Das große Rennen von Ibraville

… letzte Chance. Vorbei. Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht. Dazu noch die Konfettikanone und das Höhenfeuerwerk. Wenn all das gegeben ist, seid ihr durch das richtige Transferfenster gefallen. Falls nicht, die Winterpause ist gefühlt nicht mehr weit. Auch ich bin vom Vorspielen aus Ibraville zurück. Aber solange dieser große Schwede dort rumhängt, können sich die Scheichs mich nicht leisten. Auch der FC Arsenal hat das Festgeld anderweitig angelegt. Arsenal London zu sagen ist übrigens megafalsch und wird nicht mit unter 2 Shitstorms bestraft. Dabei ist es nur ein hilfreicher Service für Ortsunkundige. Nicht umsonst schreibe ich dauernd überflüssigerweise, dass wir Dienstag 18:00 und Samstag 10:30 auf einem roten Platz spielen. Wer dann bei Sparta Moskau landet, der findet auch sonst das Tor nicht und sollte auf Tischtennis umsteigen. Die Wahrscheinlichkeit dann jemals den Genuss von Konfetti und Feuerwerk zu kommen, wird dann aber noch kleiner. Denn beim Tischtennis gewinnen immer die Chinesen und die verstehen ja bekanntlich nichts Pyrotechnik, oder?

 

Schieß doch Bulle! …oder spiel ab.

Wenn man aus der Kurve fliegt, war man entweder zu schnell unterwegs oder hat in den Augen der Ultras den falschen Beruf. Aber in unserem Easy-Afterwork-Zirkel ist es zum Glück egal ob man schnell, langsam, faul oder fleißig ist. Hauptsache für den Platz bleibt noch genug Schnelligkeit und Fleiß. Und natürlich Pünktlichkeit. Quasi das LA und das OLA, wenn man nicht alleine die Pille gegen die Mauer kicken will. Bei den Profis kriegen sie es schließlich auch hin, dass rechtzeitig zum Anpfiff 22 mit je 2 Beinen vor Ort sind. Und auch die Amateure geben sich Mühe, wie man dieses Wochenende wieder im DFB-Pokal sehen kann. Die Friedhöfe sind zwar voll mit Menschen, die sich Mühe gegeben haben, aber immerhin muss nur eine Mannschaft im FDGB-Pokal antreten. Die hat dafür Licht am Fahrrad. Das ist am nächsten Dienstag 18:00 noch nicht nötig, auch wenn die Tage deutlich kürzer treten. Dafür starten wir Samstag früher, um die Mittagshitze zu verwirren bevor sie uns verwirrt. 10:00 ist Zeit für den Anpfiff. Mal gucken wie viele Beine die Kurve kriegen.

It’s a ball!

Sagen eure Freunde auch immer, dass man diesem Wetter keinen Sport macht? Nur weil man schon beim Nachdenken schwitzt? Oder beim Tippen auf der Tastatur? Für diesen Beitrag sollte ich mir ruhig eine halbe Stunde Zeit nehmen, wenn ich vernünftig wäre. Aber bevor wir in einen Skidome nach Katar umziehen, gucken wir doch lieber mal, ob das Wetter nicht vor uns aufgibt. Der Blatter-Sepp hat natürlich Muffe und verlegt seine Wüsten-WM in den Winter. Dabei ist die Wettervorhersage für 2022 mehr als ungenau. Am besten immer einen Schirm mitnehmen. Der hilft gegen Sonne und Regen und im Zweikampf kann er eigentlich nicht von Nachteil sein. Und wenn es Unwetter gibt, spiel ich barfuß. Da werden die Schuhe wenigstens nicht nass. Jedes Wetter ist Fußballwetter. Dem Ball ist es egal. Und der will Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 auf jeden Fall auf dem Platz sein. Ein schattiges Plätzchen findet er im üppigen Unterholz, wenn wir ihn übers Tor holzen. Oder unter Kates Pünktchenkleid. Extrem genügsam der kleine Scheißer.

