
V is for Victory
Дружба! Jetzt sollte sich doch endlich einmal auszahlen, dass wir jahrelang russisches Vokabular auf unserem roten Platz geübt haben. Gut, Kuranyi war zwar der leicht spöttische Tarnname, mit dem Doppelagenten getauft wurden, die sehr flexibel zwischen den Teams wechselten. Aber jetzt wo bald der Stoff kommt, der uns allesamt wieder in die Stadien und Sportanlagen spült, sollten wir unseren Rettern zeigen, dass wir nicht nur systemrelevant sondern auch systemflexibel sind. Lassen wir also die Champions-League-Hymne und Hansa Forever mal kurz stecken, hier sind die wichtigen Textblätter für die Kurve. Die Melodie sollte noch sehr präsent sein und sorry für den Ohrwurm für den Rest des Wochenendes:
Ladies and Gentlemen, this is Sputnik Number V.
A little bit of Spartak in my life
A little bit of Dynamo by my side
A little bit of Rotor is all I need
A little bit of Loko is what I see
A little bit of Alanija in the sun
A little bit of Zenit all night long
A little bit of ZSKA, here I am
A little bit of you makes me your man
Ich verfluche Ihnen!
Letztes Jahr gab es die sehr erfolgreiche Doku „Karten, Pfiffe, fette Bässe“, in der Deniz Aytekin portraitiert wurde. Das Besondere daran war aber, dass man erstmals genau hören konnte, was so in den neunzig Minuten auf dem Platz zwischen Spielern und Schiedsrichtern geredet wird. Stichwort: „Ich mach dir gelb!“. Jahrelang war die Kommunikation auf dem Platz viel Stoff für Legenden, die über die Zeit noch sehr viel lustiger weitererzählt wurden. Das Audiofile zum Ente-Lippens-Kultdialog „Ich verwarne Ihnen!“ „Ich danke Sie.“ sucht man heute vergeblich. 1965 waren halt noch lärmende Zuschauer im Stadion und letztes Jahr manchmal auch. Heute braucht man weder einen verkabelten Undercover-Fieldreporter noch einen Lippenleser, um das Gelaber auf dem Platz hören zu können. Radio Müller sendet unentwegt, was sich für viele Beteiligte so anfühlt als ob man Frühstücksradio mit einem Kater ertragen muss. Inhaltlich eigentlich nur mit 3 Stunden Fips Asmussen zu vergleichen. Hier passiert also wenigstens noch Kleinkunst. Der Anschlussvertrag für die Münchner Lach- und Schießgesellschaft dürfte dem Thomas sicher sein. Dem untätigen Kopfgrätscher bleibt unterdessen nur den Fernseher anzubrüllen. Das letzte peinliche Rumgemänner haben sich dann diese Woche Romelu Lukaku und Zlatan Ibrahimovic im Mailänder Derby geleistet. Neben Beleidigungen unter der Gürtellinie war auch der höhnische Satz „Mach dein Voodoo-Ding!“ von Zlatan zu hören. Es gab nur gelb für die beiden Kampfhähne. Als Zlatan, dann in der zweiten Halbzeit mit gelb-rot vom Platz flog, war es relativ still. Also warum immer dieses Herumgeschleuder der Aerosole, wenn man auch einfach still sein Voodoo-Ding machen kann? Mit ein paar Handarbeitstutorials sollte meine Müller-Puppe bald fertig sein.
