Kein Fußball den Faschisten

Wie sich bestimmt schon rumgesprochen hat, findet am nächsten Spieltag ein Aufmarsch von Randgestalten am Rand der Stadt statt. Die Teilnehmer zeichnen sich durch braunes Gut (von Gedanken wollen wir da mal nicht reden) unterm ausrasierten Pony aus. Gleichzeitig gibt es auch eine Gegenveranstaltung für die man sich 10:30 Uhr ausgiebig warm machen kann. Als Veranstaltung für Megafairplay und entartete Ballkünste ist es stets unser Ziel am Ende ein leistungsgerechtes Unentschieden zu erreichen. Mehr Friedfertigkeit geht eigentlich nicht. Aber auch als Remisfreunde wünschen wir uns natürlich für den Demonstrationszug der Gegenveranstaltung schon ein deutliches Übergewicht und die aktive Teilnahme wird auch gern gesehen. Es steht somit jedem frei, ob er vor, während oder nach unserem Spiel für den Frieden gegen den Aufmarsch protestieren gehen will. Der neue Spieltag unter der Woche wird demnächst der Dienstag sein. Die Uhrzeit bleibt, der Ort wechselt. Der Test in dieser Woche hat schon viel Schönes, demnächst gibt’s das auch mit Licht und ganz ohne Fackelumzug. Dazu mehr in Bälde.

Lichtgestalten am Ball

Und Gott sprach: es werde … Na, hier Dingenskirchen. Also das was man braucht, um Mittwoch 18 Uhr Fußball zu spielen. Ball? Ja, auch nicht schlecht. Mitspieler? Sowieso, jede Menge. Gutes Wetter? Es soll unfeucht bleiben, also alles im trockenen Bereich. Nur so viel: es gibt was zu sehen. Und das macht das Spiel soviel angenehmer. Nichts gegen Pass auf Zuruf, aber wer die Blindenfußballer in London gesehen hat, der weiß, sie schauen nie zurück. Ein leuchtendes Beispiel, an dem wir uns orientieren. Der Blick in die Zukunft hält für uns nicht nur Mittwoch 18:00 sondern auch Samstag 10:30 bereit. Und da erwartet uns eine Unmenge von dem natürlichen Zeugs, dass man braucht für die hellen Momente im Spiel. Und wie sagte schon mein Bruder Elwood: „Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben einen vollen Tank, eine halbe Packung Zigaretten, es ist Nacht und wir tragen Sonnenbrillen.“

Du kriegst die Mottos

Hmmm, lecker Los Wochos. Nach der englischen folgt die deutsche Woche. Während sich die englische Woche auch durch Sportivität unter der Woche auszeichnet, hat die deutsche Woche ausgerechnet am Mittwoch einen Feiertag und nach dem Gekicke am Samstag 10:30 muss man unbedingt noch das Auto schneiden und die Hecke waschen. Dafür war die englische Woche allen Klischees entsprechend ziemlich nasskalt und von Elfmeterverballerei geprägt. Lassen wir uns überraschen, was auf die deutsche Woche folgt. Wie wärs denn mal mit was Skandinavischem mit ganz viel Köttbullar (auch rund) oder Asia-Wochen mit lauter putzigen Kagawa-Doubles? So eine Mottowoche ist echt ’ne dufte Sache. Kann man sich viel besser merken als diese numerischen Kalenderwochen. Und wenn solch eine Woche vorbei geht, kann man sich automatisch die Töppen anziehen und zum Platz ziehen. Mit der Mitte der Woche wird es nicht nur nächste Woche perspektivisch immer finsterer, aber vielleicht können wir es bis zur griechischen Woche noch durchziehen. Woran erkennt man die noch mal?

Freud euch des Siegmunds

Wir müssen reden. Könnte man meinen, wenn man sich so auf dem Platz umhört. Und manch einer wird schon die Adresse vom Paartherapeuten suchen, weil hier rumgezickt wird, dass man meinen könnte, Uli Hoeneß wäre unser Präsi. Aber dabei ist es nur wie in jeder langjährigen Beziehung. Unterschiedliche Erwartungen und Wahrnehmungen haben uns im Laufe der Jahre bockig gemacht. Man übersieht ja den vollen Mülleimer oder den Abwaschberg nicht absichtlich, sondern weil man gerade an Fußball denkt. Genauso ist es auf dem Platz, nur das man dort ausnahmsweise mal nicht an Fußball denkt. Bevor jetzt aber jemand ernsthaft vorschlägt, dass wir uns Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 zur Hausarbeit treffen, lade ich an diesen Terminen lieber zur Teamtherapie ein. Ich habe dafür ein neuartiges Therapie-Instrument. Es ist rund und lässt sich in einem Dialog liebevoll oder hart dem Gegenüber zuschieben. Damit überwindet man doch jeden Ärger und erreicht, dass am Ende doch wieder alle auf dem Familienfoto sind (es sei denn der Bildausschnitt ist unglücklich gewählt…).