Einfach wurstmeisterlich

Der Ergebnisdienst informiert: Sieger des 7 Bürgen Turniers wurde die unbezwingbare Enklave Hongkong. Die Martial-Arts-Experten nahmen reichlich Wurstwaren und Eddy Snowden im Kofferraum mit nach Haus. Im Finale zermürbten sie die Allstar-Truppe, die vor allem aus Durchreisenden mit leichtem Handgepäck bestand, worin die offizielle Ausrüsterkluft fehlte (Nike-, Erima- und Kik-Logos werden auf den Bilddokumenten noch gepixelt). Der dritte Platz ging an die Isle of Man. Sie hatten mit Abstand die meisten Beine, aber auch eine Menge Knoten in den selbigen. Das Team Femen war wie immer bei Veranstaltungen mit Sekt und Häppchen irgendwie dabei und musste, wie im Gruppenbild zu sehen, wieder vom Platz getragen werden. Sieger der Herzen war eindeutig Mexico. Sie wehrten sich vergeblich, aber mit allem was sie hatten. Ihr 1:4-System (1 Stürmer, 4 Torwärterinnen) wird bei der nächsten Weltmeisterschaft der nächste heiße Scheiß. Damit keine Post-Turnierdepression aufkommt, werden wir nahtlos in den Fußball-Alltag grätschen. Die nächsten Termine sind wie gelernt Samstag 10:30 und Dienstag 18:00. Es wird bestimmt so heiß wie in Mexico, Brasilien und Katar zusammen. Das kann nur weltmeisterlich werden.

Wir sind schon auf dem Brenner…

…wir brennen schon was drauf. Die Grenzlinien ist gezogen. Wer sein Talent rüberretten will, sollte nichts dem Zufall überlassen. Die besten Anlageberater unseres Instituts treffen sich Samstag 17:00 Uhr zum Anpfiff des diesjährigen DIA-Turniers am Haus 7a. Der 10:30 Uhr-Termin ist damit an diesem Samstag aus dem Filofax zu streichen. Schließlich müssen noch doppelte Böden im Kofferraum und Netze im Strafraum installiert werden. Dort gehen einem bekanntermaßen die größten Sünder in die Falle. Jeder der laufen kann, ist der Teilnahme verdächtig. Die einfachen Faustregeln sind: die Steuer-CD ist rund, ein Spiel dauert solange wie der Schiri dich nicht verpfeift und bloß nicht erwischen lassen. Also fleißig die Taschen vollgehauen, damit man nicht am Ende mit leeren Händen dasteht. Es geht um die Wurst und um die Pelle. Greift ruhig mal ’nem nackten Mann in die Tasche. Das wird bei ’ner Femen-Aktivistin nicht einfacher. Die Startgebühr in nicht nummerierten Scheinen einfach unter der Torlinie durchschieben. Dann klappt’s auch mit dem Pokal. Achtung: Weder Funktionäre noch Schiedsrichter sind käuflich (VHB). Am nächsten Dienstag 18 Uhr wird dann wieder brav versteuert. Großes Uli-Hoeneß-Ehrenwort.

Every feet you break

…I’ll be watching you. Manchmal zweifle ich daran, dass irgendjemand diese regelmäßigen Mails liest. Aber in den letzten Wochen haben wir doch nahezu vollständige Gewissheit, dass wenigstens ein paar Geheimdienste Wort für Wort verschlingen. Oder wenigstens für später speichern. Man kann allerdings nur hoffen, dass es die Briten sind, denn das fußballerische Talent der Amerikaner würde unsere Dienstagskick-Loge nicht großartig qualitativ aufwerten. Aber der eine oder andere Insulaner könnte morgen 18 Uhr durchaus bereichernd wirken. Naheliegende Scherze über die Elfmeter-Fähigkeiten sparen wir uns an dieser Stelle. Beim großen Vergleich der Steuerparadiese aka DIA-Turnier gilt immerhin die Isle of Man schon jetzt als Sieger der Herzen. Wer hat schon sonst ein Wappen mit drei Beinen zu bieten? Damit ist man sogar den beidfüßigen Spielern überlegen und nahezu unberechenbar. Für eine vielbeinige Abwehr reicht womöglich ein einziger Spieler. Apropos Abwehr, lasst uns drauf verzichten die Firewall beim großen Tempora-Freistoß bis zu den Achseln hochzuziehen. Alles im Sinne unzähliger Beine.