Fußballtennis Borussia vs. Young Boys Bernie
Was ich im Grätschen traf (Meine eigene Nationalhymne)
Was ich auf dem Platz tat
Das war bestimmt nicht immer richtig
Ich nahm den Ball auch manchmal an
Und nahm doch manches nicht so wichtig
Wenn ich auch ganz gewiss
Mich nicht von Schuld und dich vorm Tor frei seh
Verzeihen Sie, wenn ich sag
I gräscht it my way
Ich kenn das auf und ab
Den Jubel und die bittren Tränen
Ich stand auch oft am Rand
Das brauch ich wohl nicht zu erwähnen
Es ist für mich ein Trost
Daß ich trotz Lockdown nicht entzwei geh
Verzeihn Sie wenn ich sag
I grätscht it my way
Und dennoch denk ich gern zurück
Ich hatte Glück verdammt viel Glück
Ich kann zu vielen Freunden gehn
Die von Ferne winken, wenn sie mich sehn
Und ohne Groll den Satz verstehn
I grätscht it my way
Ich hab kein Publikum
Und darauf kann ich mich verlassen
Drum nimmt niemand niemals nix krumm
Ich kann es trotzdem noch nicht lassen
Ich hab auch eine Frau
An der ich jetzt verschämt vorbei seh
Zu oft hat sie gehört
I grätscht it my way
Fußballtennis Borussia vs. Shakhtar Ballnetz
Goal Heart Mountain Top Queen Directory
So, liebe CDU wer soll nun dein Herzblatt sein? Der jecke Armin, der aber komischerweise nicht Arminia Bielefeld unterstützt, sondern natürlich seinen Heimatclub Alemannia aus Aachen. Kultig wie der Tivoli, bissig wie Willi Landgraf aber leider nicht so kopfballstark wie Erik Meijer. Trotzdem tollt er gerne über den Platz im schwarzgelben Kindertrikot. Ähnlich wie der sauertöpfische Sauerländer Friedrich, der sich aber eher zur Mittelschicht in der Champions League zählt. Er ist allerdings seit 2014 nicht mehr im Aufsichtsrat des BVB, weil er das Limit für Aufsichtsratsposten bereits geknackt hatte. Aber seit dem wurde auch vom Verein nur noch der DFB-Pokal gewonnen. Und den schenken ja sogar die Bayern ab, wenn tatsächlich sogar nördlich von Winterberg eine Flocke fällt. Und ein Typ für den zweiten Platz ist der Friedrich nun bestimmt nicht. Also nicht noch ein sechstes mal. Aber vielleicht hat er diesmal Glück und sein Rivale Markus im auf links gedrehten Bayern-Trikot schränkt freiwillig seinen Bewegungsradius auf Franken ein. Der dritte Kandidat Nobbi kommt zwar auch aus NRW, ist aber absolut kein Fußballfan, spielt dafür bestimmt ganz gut Squash und mag Koalas. Aber könnte man sich ihn hüpfend im Energie-Cottbus-roten Blazer auf der Tribüne in Katar vorstellen? Wohl kaum. Trotzdem musst du dich entscheiden. Wenn dir dieses Rennen allerdings komplett egal ist, kannst du getrost das Königin-Sylvia-Wetter draußen nutzen und dabei von der Monarchie träumen.
Fußballtennis Borussia vs. Kaizer Schiefs
Stehgeiger im Bewegungsradius
In dieser Woche wurde viel über Bewegungsradien gesprochen und jeder versucht auf seine Art diese Distanz in vorstellbare Relationen zu setzen. Braucht man 10.000 durstige Menschen vor einer geschlossener Kneipe bei akkurat eingehaltenem Mindestabstand oder lieber 30.000 Corgis, die sich direkt am Hintern schnüffeln? Egal, die beruhigende Botschaft für den Profi-Fußball ist weiterhin: sollen doch die Amateure, die inzwischen ein Wort wie „Bewegung“ erst einmal googeln müssen, fett werden, wir können problemlos weiterspielen, bzw. weiter laufen. Ein schneller Blick in die ran-Datenbank offenbart: selbst die lauffreudigsten Spieler in der Bundesliga schaffen nicht mehr als 15km in einem Spiel. Die laufen ihre 11 bis 12 Kilometer und dann sind die 90 Minuten meistens rum. Erstaunlich: auch ohne „Lauf-du-Arsch“-pöbelnde Fans bleibt die Laufleistung seit Jahren in diesem Bereich. Mannschaften, die ungern den Ball haben und oft hinterherlaufen haben naturgemäß höhere Werte. Wenig laufen Teams, die Ballbesitzfußball spielen und Schalke 04. Gespannt guckt Fußballdeutschland dieses Wochenende, ob es den Schalkern dennoch gelingt, trotz vorbildlichster Bewegungseinschränkungen den Tasmania-Rekord zu verpassen. Es wäre doch nur konsequent, wenn sie nicht einmal diesen Titel annehmen. Der Gegner, der zwischen ihnen und dem Rekord steht, ist die TSG Hoffenheim und übrigens nicht viel lauffreudiger. Bevor man dieses Steherrennen verfolgt, läuft wohl jeder Amateur besser mal seine 15km ab. Aber Warnung: meistens muss man die dann auch zurück.