Kopfgrätsche schmeckt lecker nach Hähnchen

Bevor hier jetzt noch einer behauptet, dass ich früher Handball oder Golf gespielt habe, führe ich bei dieser Gelegenheit Günther Jauch mal fix auf die falsche Fährte. Nachher glaubt das noch jemand, nur weil es so war und sich jemand daran erinnert. Dabei kann man sich doch einfach mal an das wirklich Wichtige erinnern. Also Samstag 10:30 und Mittwoch 18 Uhr. Wobei der Mittwoch in der dunklen Jahreszeit bald zu einem Gerücht verkommt, dass regelmäßig im Frühjahr wieder nach oben kommt. Aber ich krieg schon noch raus, wer jedes Jahr wieder damit anfängt. Zur Not schreibe ich ein Buch darüber. Oder ich kopiere alle Kopfgrätsche-Beiträge zu einem Buch zusammen. Egal, Hauptsache die Fotos sind gut. Notiz an mich: nicht vergessen mich in die letzten Fotos reinzumontieren. Weitere Notiz an mich: alle, die wissen könnten, dass ich nicht anwesend war, mit Kopfballanspielen zu  einer retrograden Amnesie verhelfen. Letzte Notiz an mich: am besten gleich morgen. Allerletzte Notiz an mich: danach wieder mit der Spielterminerinnerung beginnen…

Tu ihn rein, is Cha-Cha-Cha

So liebe Leute. Ihr wollt das Granatentor, ihr kriegt das Granatentor. In unserem Rambo-Zambo-Kickerverein flitzt jeder easy peasy wie’n Tiger übern Platz. Und in dieser fruchtbaren Preiselbeerenzeit darfst auch du auf ’nen Trostpreis hoffen. Auch wenn es nur ein blauer Fleck am Schienbein von Fränzchen Beckenbauer ist. Keine Panik. Auch diesem Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 gibt’s wieder lecker-lockeres Hüftkreisen mit einer Extraportion Balla-balla. Und wer mir jetzt noch zwitschern kann, welcher fetzige Fußballsong hier total heavy versteckt ist, der darf muss morgen nicht ins Tor und darf rennen bis er fix und foxy und grog und groggy ist. Hau rein is‘ Tango.

Tiki-Taka-Titan (Du musst…)

Ich hab’s ja gleich gewusst. Hätte man mich nicht gleich fragen können? Was muss ich noch tun? Mich vor eine Pappwand mit Sponsorenlogos stellen und bunte Kringel auf einen fettverschmierten Touchscreen malen? Nein nein, ihr sitzt da seelenruhig und habt schon das dritte Weizen intus. Aber alle anderen ärgern sich nicht mal mehr über Niederlagen und liegen sich lieber im Strafraum wund. Und wenn die Leistungen vielleicht nie für den Paulaner-Werbevertrag gereicht haben, musst du auf die Macht des gemeckerten Wortes setzen. Und in die musst du jede Meinung zum jedem Thema kleiden können. Denn das X, das sich zwischen deinen Augen auf deiner hochroten Stirn bildet, steht nicht umsonst für Experte. Nur so kannst du exklusive Tipps für die nächsten Spieltage abgeben. Wie z.B.: auch Mittwoch 18:00 und Samstag 10:30 wird es bestimmt Fußball geben. Und auch wenn du nicht immer selbst auf dem Platz stehen kannst, musst du von außen per Ferndruck immer das Optimum geben und dich der Angriffe per Bananenflanke oder Bierdusche erwehren. Und das kann man doch wohl mindestens erwarten. Also wirklich.