Dieser Artikel ist leider verpfiffen

Im Gegensatz zum wöchentlichen Gekicke wird es auch beim DIA-Turnier wieder einen Schiedsrichtereinsatz geben. Grund genug uns mit etwas Whistleblowing einzustimmen. Ich fange an und verrate einfach mal, dass der Ball gar nicht rund ist. Vielmehr handelt es sich um ein n-Eck. Das mit den 90 Minuten galt zudem für kaum ein Spiel in den letzten 150 Jahren. Es ist eine grobe Ansage, um eine Voraussage für Mutti zu treffen, wann man circa zum Essen erscheint. Außerdem holt sich Pep seine Trainingstipps von Klinsi, das kommt aber in der Bildzeitung erst kurz vor Weihnachten raus. Wer solche Geheimnisse zu früh verrät, sollte seinen Fluchtweg gut geplant haben. Moskau, Kuba, Hongkong, Ecuador – Rudi Gutendorf war bestimmt schon da. Auch ich werde den nächsten Samstag im Zeugenschutzprogramm verbringen. Glücklicherweise kann man auch in Mecklenburg problemlos vor Geheimdiensten aller Art untertauchen. Heute um 18 Uhr werde ich mich mit falschem Bart und falschem Trikot noch einmal auf dem bekannten Platz einfinden, um das Geheimnis meines Talents zu lüften. Mehr wird nicht verraten.

Macht Platz!

Wer heute etwas zu sagen hat, strömt auf einen Platz, um dort seine Ansichten gut sichtbar zu demonstrieren. Ob Rasen, Tartan, Tian’anmen, Taksim oder Tahir – auf Plätzen kann man nicht nur Pokale feiern. Man kann sich auch prima verabreden, um Veränderungen zu starten. Wem der Platz gehört, dem gehören die Aufmerksamkeit. Plätze sind was Wunderbares. Auch auf uns üben sie mehrmals in der Woche eine große Faszination aus. Vor allem Dienstag 18:00 und Samstag 10:30. Dann lassen wir uns auch nicht ohne Protest von dort vertreiben. Die Gefahr geht allerdings maximal von trainierenden Vereinen statt von Wasserwerfern und Tränengas aus. Unsere Trikot-Parade ist dafür ähnlich bunt wie auf dem Taksim Meydanı und bringt Anhänger aller vorstellbaren Clubs zusammen. Sollte das nicht reichen, bleibt uns noch, unsere Botschaften mit schwarzer Farbe auf die nackte Haut zu malen. Spätestens dann gucken alle. Vielleicht heben wir uns das aber lieber für das DIA-Turnier Sieben Bürgen am 13.07. auf, wenn wir den Platz neben Haus 7a okkupieren. Meldet euch rechtzeitig unter uli@dreckbus.de an, damit wir genug Eimer Farbe vor Ort haben. Gerne RT.

Aufsteiger, Absteiger, Aussteiger

Habt ihr auch schon genug von dem Basargeschacher, mit dem sich der gemeine Fußballfan die spielfreie Zeit in den Ligen vertreiben muss? Über Wochen wird rumgefeilscht und am Ende halten sich die Bundesligamanager kein Stück an die Vorgaben aus den Foren. Zum Glück gibt es Ausstiegsklauseln. Kurzer Schreck und der Spieler ist weg. Oder da, je nachdem. Doch wie auf ebay sollte man darauf achten, dass im Karton für den neuen Videorecorder nicht nur zwei Ziegelsteine mit Muskelbündelriss liegen. Gekauft wie gesehen – auf Sky. Und da sieht man ja bekanntlich was Besseres. Wir machen es dann doch lieber wie der Capitano. Lockeres Aussteigen ohne Sky und Klausel und am Ende steht ein Handballergebnis. Warum fällt mir da gerade ein, dass am letzten Samstag die Rentnerolympiade unseren Platz okkupierte? Dienstag 18:00 und Samstag 10:30 zeigen wir dann wieder unsere Version von Seniorensport. Wenn wir genug Wasser dabei trinken, geht es vielleicht als Charity-Kick gegen die Flut durch. Arbeitstitel: Ahoi Capitano.

