Hängende Wüstensturmspitze

Sowas, sowas. Das Jahr ist schon zu 5% rum und wir waren noch nicht einmal draußen. Also zumindest nicht zum Fußballspielen. Die Schneedecke auf dem Platz trampelt sich nicht von alleine weg. Und von der Jahreszeit kann man auch keine Unterstützung erwarten. Drum machen wir morgen 10:30 frische Spuren in die Scholle. Solange bis die Schuhe feucht sind. Die können dann in aller Ruhe trocknen. Schließlich kann man sich die Bereifung am Winterdienst-Dienstag 19 Uhr sparen. So fleißig wie dort im BBF gestreut ist. Auf den letzten Bildern erkennt man, dass man sich bei der aktuellen Unter-der-Woche-Fußball-Alternative keine nassen Füße sondern eher eine Wanderdüne holt. Aber alles hat seine Zeit und wenn erst die Frühblüher durch den Eispanzer brechen, haben wir alle Beläge und Untergründe einmal durch. Egal, Hauptsache der Ball bleibt rund und der Fußballgott auf der Seite derjenigen, die am dollsten an ihn glauben. Also zeigt ihm euren bedingungslosen Glauben und bringt ihm auch draußen ein Opfer. Eins, zwei nasse Sohlen sind ein vernünftiger Anfang.

Platzsturmwarnung

An alle Eisprinzessinnen. Mutti Stadt reicht es nicht, wenn ihr ’nen warmen Pulli und die selbstgestrickte Bommelmütze anzieht bei dem Wetter. Eure Füße werden doch ganz nass und ihr holt euch mindestens den Tod. Fürsorglich wie die Stadt Wismar ist, hat sie deshalb den Platz am Kagenmarkt bis zum Jahresende gesperrt und alle Krümel aus euren Mundwinkeln gewischt. Es ist nur zu eurem Besten. Bis zum Muttertag sollte der Stubenarrest aufgehoben sein, wenn ihr denn in der Zwischenzeit auch mal fleißig im Haushalt helft oder brav Gedichte für den Heilgen Abend auswendig lernt, statt immer dieser Fußlümmelei bei Wind und Wetter nachzugehen. Ich bin ganz vorbildlich und schule auf Farmville oder Badminton um, Hauptsache was mit Netz. Wenn Mutti Samstag 10:30 Uhr kurz nicht guckt, werde ich mich doch noch heimlich auf den Tartanplatz schleichen und die Schneekugel mit euch rollen. Aber nicht petzen.

Dopa in Doha

Cooool. Endlich wieder vernünftige Spieltemperaturen. Platzverhältnisse nach dem Geschmack der technisch Limitierten. Hat ja echt lange gedauert bis dieser nervige Sommer vorüber war. Aber jetzt geht es endlich wieder rund auf grün-weiß (Jan, dein Stichwort). Wir zaubern uns wie bei Spiegel-Online ’ne 1A-Heatmap auf den Platz. Eine Heizdecke aus qualmenden Socken. Grätschen wie Schneefräsen. Doch Moment, was ist das? Es taut, bevor wir dafür sorgen konnten. Also maximal dampfende Socken und Grätschen wie Reisigbesen. Ein beträchtlicher Teil des Matsches ist allerdings inzwischen wieder flüssig. Spricht für klamme Socken und Grätschen wie Sandsäcke. Nun gut, bis wir Dienstag 18 Uhr auf dem Platz stehen, ist wohl wieder Kurzehosenwetter. Gilt quasi schon wieder als Sommer. Ich erwarte vom Samstagskick die ersten Obenohnebilder. Und jeglicher Vorteil, den ich mir von meinen Spikestollen versprochen habe, endet mit verschwitzten Socken und Grätschen wie Wüstenstürme. Darauf eine Laola von hier bis Katar. Sepp fängt an…

Schuss ohne Glühwein

Kurz vor Adventskalender gibt schon morgen die Möglichkeit ein paar Törchen zur öffnen. Dafür braucht ihr aber nicht auf den Weihnachtsmarkt humpeln und mit dem Meter Bratwurst den dritten Glühwein runterspülen. Da findet ihr ausschließlich Nieten, die gelben Zettel zu euren Füßen lügen nicht. Anstatt sich anständig an der Schießbude zu blamieren, kann man auch gepflegt Dienstagabend am Kagenmarkt die Fahrkarten sammeln. Dort wird 18 Uhr wieder die Lichterkette entzündet, auf dass eure Äuglein glänzen. Meinen Wunschzettel hab ich schon geschrieben. Ein nettes 5 gegen 5 mit anschließendem Familienfoto. Und zwischendrin ein heißgelaufener Platz. Allemal besser als verbrannte Plätzchen. Gibt ja nur eine unvorteilhafte Ailton-Figur, die sich ausschließlich für schlechtbezahlte Nikolausauftritte eignet. Ich schieß auch morgen wieder die Tore für den nächsten Samstag mit. Ihr dürft dann aber trotzdem am Wochenende für mich jubeln. Wenn’s denn was zum Jubeln gibt.

