„Tears for heroes dressed in grey, no plans for final day, stay in bed, drift away, it could have been all songs in the street, it was nearly complete, it was nearly so sweet …“ Die englische Popmusik hat zum Glück für jede Situation den richtigen Song parat. Und weil ganz England sich in den letzten Wochen ziemlich sicher war, dass „it’s comin’ home“ die ideale Begrüßungsformel für jede Begegnung im Alltag ist, muss man in der entstandenen Tristesse nicht umständlich einen neuen zur Stimmung passenden Text verfassen. Das haben Baddiel und Skinner schließlich 1998 schon in ihrer Folgeversion von „Three Lions“ geregelt. Seit dem müssen in den Song-Versionen für die absolute Euphorie und die maximale Enttäuschung, die aber nur die Grundlage für erneute absolute Euphorie ist, eigentlich nur die Jahreszahlen angepasst werden. Ein Kniff, den die Sportfreunde Stiller sich auch ausgeborgt haben, als „54, 74, 90, 2006“ nicht direkt zum Erfolg geführt hatte. Die Kreation „54, 74, 90, 2010“ war somit mit relativ geringem Aufwand erledigt. Auf den Trophhäenschrank des DFB hatte das keine Auswirkung, aber die Sportis konnten damit unnötigerweise ihre Karriere noch künstlich verlängern. Immerhin sahen sie ein, dass sie zum Wohle des deutschen Fußballs auf einen dritten Aufguss 2014 verzichten sollten. Das Ergebnis ist bekannt. Prompt wurde Deutschland Weltmeister, erfolgsbesoffenen zu „Auf uns“ von Andreas Bourani. In England ist man aber ziemlich lernresistent und lässt die Hymne des Scheiterns ungern los. Wir können das verstehen. Auch hier wird das ewig gleiche Lied von Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 routiniert aber leidenschaftlich gesungen. Ab und zu werden ein paar Worte ausgetauscht, aber die Message bleibt gleich, wie der großzügige Platz in unserem Trophäenschrank.