19. Dezember 2020 – 21 auf dem Sprung
Die große Kontaktverfolgungs-Gala
Beim letzten Nerdderby des Jahres wurde vergangene Woche nach dem Kannibalen Khalid Boulahrouz gesucht. Der Hinweis mit den gespielten Nordderbys war aber eventuell nur bedingt hilfreich. In seiner Zeit beim HSV konnte der beinharte Verteidiger sogar noch gegen Hansa und Hannover in der Bundesliga spielen. Gegen den großen Nordrivalen Werder Bremen stand er aber tatsächlich in zwei Jahren nur zweimal auf dem Platz. Gefühlt hatte er viel mehr Zeit beim HSV verbracht, was sich aber wahrscheinlich deswegen so anfühlt, weil seine Ex-Frau Sabia Boulahrouz van der Vaart Thele (geb. Engizek) lange die Boulevardspalten in Hamburg füllte. Wir verzichten aber darauf detailliert aufzuschlüsseln, mit wem sie alles in ihrer Karriere zusammengespielt hat. Nur soviel Gossip: wegen ihr kennt man Sylvie Meis (immerhin eine der Team-Namensgeberinnen beim DIA-Turnier „Die bessere Hälfte“ 2016) wieder unter ihrem Mädchennamen. Dieses Jahr hatte Sabia auch wieder ihren Stammplatz in der Klatschpresse, da sie Oma wurde – mit 42. Die längste Zeit hat ihr Ex Khalid aber tatsächlich beim VfB Stuttgart verbracht, wo er aber aufgrund von vielen Verletzungen vier Jahre lang weniger auffiel als zeitgleich Sabia in Hamburg. „Am Ende war es ein Boulevard für Sabia“ wie Lucien Favre sagen würde.
Damit endet quasi das Nerdderby für dieses Jahr. Wer dennoch über die Feiertage Lust auf knifflige Kontaktverfolgung bekommt, kann sich ja freiwillig beim örtlichen Gesundheitsamt melden. Allen anderen wünsche ich viel Motivation beim Heimtraining auf der Yogamatte, am Rudergerät oder an der PS5. Trainiert auch mal den schwachen Fuß beim Mitwippen bei der Wiederholung der Helene-Fischer-Shows aus den letzten Jahren. Grätscht gut rein und vergesst nicht 2020 hinter dem Rücken des Schiedsrichters noch mal in die Leistengegend zu boxen. Es muss ja nicht enden wie die legendäre Silvesterparty 2012 von Sabia, Sylvie und Rafael van der Vaart.
Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 9)
Wie viele Nerdderbys in Folge mag man sich so angucken? Die Situation ist nur vergleichbar mit 2009 als der HSV und Werder in nur 19 Tagen 4 Nordderbys spielen mussten. Von all dem ist am Ende nur eine Papierkugel übrig geblieben. Aber dafür eine große. Einige Ratefüchse sind inzwischen auch schon so austrainiert, dass es gerade einmal handgestoppte 10 Minuten dauerte, bis der letzte Kandidat erraten war. Jimmy Floyd Hasselbaink gibt viel Anlass ihn mit Rettungsschwimmer in Kalifornien oder Regierungschefs in Magdeburg zu vergleichen. Aber jenseits der Namejokes hatte er eine Menge Tore zu bieten. Vor allem für den Chelsea FC und Leeds United wo er jeweils Premier-League-Torschützenkönig wurde. Als Holländer hat er aber nie in der ersten Liga seines Landes gespielt. Große Chancen auf große Titel platzten in drei verlorenen Endspielen: 2002 im FA-Cup mit Chelsea, 2006 im UEFA-Cup mit Middlesbrough und 2008 noch einmal im FA-Cup mit Cardiff City.