Abgefälscht und ausgeleuchtet

Hatte ich grad Panik als das Telefon klingelte. Konnte ja nur Jogi sein. Nach den Absagen von Miro und Mesut blieben nicht mehr viele übrig. Einer nach dem anderen hatte sich eine Entschuldigung von Mutti geholt. Dabei wollte ich doch lieber gepflegt Dienstag 18 Uhr am Kagenmarkt bei Flutlicht rumbolzen. Sah mich schon morgen in einem billigen Hotel am Bahnhof von Amsterdam sitzen. Das rote Licht von den einschlägigen Kaschemmen taucht die graue Pfützen in ein schmutziges Rot. Und alles nur, weil niemand Bock auf Holland im November hatte. Oder weil Mittwoch Abend Mädelsabend ist. Hatte so schnell auch keine plausible Ausrede für den Bundesjogi im Kopf. Die Fitness stimmte und auch auf eine Käseallergie konnte ich mich berufen. Erleichterung, als ich die Funke fand. Doch nur Mutti. Die kann man immerhin wegdrücken. Wird mich wohl nicht mehr für ein Länderspiel nominieren, falls sie Bundestrainerin wird. Aber das Risiko geh ich ein. Die Unterschrift auf der Entschuldigung für Samstag muss ich halt fälschen. Und den Mittwoch verbring ich dann auf’m Barhocker und schimpf auf Jogi.

Seeking for a seaking

Ich krieg ja ungeheuer viel Feedback auf die Bloggerei. Hier mal eine Auswahl der schönsten Rückmeldungen: „Congrats ~ Found your blog on Google while searching for a related topic, your site came up, it looks good, keep them coming !“ Oder der: „Thanks for such a great post and the review, I am totally impressed! Information here may help you www.spämdomain.com“ Auch nicht schlecht: „Easy to understand,I like it! take a look my web www.anotherspämdomain.com“ Gerne such mal längere Ausführungen: „If you would only try, you could do it.My mouth is watering.I have never seen the movie.What be said did not annoy me much, for I knew he did not mean it.My brother is see king a job.I was wondering if you were doing anything this weekendI was wondering if you were doing anything this weekendI lost the door key about here.You look as if you didn’t care.It’s not his work that bothers me.“ Manchmal sogar auf russisch. Da wundert man sich, dass diese Leute nicht alle beim Kicken Dienstag 18:00 und Samstag 10:30 vorbeischauen. Na immerhin kommt der hier regelmäßig (wenn er nicht Knie-Aua hat): „Die Bedingungen wären nach wie vor 2,50 Euro pro Spiel (2 Stunden) oder 16 Euro für 6,5 (also 7) Spiele. Magst Du das in Deine Fußball-Mail einarbeiten, oder soll ich selbst noch einmal eine rumschicken? Bei Facebook kann ich es auch noch einmal reinschreiben… (hier die Gruppe)“ Mach ich natürlich gerne. Ehrensache.

Kein Fußball den Faschisten

Wie sich bestimmt schon rumgesprochen hat, findet am nächsten Spieltag ein Aufmarsch von Randgestalten am Rand der Stadt statt. Die Teilnehmer zeichnen sich durch braunes Gut (von Gedanken wollen wir da mal nicht reden) unterm ausrasierten Pony aus. Gleichzeitig gibt es auch eine Gegenveranstaltung für die man sich 10:30 Uhr ausgiebig warm machen kann. Als Veranstaltung für Megafairplay und entartete Ballkünste ist es stets unser Ziel am Ende ein leistungsgerechtes Unentschieden zu erreichen. Mehr Friedfertigkeit geht eigentlich nicht. Aber auch als Remisfreunde wünschen wir uns natürlich für den Demonstrationszug der Gegenveranstaltung schon ein deutliches Übergewicht und die aktive Teilnahme wird auch gern gesehen. Es steht somit jedem frei, ob er vor, während oder nach unserem Spiel für den Frieden gegen den Aufmarsch protestieren gehen will. Der neue Spieltag unter der Woche wird demnächst der Dienstag sein. Die Uhrzeit bleibt, der Ort wechselt. Der Test in dieser Woche hat schon viel Schönes, demnächst gibt’s das auch mit Licht und ganz ohne Fackelumzug. Dazu mehr in Bälde.

Lass die Carbonara. Nimm den Ball.

Ich weiß, ich weiß. Du kamst zu mir und batest mich, um den Gefallen den Mittwoch eventuell auf den Dienstag zu schieben. Bis heute sitze ich in meinem Hotelzimmer und warte, dass der entsprechenden Umschlag unter der Tür erscheint. Ohne diesen kann ich nur ganz schwer die entscheidenden Leute von dieser wahnwitzigen Idee überzeugen. Die haben schließlich Familie und haben diesen Umschlag verdient. Verstehst du? Wann habe ich dich jemals, um etwas gebeten? Irgendwann, möglicherweise aber auch nie, werde ich dich bitten, mir eine kleine Gefälligkeit zu erweisen. Und merke dir: Er bittet kein zweites Mal um einen Gefallen, wenn man ihm den ersten verweigert. Wo bleibt der Respekt? Ich kann mich nicht erinnern wann du mich das letzte Mal in dein Haus eingeladen hast zu einer Tasse Käsefondue oder zu Gratisflügen rund um die Welt. Pass auf, ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Er kommt wie gewohnt Mittwoch 18 Uhr und Samstag 10:30 Uhr zum vereinbarten Treffpunkt. Danach entscheiden wir, ob ich eine fünfte Amtszeit als Fifa-Präsident… Was? Achso. Danach entscheiden wir, wo er am nächsten Dienstag sein wird. Bei den Bällen oder bei den Fischen.