Heulen mit dem Abwehrwolf

Autsch. Manch einer sehnt sich regelrecht nach der Winterpause. Bei dieser feuchten Witterung rutscht man schnell mal auf dem Rasen in Wembley aus und schon liegt man im Gips unterm Weihnachtsbaum. Da empfiehlt es sich auf die gut beleuchteten Tartanplätze auszuweichen, auf denen das Laub schnell zusammengeharkt ist. Oder die Indoorvariante, wo sogar schon gestreut wird. Nach dem ersten Nachtfrost findet sich bestimmt auch ein salziges Plätzchen. Wer also noch nicht zum Probetraining als neuer Abwehrchef beim BVB gegen den Tabellenführer vorspielen muss, sollte die Chance auf etwas led’rige Frischluft am Samstag 10:30 nutzen. Das stärkt die Abwehrkräfte, wohl mehr die des Körpers als des Kaders. Aber immerhin. Wer danach noch alle Bänder und Knochen beisammen hat, kann sich seelisch auf die große Aufgabe am Dienstag vorbereiten. Da steht die große Entscheidung zwischen Sandkasten und Champions League an. Hoffentlich entlässt die Sachsenklinik noch rechtzeitig ein paar Mitspieler, damit ich nicht als Einerkette ende. Will jemand darauf wetten? Außer Uli?

… jage die letzten Füße in den grellen Schein

Der Samstagvormittag ist natürlich fest für den Fußballgott reserviert. Und auch wenn ich auf dem letzten Foto fehle, habe ich auf ich mich auf meine Weise fußballerisch weiterentwickelt. Beim Hufschmied habe ich mir ein Paar neue Treter angießen lassen. Diese haben den Vorteil, dass sie nur oben zwei Löcher haben, wo die Füße erstklassig hineinpassen. Farblich wird auch einiges geboten. In der dunklen Jahreszeit müssen eben nicht nur die ABC-Schützen auf sich aufmerksam machen. Die Leuchtkraft der Töppen wird allerdings nicht ausreichen, um das Feld großflächig auszuleuchten. Deshalb wird morgen 17:30 wahrscheinlich der letzte Unterderwochetermin in diesem Jahr sein. Die nächsten Samstage werden dafür umso wichtiger. Nicht, dass jemand irgendwelche Shoppingtermine um 10:30 als Ausrede angibt. Wer jetzt keine passenden Schuhe hat, wird sich keine mehr besorgen, wußte schon der große Fußballexperte Rainer Maria Rilke. Morgen wird er sicherlich noch die aktuellen Championsleaguepartien kommentieren. Das muss ich mir direkt im Poetryslam-Tempel Nr. 1 in Wismar aka Theatergaststätte anhören. Das ideale Kulturprogramm im Anschluss an die einzige Modenschau, bei der gerannt wird.

 

Zlatanieren geht über Nominieren

Huch. Drei Anrufe in Abwesenheit. Garantiert schon wieder Joachim, der noch Mitspieler für nächste Woche sucht. Dabei ist die Cat doch schon zu 999% in the Sack. Und dafür soll ich mich zum Deppen machen? Während andere ihre Wehwehchen im Whirlpool mit Cousinen wegblubbern? Oder sich im defensiven Mittelfeld eine Hängematte aufhängen? Brauche eigentlich nur einen aussagekräftigen Krankenschein mit einer Entschuldigung, die einen neuen Eintrag im Pschyrembel wert ist. Ohrläppchenzerrung? Haarwurzelprellung? Ganzkörperunlust? Doktor Müller-Wohlfarths Unterschrift kann ich eigentlich schon ganz gut imitieren. Und schon ist das Vergnügungsprogramm Dienstag 17:30 und Samstag 10:30 gebucht. Echter Sport, harter Wettbewerb, ungewisser Ausgang. Ratlosigkeit in Café King. Gegen Zlatan darf mich Joachim dann gern wieder einladen. Ist zwar am Dienstag und es geht um nix, aber dann können wir zwei Fußballgötter noch mal anständig unseren Geburtstag nachfeiern. Hat jemand ’nen heißen Tipp, wo man in Solna 14,5 Millionen Jahresgehalt auf den Kopf hauen kann?