Gucken wir mal wer sich in Türchen Nummer 9 versteckt. Ich spielte zusammen mit:
Jens Lehmann
Lukas Hradecky
Martin Pieckenhagen
Andreas Hinkel
Michael Ballack
Jesus Navas
Eric Dier
Christian Poulsen
Sami Khedira
Arjen Robben
Stefan Beinlich
Martin Harnik
Dani Alves
Ailton
Ich habe nur zwei Nordderbys gespielt, aber keins davon gewonnen.
Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 8)
Hex Hex! Gesucht war das Hexlein aus La Plata. Juan Sebastian Verón hat den Spitznamen La Brujita, weil sein Vater Juan Verón Senior schon als die Hexe La Bruja bekannt war. In Argentinien hat er, bevor er Ende der Neunziger nach Europa wechselte, tatsächlich auch kurz bei Boca Station gemacht, wo ihm Diego Maradona die besagte Rolex schenkte. „Bis zu diesem Tag hatte ich lediglich eine digitale Plastikuhr, die ich ab und an brauchte. Meine luxuriöseste Uhr war eine Casio mit einem Taschenrechner. Und dann bekam ich plötzlich dieses Geschenk von ihm“ erzählte er später. In Italien war Sampdoria Genua sein erster Verein, wo er auf auch auf Jürgen Klinsmann am Ende seiner Karriere traf. Danach wurde viel Geld für ihn bezahlt und in Parma und bei Lazio war er wirklich auch ein Titelgarant. In England hat er nicht so gut funktioniert. Als er 2006 zurück nach Argentinien zu Estudiantes de la Plata wechselte, war seine Karriere gefühlt schon fast vorbei. Folgerichtig wurde er auch nicht für die WM 2006 in Deutschland nominiert. Aber 2010 in Südafrika war er nach zwei argentinischen Meisterschaften und der gewonnenen Copa Libertatores wieder dabei. Unter dem argentinischen Nationaltrainer Diego Maradona ging das Kapitel Albiceleste für ihn mit dem Viertelfinalaus gegen Deutschland (0:4) zu Ende. Juan Sebastian Verón saß 90 Minuten auf der Bank. Aber selbst das war noch lange nicht das Ende seiner Laufbahn. 2011 wollte er aufhören, 2012 spielte er immer noch für La Plata. 2013 gab er sein Comeback als spielender Sportdirektor und 2016 als spielender Präsident. Er bestritt in dieser Funktion sogar 5 Spiele in der Copa Libertadores. Heute ist er immer noch als Präsident seines Jugendclubs Estudiantes aktiv.
Der heute Gesuchte war auch ein Mitspieler Veróns. Ansonsten spielte er noch mit:
Robbie Fowler
Kasper Schmeichel
Gareth Southgate
Mark Viduka
Boudewijn Zenden
Michael Reiziger
Santiago Solari
Harry Kewell
Nuno Gomes
Alex Song
Hernan Crespo
Aaaron Ramsey
Alf-Inge Haaland
Emanuel Pogatetz
Er spielte allerdings nie ein Erstligaspiel in seinem Heimatland. Bei den Titeln sieht es etwas dünn aus. Es würde besser aussehen, wenn da nicht die drei verlorene Endspiele wären.
28. November 2020 – Diegos Werk und Covids Beitrag
Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 7)
Es ist schon ein komischer Zufall, dass beim letzten Mal mit Gabriel Heinze ein argentinischer Nationalspieler gesucht wurde, der nicht nur 2004 Olympiasieger war sondern auch 2010 WM-Teilnehmer unter dem Trainer Diego Maradona. Als Trainer war Maradona natürlich nicht so legendär wie als Spieler. Trotzdem kann man sich in der Serie „Maradona en Sinaloa“ sehr gut angucken wie der emotionale Kugelblitz den Fußball bis zum Schluss über jedes gesunde Maß hinaus geliebt hat.