Für den Einzelnen ist es Zartbitter

Nun denn. Wer in diesem Sommer noch braun werden möchte, sollte den Strand meiden. Da gibt’s höchstens Schnupfen und Sand in der Unterhose. Für eine wirklich streifenfreie Bräune, wie man sie von den Schokoweihnachtsmännern kennt, die in 2 Wochen in die Läden kommen, sollte man aber auch auf die 3 Streifen verzichten. Und das ist auf dem Fußballplatz im Grunde das einzige Hindernis, um die Bürobleiche komplett loszuwerden. Darum empfiehlt es sich die restlichen Körperpartien mit blauen Flecken aufzufüllen. Das funktioniert aber nahezu automatisch, wenn Mittwoch 18:00 und Samstag 10:30 der nötige Wille zum Körperkontakt besteht. Monochrom ist doch sowieso langweilig, sonst könnte sich Christoph doch den Farbfilm in seiner Digitalkamera sparen. Zusammen mit den verblassenden Motiven auf den Sporttrikotagen bildet sich eine kunterbunte Melange in allen Farben des Regenbogens. Quasi ein Vorbote des bunten Kleides, welches die Schoko-Nikoläuse umhüllt. Ach ja, wenn doch auch nur das dazugehörige Spiel so viele Facetten hätte.

Advantage Netztroller

Immer schön freundlich, bitte. Für Beleidigung und Pöbelei anderer Mitsportsfreunde gibt es ja z.B. Twitter. Da kann ich prima den Frust nach Niederlagen in wenigen Zeichen rauslassen. Netter Nebeneffekt: So schaffe ich es auch ohne Medaille in die Nachrichten. Auf dem Platz ist das zu gefährlich, da könnte sich ja jemand mit Tunnel und Übersteiger revanchieren. Die Feder ist ja vielleicht schärfer als das Florett. Aber wie sauscharf is’n bitte die Tastatur? Da müll ich in Nullkommanix eure Postfächer und Timelines voll. Ich könnte natürlich auch sinnvolle Infos wie Mittwoch 18:00 und Samstag 10:30 anbringen, aber wer liest das schon? Also lieber rumtrollen, bis es euch Ballpumpe aus dem Elch zieht. Sobald ich mal verliere, fang ich an. Versprochen. Also lasst mich auch morgen lieber gewinnen. Ich hab ’nen Account und ich werde ihn benützen. Den Ball eventuell auch. Mal gucken, ob wenigstens da noch Luft drauf ist.

Footballgod save the Queen

Dear Gentlewomen and -men, getreu dem olympischen Motto (das eigentlich gar nicht das olympische Motto ist, ist es nicht?) nach dem Dabeisein Alles ist, kann man nur raten bei allem dabei zu sein. Auch wenn es wahrscheinlich keine Weltrekorde gibt, kann man das pure Dabeisein auf den Zielfotos sehen. Also nicht lang fackeln und eine Disziplin auswählen, die den eigenen Bewegungen am Nächsten kommt. Ob Powerwalking, Schmetterlingsfreistil oder Hürdenweitwurf – in den Medallienspiegel sollte man nicht zu tief schauen. Und während die Engländer die Waliser für sich spielen lassen und David Beckham lediglich als Staffelstab eingesetzt wird, werden wir selbst laufen bis wir Ringe unter den Augen haben. Die ersten Chancen auf den nächsten funny Treppchenwitz gibt es Mittwoch (18:00) und Samstag (10:30). Und selbst wenn nicht alle dabei sein können, gibt es immer noch das wahre olympische Motto. Und das lautet immer noch: Höher, Schneller, Weiter.
Well, dem folgt wenigstens der Ball bevor er ins Gebüsch fliegt.

Lass die Carbonara. Nimm den Ball.

Ich weiß, ich weiß. Du kamst zu mir und batest mich, um den Gefallen den Mittwoch eventuell auf den Dienstag zu schieben. Bis heute sitze ich in meinem Hotelzimmer und warte, dass der entsprechenden Umschlag unter der Tür erscheint. Ohne diesen kann ich nur ganz schwer die entscheidenden Leute von dieser wahnwitzigen Idee überzeugen. Die haben schließlich Familie und haben diesen Umschlag verdient. Verstehst du? Wann habe ich dich jemals, um etwas gebeten? Irgendwann, möglicherweise aber auch nie, werde ich dich bitten, mir eine kleine Gefälligkeit zu erweisen. Und merke dir: Er bittet kein zweites Mal um einen Gefallen, wenn man ihm den ersten verweigert. Wo bleibt der Respekt? Ich kann mich nicht erinnern wann du mich das letzte Mal in dein Haus eingeladen hast zu einer Tasse Käsefondue oder zu Gratisflügen rund um die Welt. Pass auf, ich mache ihm ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Er kommt wie gewohnt Mittwoch 18 Uhr und Samstag 10:30 Uhr zum vereinbarten Treffpunkt. Danach entscheiden wir, ob ich eine fünfte Amtszeit als Fifa-Präsident… Was? Achso. Danach entscheiden wir, wo er am nächsten Dienstag sein wird. Bei den Bällen oder bei den Fischen.