Eyes Wide Shoot Out

Wer jetzt denkt: „Augen auf bei der Positionswahl“, spottet jeder Beschreibung. Im Sinne der ästhetischen Symmetrie würde ich mir wünschen, dass wir ein farbliches Gleichgewicht herstellen können. Damit meine ich in zweiter Linie den Einsatz der Leibchen, die uns helfen Freund von Feind zu unterscheiden. Vielmehr sollten auch das linke und das rechte Auge Teamspirit zeigen und die gleichen Farben hoch halten. Der einzige Schmerz dabei ist dieser undefinierte Verlauf von Lila zu Gelb zu Rot zu Blau. Das ist so Nineties und passt zu keinem Trikot. Sorgen wir also morgen 18:00 und Samstag 10:30 für den Ausgleich jeglicher Couleur. Mit etwas Sonnenbrand und Sommersprossen lenken wir von farblichen Fehlgriffen ab. Quer- oder längsgestreift oder kariert mit Punkten – wir recyceln die hübschen Designs der Gewinnershirts der zweiten Sieger und machen daraus ein buntes Stil-Potpourri. Da fällt kaum auf, dass die Schuhe untrendy und die Augen etwas überbetont sind.

Alle Spiele, alle Promille

Während die Saison gerade mit 1,8 Promille locker ausläuft, freuen sich alle Fußballhasser auf einen turnierfreien Sommer. Die haben aber die Rechnung leider ohne das DIA-Championat gemacht. Das wird jedes Jahr gespielt. Schließlich haben wir keine 4 Jahre Zeit, um uns aufs Neue zu beweisen. Machen wir uns nix vor, für uns bezahlt niemand mehr 37 Millionen und auch das Länderspieldebüt wird immer unwahrscheinlicher. Während Gleichaltrige in den europäischen Topligen ihre Karrieren mit dem Blumenstrauß in der Hand beenden, um Karrieren als TV-Experten zu starten, quälen wir weiterhin zweimal in der Woche Platz und Ball. Wenn es nicht gerade sinntflutartig schifft wie am letzten Samstag. Dann zwicken die wetterfühligen Knochen und das Wasser plätschert durch Knie und Regenrinne. Die ausgefallene Spielzeit gilt es Dienstag 18:00 und Samstag 10:30 nachzuspielen. Nicht, dass ihr euch ärgert, wenn jemand anders in diesem Jahr beim DIA-Turnier ganz groß raus kommt. Und sei es nur als Experte im Klugscheißen.

Rumpelfeet strikes again

Es soll ja angeblich Weltwunder-Charakter haben, wenn heutzutage jemand gegen den Ball tritt, der aus deutschen Landen stammt. Alle jubeln über die Qualität und schmieren dem Teutonen Honig ums Maul. Gut, da gibt es ja demnächst ein Spiel in Wembley, das dieses Tun ein wenig rechtfertigt. Aber wem das zu weit geht, dem sei der Besuch des roten Platzes am Dienstag Abend 18 Uhr empfohlen. Da wird noch nach den alten Lehren der Ribbeck-Ära gekickt. Ronny Maul und Heiko Gerber wären stolz und würden glatt ihr einziges Länderspiel aus den Geschichtsbüchern streichen lassen, um dabei zu sein. Wir beweisen heute wieder allen, dass früher wirklich alles schlechter war. Und das diese Tradition nicht so einfach mit einem Doppelpass wegzuzaubern ist. Mit unserer Weitsicht wissen wir: der Trend wird wiederkommen. Nicht umsonst startet die Nationalelf eine Amerikareise, die verdammt nach Confed-Cup anno 1999 riecht. David Odonkor ist nur nicht dabei, weil er seit 4 Jahren eine neue Telefonnummer hat. Immerhin: diejenigen von uns, die Samstag 10:30 auf dem Platz stehen, kann Jogi auch nicht mitnehmen. Vielleicht wird es doch nur halb so schlimm.

Bierdusche im Bällebad

Gute Nachrichten. Wir haben den Großteil des Konfettis eingesammelt und das Bier aus dem Rasen der Schlauchboot-Arena gewrungen. Gerade schleudert die Waschmaschine noch die rote Farbe aus den Papierschnipseln. Nur noch kurz überbügeln und anmalen in einer Farbe eurer Wahl. Und schon ist die Kanone wieder gefüllt für die nächsten Helden. Es muss ja nicht immer eine Meisterschaft sein. Man kann sich ja auch über kleine Dinge freuen. Z.B. über ein Tor beim Dienstagsfußball. Oder darüber, dass man es überhaupt Dienstag pünktlich 18 Uhr zum Dienstagsfußball schafft. Egal, Hauptsache die Freude ist einigermaßen echt oder die Kamera fängt den magischen Moment ein, in dem man gerade Mund und Augen maximal aufreißt. Mit Bier aus Stiefeln können wir zwar nicht dienen, aber es ist ja auch schon Sandalen-Wetter. Und nicht vergessen: auch am Samstag (10:30) lauern kleine Triumphe und sei es nur beim Fußballtennis. Anschließender Empfang auf dem Rathausbalkon nicht ausgeschlossen.