Er ist auch der eigentliche Grund für dieses Quiz. In der ersten Folge wurde sein ehemaliger Mitspieler Davor Šuker gesucht, der tatsächlich kurz mit Maradona bei Sevilla spielte. Diese Karrierestation Diegos hatte auch ich vergessen, so dass eine Recherche die andere ergab. Aus aktuellem Anlass suchen wir auch diesmal einen ehemaligen Schützling Maradonas. Er spielte außerdem zusammen mit:
Jürgen Klinsmann
Luis Figo
Fabrizio Ravanelli
Lilian Thuram
Pavel Nedved
Edgar Davids
Leonardo Bonucci
Roberto Mancini
Marcel Desailly
Alain Boghossian
Emmanuel Petit
Mikael Forssell
Karel Poborsky
Marcos Rojo
Santiago Ascacibar
Eine Besonderheit ist sicher, dass der Gesuchte bei einem Verein zeitgleich als Spieler und Funktionär aktiv war. Für eine erfolgreiche Funktionärslaufbahn trifft es sich gut, dass er in bester Rummenigge-Art als Jungprofi schon eine Rolex bekam – von Diego Armando Maradona.
Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 6)
Das besondere Spiel, das die Fährte zu Milan Baroš legte war natürlich das Halbfinale der EM 2004. Baroš knipste damals für Liverpool und auch in der tschechischen Nationalmannschaft lief es super. Er sollte mit 5 Treffern Torschützenkönig dieser EM werden. Und auch sonst spielte das Team um Tomáš Rosický, Pavel Nedvěd und Jan Koller damals einfach den besten Fußball. Doch im Halbfinale scheiterten die Tschechen an den Rehakles-Griechen und dem Silver Goal durch Dellas. Da es in der Nachspielzeit der ersten Hälfte der Verlängerung fiel und direkt danach abgepfiffen wurde, war es eigentlich das zweite Golden Goal nach 1996 (das 2002 zugunsten des Silver Goals abgeschafft wurde), das Tschechien einen Europameistertitel kostete. Nach diesem Turnier wurde das Silver Goal wiederum abgeschafft. Milan Baroš hat tatsächlich erst im Sommer 2020 seine Karriere beendet. Natürlich bei Baník Ostrava, für das er 4 mal (1993–2001, 2013, 2014–2015, 2017–2020) spielte. Aber nun zur nächsten Rätsel-Nuss. Ich spielte zusammen mit:
Ronaldinho
Henrik Larsson
Bojan Krkic
David Trézéguet
Gonzalo Higuaín
Fabio Cannavaro
Nicolas Anelka
Jerzy Dudek
César Azpilicueta
Mikel Arteta
Arjen Robben
Simon Kjaer
Ruud van Nistelrooy
Juan Pablo Sorin
Jay-Jay Okocha
Ich spielte in fünf europäischen Ländern und wurde in drei von ihnen Meister. Ich spielte bei drei Champions-League-Sieger-Clubs, aber ich gewann nie die Champions League. Der UI-Cup ist der einzige europäische Titel in meiner Vita. Aber eigentlich ist das nicht so schlimm, da ich in einem besonderen Sommer und in einem besonderen Land eine besondere Medaille gewonnen habe.
Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 5)
Gute Nachrichten für die Birne: der Mystery-Kandidat der letzten Woche wurde tatsächlich erraten. Die geistige Fitness ist also immerhin noch bei 100%. Gesucht war Andrea Pirlo, der Fixstern des italienischen Mittelfelds über sehr viele Jahre. Zwischen Mailand und Brescia geboren, machte er seine ersten kurzen Schritte in Brescia an der Seite von Manni dem Libero Binz. Als Interfan wurde er bei den Nerazzurri den großen Erwartungen nicht gerecht. Milan und später natürlich Juve haben mit ihm dann Titel in Serie gefeiert. Sechs italienische Meisterschaften, 2 Champions-League-Titel und der WM-Pokal sprechen für sich. Noch heute wacht Jogi Löw schweißgebadet auf, wenn er an die Duelle mit Italien bei der WM 2006 oder der EM 2012 denkt. Den kleine Regisseur hatten sie irgendwie immer übersehen. Auch als er 2011 mit 32 von Milan zu Juve wechselte, dachte man, dass er vielleicht noch zum Abschluss seiner Karriere ein paar Spiele machen wird. Vier Jahre und vier Meistertitel später ging er zum wirklichen Abschluss seiner Karriere für ein halbes Jahr nach New York. Der Uber-Eats-Spot für die WM2018 passt gut in die Zeit. Pirlo guckt Fußball auf der Couch und lässt sich Essen liefern – es könnte nicht aktueller für uns sein.
