsten Wochen reichen. Damit die Samstage als Spieltage trocken und windstill bleiben bedarf es wahrscheinlich etwas schwarzer Magie. Ein kurzer Blick auf den Wetterbericht reicht, um doch die Kürbislaterne zu illuminieren. Ich komme wohl nicht umhin, noch ein paar Hexen und Kobolde anzulocken, um für ansprechende äußere Bedingungen zu sorgen. Tausche also widerwillig Schokolade gegen Froschaugen und Spinnenbeine, damit die eigenen Waden nicht auf Weberknechtniveau schrumpfen.

… jage die letzten Füße in den grellen Schein

Der Samstagvormittag ist natürlich fest für den Fußballgott reserviert. Und auch wenn ich auf dem letzten Foto fehle, habe ich auf ich mich auf meine Weise fußballerisch weiterentwickelt. Beim Hufschmied habe ich mir ein Paar neue Treter angießen lassen. Diese haben den Vorteil, dass sie nur oben zwei Löcher haben, wo die Füße erstklassig hineinpassen. Farblich wird auch einiges geboten. In der dunklen Jahreszeit müssen eben nicht nur die ABC-Schützen auf sich aufmerksam machen. Die Leuchtkraft der Töppen wird allerdings nicht ausreichen, um das Feld großflächig auszuleuchten. Deshalb wird morgen 17:30 wahrscheinlich der letzte Unterderwochetermin in diesem Jahr sein. Die nächsten Samstage werden dafür umso wichtiger. Nicht, dass jemand irgendwelche Shoppingtermine um 10:30 als Ausrede angibt. Wer jetzt keine passenden Schuhe hat, wird sich keine mehr besorgen, wußte schon der große Fußballexperte Rainer Maria Rilke. Morgen wird er sicherlich noch die aktuellen Championsleaguepartien kommentieren. Das muss ich mir direkt im Poetryslam-Tempel Nr. 1 in Wismar aka Theatergaststätte anhören. Das ideale Kulturprogramm im Anschluss an die einzige Modenschau, bei der gerannt wird.

 

Weltverbot halbtrocken

In Nomine Zlatanas. Alle die zu blöd waren sich am letzten Spieltag in der Nachspielzeit eine gelbe Karte wegen Meckerns abzuholen, müssen Dienstag 17:30 noch mal auf den Platz. Es geht um nix, aber der Rasen ist so schön grün. Und hoffentlich trocken. Der Platz war am letzten Samstag aber zu gut gewässert, als das man keine realistische Chance auf eine Gelbsperre gehabt hätte. Stattdessen gab es Individualtraining mit den Biographien der Weltstars. Weltstars, die es wirklich drauf haben sich in der Nachspielzeit eine gelbe Karte wegen Meckerns abzuholen, wenn es um nix mehr geht und der Rasen maximal grün und trocken ist. Abenteuer in Rio erleben wir hingegen nur mit Jean-Paul Belmondo. Der Unverbesserliche. Der irre Typ. Der Profi. Der Außenseiter. Der Glorreiche. Der Windhund. Der Greifer. Das Superhirn. Das As der Asse. Also im Grunde mangelt es auch auf der Leinwand nicht an Superlativen. Und es ist so schön trocken davor. Freuen wir uns also 2014 auf die überfüllte Karstadt-Arena mit Bier statt Caipi und Salzstangen statt Zuckerhut. Am Samstag 10:30 beginnt das erste Trainingslager.

Zlatanieren geht über Nominieren

Huch. Drei Anrufe in Abwesenheit. Garantiert schon wieder Joachim, der noch Mitspieler für nächste Woche sucht. Dabei ist die Cat doch schon zu 999% in the Sack. Und dafür soll ich mich zum Deppen machen? Während andere ihre Wehwehchen im Whirlpool mit Cousinen wegblubbern? Oder sich im defensiven Mittelfeld eine Hängematte aufhängen? Brauche eigentlich nur einen aussagekräftigen Krankenschein mit einer Entschuldigung, die einen neuen Eintrag im Pschyrembel wert ist. Ohrläppchenzerrung? Haarwurzelprellung? Ganzkörperunlust? Doktor Müller-Wohlfarths Unterschrift kann ich eigentlich schon ganz gut imitieren. Und schon ist das Vergnügungsprogramm Dienstag 17:30 und Samstag 10:30 gebucht. Echter Sport, harter Wettbewerb, ungewisser Ausgang. Ratlosigkeit in Café King. Gegen Zlatan darf mich Joachim dann gern wieder einladen. Ist zwar am Dienstag und es geht um nix, aber dann können wir zwei Fußballgötter noch mal anständig unseren Geburtstag nachfeiern. Hat jemand ’nen heißen Tipp, wo man in Solna 14,5 Millionen Jahresgehalt auf den Kopf hauen kann?