Wichtige Einblendung auf der Selbstanzeigetafel

Also gut. Ihr habt mich überzeugt. Ich mache weiter (immer weiter). Wenn euch egal ist, ob ich hinterziehe, überziehe oder abziehe, dann zieh ich weiter meine Kreise. Meine Selbstanzeige für das DIA-Turnier ist schon fast vergessen. Meine Verdienste um Kopfgrätsche.de überstrahlen schlichtweg alles, meine Pitbulls beißen am Spielfeldrand alles weg und das Festgeldkonto steht wie ’ne 1. Bevor ihr euch beim Elfmeter für eine Ecke entscheiden könnt, kauf ich beide weg. Bleibt nur noch drüber schießen, aber auch das empfinde ich als Reminiszenz an mich. Huldigt mir auch morgen wieder. 18 Uhr gebe ich euch meine Audienz auf dem Roten Platz. Ich lasse Rostbratwürste regnen und bringe euch den rundesten Ball, den ihr jemals saht. Kommt in den Schoß der Sieben Bürgen. Rennt für mich am Dienstag und am Samstag. Benennt Pokale und Straßen nach mir. Meldet euch alle freiwillig für mein DIA-Team, um das Beste noch besterer zu machen. Dann feiern wir vielleicht auch mal kurz (wenn der Motzki grad nicht guckt). Wer von euch war noch mal für die Scheißstimmung verantwortlich?

Auf die Merkliste, Markus!

Für alle die das perfekte Ablenkungsmanöver benötigen, gibt es auch an diesem Dienstag 18 Uhr wieder das totale Vergessen in runder Form. Ob Ärger mit dem Finanzamt oder Europapokallampenfieber mit der schwarz-weißen Pille sind alle Sorgen für 2 Stunden ganz weit weg. Durch den Netzvorhang dringt nix, maximal ein leichter Transpirationsduft. Nach dem Kicken verlängern wir das Vergessen auf dem Hocker im Blauen Salon. Einige werden sogar vergessen am Mittwoch zur Arbeit zu gehen. Aber Vorsicht mit der Dosis. Die nächste Portion Bolzen bitte erst wieder am Samstag 10:30 Uhr einnehmen. Die Suchtgefahr ist nicht zu unterschätzen. Christoph D. und Uli H. von den anonymen Geltungssuchtkranken sollten euch Warnung genug sein. Da unsere Vergessen-Therapie inzwischen sehr erfolgreich ist, müssen wir leider Woche für Woche unsere Message wiederholen: Dienstag, Samstag, Roter Platz. Immer wieder gern. Wenn’s denn hilft.

Panische Verhältnisse

Vernünftiges Warmmachen ist seit jeher wichtig, wenn man in der entscheidenden Phase nicht in die Röhre gucken will. Im Blauen Salon ist die Röhre zum Glück nicht mehr wichtig. Läuft ja (fast) alles über Flachbildschirme. Aber morgen Abend wird es voraussichtlich in der Theatergaststätte voll wie auf Ulis Konto. Das adäquate Aufwärmprogramm startet 18 Uhr auf dem Tartangeläuf. Dort werden die Grundtugenden für den restlichen Abend trainiert. Mit dem Bier durch die volle Kneipe laufen, wird möglichst realistisch von den Abwehrreihen simuliert, wenn sie die Stürmer in die Zange nehmen. Und wenn man schon vorher den Hals warmgereckt hat, um über die Freistoßmauer zu gucken, wird man auch bei Heiko die eine oder andere Ecke vom Bildschirm einsehen können. Nur wer in der entschiedenen Phase im Tor stehen muss, wird wahrscheinlich auch diesmal gerade am Pissoir stehen, wenn der entscheidende Treffer fällt. Gerade die ungeschriebenen Gesetze sind da sehr konsequent. Es ist allerdings kein ungeschriebenes Gesetzt, dass ihr vor dem Fußball gucken erst selbst spielen müsst. Ich hab’s ja grad aufgeschrieben. Also…