Aber nun die Staffelstabübergabe an den Prominenten im Sack von dieser Woche. Ich spielte in meiner Karriere zusammen mit:
Karim Benzema
Fernando Morientes
Éric Abidal
Sylvain Wiltord
Nwankwo Kanu
James Milner
David James
Sol Campbell
Olof Mellberg
Fabio Grosso
Patrik Berger
Zvjezdan Misimovic
Markus Babbel
Ugur Inceman
Gábor Király
Auch ich hatte eine lange Karriere. Wahrscheinlich haben viele schon gedacht, dass ich schon längst in Rente bin. Das hat mich aber nicht davon abgehalten noch lange nach meinen Karrierehöhepunkten weiter zu spielen. Besonders das eine Turnier war ärgerlich, wo ich Mitglied einer der besten Mannschaften meines Landes war. Aber wir flogen aus dem Turnier, weil wir 105 Minuten gegen die Maurermeister spielten und die zweite Hälfte der Verlängerung nach dem unglücklichen Gegentor in der Nachspielzeit der 1. Hälfte der Verlängerung nicht mehr angepfiffen wurde. Es war das erste und einzige Tor dieser Art.
Das Nerdderby: Wer bin ich? (Folge 4)
Eine Woche nach dem kleinen Nordderby kommt hier wieder das große Nerdderby. Auch wenn für viele das Rätsel warum wir nicht nach draußen zum Kopfgrätschen dürfen groß genug ist, wartet hier auch eine harte Nuss. In meiner langen Karriere habe ich mit einigen namhaften Spieler zusammengespielt:
Roberto Baggio
David Beckham
Jaap Stam
Patrice Evra
Robbie Keane
Frank Lampard
Nicklas Bendtner
Paulo Sousa
Kevin-Prince Boateng
Marcio Amoroso
Ronaldo
Ronaldinho
Rivaldo
David Villa
Kingsley Coman
Manfred Binz
Da kann man sich denken, dass der Trophäenschrank fast nichts zu wünschen übrig lässt. Leider bin ich bei meinem Lieblingsverein gescheitert, um dann beim Erzrivalen den Durchbruch zu schaffen. Bei der letzten WM war ich tatsächlich auch noch dabei. Zwar hatte sich mein Land nicht qualifiziert, aber in den Werbepausen konnte man dennoch mein schauspielerisches Talent genießen. Das soll nun aber an Worten zu mir reichen.
31. Oktober 2020 – Before close we ball
Wachen, lesen, lange Spielankündigungen schreiben
Für die Profis war schon vor der Saison klar: wir machen es diesmal auf die feine englische Art. Na gut, nicht ganz. Das würde ja bedeuten, dass man den Boxing Day zwischen Frühstück und Gänsebraten im Stadion verbringen kann. Aber sonst wird natürlich schon fleißig versucht, den Terminstau mit englischen Wochen und ohne Winterpause aufzuholen. Da ist es natürlich kontraproduktiv, wenn die Amateure auch noch selbst spielen. Sonst geht einem wichtiges Fernsehpublikum verloren. Deshalb bleiben wir im November in Reichweite des TVs oder Livestream, um bloß nichts von den professionellen Ballkünsten zu verpassen. Dazu passt am besten eine Tasse heißes warmes Wasser und Biscuits. Streng nach der Ted-Lasso-Methode, dessen sonniges Gemüt einem die raren Pausen zwischen den Profi-Matches im November Rain aufhellen kann. Aber nur falls ihr tatsächlich einen Überblick habt, ob nach DAZN, Sky, Magenta TV, Netflix, Hulu und Disney+ Geld für noch mehr Streaming übrig ist. Am Samstag 10:30 gilt es aber sich noch einmal eine große Portion frische Luft abzuholen. Bis sich irgendwann das letzte Tor hinter uns schließt. Nächste Woche bleibt dann nur noch den Ball aus der Tasche zu holen und ihm diese Zeilen zur Beruhigung vorzusingen:
Sometimes I need some time on my own
Sometimes I need some time all alone
Everybody needs some time on their own
Don’t you know you need some time all alone
And when your fears subside and shadows still remain
I know that you can love me when there’s no one left to blame
So never mind the darkness, we still can find a way
‚Cause nothin‘ lasts forever, even cold November rain.






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