 

Pfeif Pfeif Klick Klack

Als nach dem letzten Spiel noch der fantastische Mr. Fox persönlich am Platz auftauchte, hatten wir noch einen wahren Schlaufuchsanfall. Der hat uns dazu veranlasst, den Spielbeginn für Dienstag auf 17:30 vorzuverlegen. Der Fuchs weiß schließlich nicht nur wie man dicke und dumme Bauern austrickst. Er weiß auch, dass man Tageslicht braucht, damit einem das Spielgerät nicht wie ein fetter Puter vor der Nase davonfliegt. Also verlasst den Fuchsbau etwas früher als sonst und spielt mit uns Schmetterkrachen. Jetzt fragt ihr euch: wie sind die Regeln? Hm. Das ist ganz einfach. Ein Schmetterkrachen-Team besteht aus drei Grabschern, drei Werfern, fünf Zweig-Flitzern und dem Spieler auf Schmetter-Position. Der Center-Werfer zündet einen Tannenzapfen an und schmettert ihn über den Korb, und der nächste versucht, den Zedernstab vom Kreuzstein zu hauen. Dann flitzen die Zweig-Flitzer hin und her, bis der Tannenzapfen abgebrannt ist und der Schiedsrichter ruft “Heiße Kiste”. Danach, am Ende, werden sämtliche Trefferpunkte addiert und die Summe durch 9 geteilt. Und am Samstag 10:30 wird das Ganze wiederholt.
PS: Im Anschluss wartet eine Apfelweinflut auf dem Hocker im Fuchsbau mit Sky-Abo.

Reingestochert

Bitte recht freundlich, Herrschaften. Auf den Bilddokumenten auf kopfgrätsche.de sticht eins in beide Augen: Kein Klopp-Gesicht, keine Erfrischung. Aber wenn der Ball im Suchbild fehlt, ist der Entertainmentfaktor ziemlich weit unten. Darum bringe ich alles mit, um mindestens noch vier weitere Jahre wie bisher weiter zu machen: einen Ball, ein paar frischgewaschene Leibchen, bunte Schuhe und eine entschlossene Visage. Doch keine Angst, der will nur spielen. Gewinnen wäre zwar auch ganz schön, muss aber nicht. Im Endeffekt könnte man jedes Ergebnis anfechten, da immer so schlampig ausgezählt wird. Aber vielleicht sollten wir lieber unser Konzept auf die nächste Wahl übertragen. Das letzte Tor entscheidet, egal wie es vorher lief. Da hätte selbst so manche Splitter- und Spaßpartei eine letzte Chance. Falls also Dienstag 18:00 oder Samstag 10:30 plötzlich ehemalige FDP-Minister auf dem Platz auftauchen, wissen wir bescheid. Aber am Ende werden es doch wieder nur Piraten mit Holzbeinen. Damit landet man eindeutig in der Kategorie Splitterpartei. Kurz vor Zahnstocher.

Ball-o-mat für Abschlussschwache

So, demnächst müssen wir uns entscheiden, wer bei der nächsten WM auf der Ehrentribüne die Arme in die Luft wirft. Hilft ja nix, irgendwohin muss die Kamera ja schwenken, während der Bundestrainer in der Nase bohrt. Unabhängig von schlimmen Fingern und Händen die komische Rauten formen, die an den traurigen Dinosaurier der Bundesliga erinnern, können wir uns vor der Wahl noch zwei mal auf unsere unförmigen Beine und Füße konzentrieren. XOXO ist bei uns das optische Muster, das die Viererkette bilden würde, wenn wir irgendwann den Libero abschaffen. Aber die Tradition verpflichtet uns weiterhin die Griechen und ihre bewährte Rehakles-Taktik zu unterstützen. Wir sind ja schließlich keine verirrten AfDler. Von denen wird zum Glück niemand in Brasilien die Lola für Deutschland starten (was eindeutig der bessere Parteiname gewesen wäre). Und wenn sie Dienstag 18:00 nicht zufällig das Licht am Bolzplatz anschalten, gibt es keinen vernünftigen Grund sie anzukreuzen. Denkt auch an den Termin Samstag 10:30 und an das ungeschriebene Gesetz, dass Schwarzgelb nur beim Fußball sinnvoll ist. Fragt die Dinos mit der Raute.