Das letztes Tor ist immer das letzte

Zugegeben unsere Spielzeiten sind etwas unkonventionell. Also jetzt nicht unbedingt der Beginn. Samstag 10:30 (Tartanplatz) und Dienstag 18:00 (Kagenmarkt) sind ja einigermaßen gut planbar. Vielmehr ist es die Dauer, die von den FIFA-Regularien abweicht. Das liegt natürlich auch an dem fliegenden Start, der meist spontan vollzogen wird, wenn alle anwesend, aufgewärmt und krankenversichert sind. Oftmals reicht es durchzuzählen. Eine ungerade Anzahl von Mitspielern ist der untrügliche Beweis, dass niemand mehr kommt, um für Chancengleichheit zu sorgen. Aber auch das Ende richtet sich selten nach der Uhr. Das Ende ist ja meist Anfang von etwas Neuem. Der nächsten Schicht, dem Hereinbrechen der Dunkelheit oder der Start der 3. Halbzeit im Blauen Salon. Es ist also kein Wunder, dass wir nahezu ohne Zuschauer spielen. Für diese gibt es nicht den magischen Moment kurz vor Schluss, bei dem man schnell vor allen anderen in sein Auto steigt, um den Stau zu vermeiden. In den letzten Minuten weiß kaum jemand von uns wie es genau steht, so dass eigentlich jedes letzte Tor entscheidend ist. Eine Dramatik, die man erst einmal zwei mal pro Woche aushalten muss. Dann verschüttet man auch nicht das Bier in der 3. Halbzeit im Blauen Salon, wenn die Profis es uns gleich tun.

Gottes Werk und Devils Haircut

Da nun auch die letzten Lacher für diesen Aprilscherz eines Frühlings verklingen, kann man sich endlich wieder auf geregelte Platzverhältnisse einstellen. Geradezu langweilig, ganz ohne Technikhilfe von gefrorenem Wasser. Der Ball rollt uninspiriert geradeaus und sucht Zuflucht im knospenden Gebüsch. Käsige Waden reflektieren das kosmische Licht von oben. Das alles morgen um 18 Uhr am Kagenmarkt. Das Licht liegt nunmehr nicht mehr in der Zuständigkeit der Stadt. Eine höhere Instanz kümmert sich nach der Auferstehung um die Illumination. Endlich kein Herausreden mehr mit Verweis auf Vorgesetzte. Also Beschwerden demnächst bitte ganz oben abgeben. Dienstag hoffen wir aber den guten Willen und rege Bezeugung durch Anwesenheit am Lattenkreuz. Auch dem Samstagsspieltag stehen keine Tanzverbote mehr im Weg. Ab 10:30 heißt es wieder: Darf ich bitten? Und wenn sogar der Pontifex inzwischen zu Fuß geht, fangen wir besser mal an zu rennen, um den Himmel gnädig zu stimmen.

Vormächtig gewaltig, Egon … äh Uli.

Gestern, kurz vor dem zu Bett gehen, rief mich noch Uli Hoeneß an. Wichtige News von ihm: die Vormachtstellung ist jetzt endlich geklärt. Der Frühling ist wieder da und der Winter hat den Schwanz eingekniffen. Lange hat der Winter den Frühling gedemütigt und gepiesackt. Mit seinem dauerndem Gegenpressing den Frühling bis aufs Blut provoziert. Der Frühling der sich jetzt wohl tatsächlich durchsetzt, sieht zeitweise aus wie eine billige Kopie des Winters. Angeblich wurde die Taktik mit etwas Sonne und weniger Schnee nur etwas aufgehübscht. Jetzt gibt es also wieder freie Plätze für frühblühende Talente. Einer davon wird heute Abend schon einmal okkupiert. 18 Uhr geht am Kagenmarkt das Licht an für alle, die den letzten Bodenfrost rauslaufen wollen. Und auch der nächste Samstag lockt endlich wieder mit besten Platzverhältnissen im Schulgarten Tiki-Taka. 10:30 Uhr gibt es sogar noch richtige Sonne von oben für die erste Gesichtsbräune. Machen wir uns trotz aller Vormacht nichts vor, der nächste Vormächtige kommt bestimmt. Laut englischen Buchmachern ist der Sommer Favorit. Auch wenn Uli Hoeneß das nicht hören will.