Den halt ich. Für ein Gerücht.

Und dann hätten wir da noch ein Ding mehr. Es ist wahnsinnig toll und jeder braucht es. Für den besseren Bedienkomfort haben wir es komplett abgerundet. Das heißt: die überflüssigen Fetzen rundherum haben wir entfernt, damit es wieder annähernd in die Richtung moved, in die man es gedanklich gedropt hat. Zudem haben wir noch ein paar Pixel extra herausgeholt, indem wir es mit zusätzlich mit einem Gemisch aus Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid versetzt haben. Das macht es prall und hart. Jeder mitteleuropäischen Standardfuss sollte sich dem anpassen können. Und jeder Kopf wird es zielgerichtet und noch schneller in die eigens dafür konzipierten eckigen Schutzhülle befördern. Soweit die Rumours, die offizielle Vorstellung erfolgt heute 18:00. Und am Samstag 10:30 ist dann der zweite Teil der Schlange dran. Geduldet euch noch ein paar kleine Augenblicke, dann habt ihr die Zukunft in der Hand. Deshalb darf auch jeder mal kurz in die Schutzhülle. Nur dort kann man in Ruhe die ultramatte Oberfläche in Ruhe von allen Seiten gründlich untersuchen. Außerhalb des Cases sind sofort die zahlreichen Fanboys zur Stelle und wollen dir an den Rollkragen. Amazing!

Das große Rennen von Ibraville

… letzte Chance. Vorbei. Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht. Dazu noch die Konfettikanone und das Höhenfeuerwerk. Wenn all das gegeben ist, seid ihr durch das richtige Transferfenster gefallen. Falls nicht, die Winterpause ist gefühlt nicht mehr weit. Auch ich bin vom Vorspielen aus Ibraville zurück. Aber solange dieser große Schwede dort rumhängt, können sich die Scheichs mich nicht leisten. Auch der FC Arsenal hat das Festgeld anderweitig angelegt. Arsenal London zu sagen ist übrigens megafalsch und wird nicht mit unter 2 Shitstorms bestraft. Dabei ist es nur ein hilfreicher Service für Ortsunkundige. Nicht umsonst schreibe ich dauernd überflüssigerweise, dass wir Dienstag 18:00 und Samstag 10:30 auf einem roten Platz spielen. Wer dann bei Sparta Moskau landet, der findet auch sonst das Tor nicht und sollte auf Tischtennis umsteigen. Die Wahrscheinlichkeit dann jemals den Genuss von Konfetti und Feuerwerk zu kommen, wird dann aber noch kleiner. Denn beim Tischtennis gewinnen immer die Chinesen und die verstehen ja bekanntlich nichts Pyrotechnik, oder?

 

Spritzigkeit kennt seine Grenzen

Guck mal die Sommerpause. Schon wieder rum. Spätestens seit dem letzten Spontan-Kick am vergangenen Donnerstag gegen die Anker-B-Jugend wissen wir, dass wir im Herbst angekommen sind. Und das lag nur bedingt am Wetter. Jaja, diese jungen Leute mit ihren Reus-Frisuren und ihren Messi-Füßen. Die ernten jetzt die Vitaminspritzen der WM2006, die ja komischerweise schon wieder 7 Jahre her ist, obwohl sie erst gestern stattfand. Aber wir wollen nicht über Gebühr meckern, schließlich müssen wir uns noch genug Meckerlaune für die nächsten 60 Jahre aufheben. Und natürlich Schadenfreude, wenn die hoffnungsvollen Karrieren mit Mitte 20 den Bach runterdümpeln, weil es noch bessere Wunderkinder gibt. Dann betteln die Talente von einst, um bei uns mitspielen zu dürfen. Momentan nehmen wir noch jeden. Zwei Beine genügen. Und Zeit natürlich. Wenn ihr die Dienstag 18:00 und Samstag 10:30 entbehren könnt, dann seid ihr so gut wie im Team. Kommt lieber pünktlich, bevor ein Justin-Götze-Lookalike euch den Platz streitig macht. Der von den Bayern kann schließlich auch schon wieder laufen und startet damit den Verdrängungswettbewerb. Wo ein Körper ist, kann kein anderer sein. Simple Physik. Jetzt muss sich nur noch dieser verflixte Ball dran halten.