Heulen mit dem Abwehrwolf

Autsch. Manch einer sehnt sich regelrecht nach der Winterpause. Bei dieser feuchten Witterung rutscht man schnell mal auf dem Rasen in Wembley aus und schon liegt man im Gips unterm Weihnachtsbaum. Da empfiehlt es sich auf die gut beleuchteten Tartanplätze auszuweichen, auf denen das Laub schnell zusammengeharkt ist. Oder die Indoorvariante, wo sogar schon gestreut wird. Nach dem ersten Nachtfrost findet sich bestimmt auch ein salziges Plätzchen. Wer also noch nicht zum Probetraining als neuer Abwehrchef beim BVB gegen den Tabellenführer vorspielen muss, sollte die Chance auf etwas led’rige Frischluft am Samstag 10:30 nutzen. Das stärkt die Abwehrkräfte, wohl mehr die des Körpers als des Kaders. Aber immerhin. Wer danach noch alle Bänder und Knochen beisammen hat, kann sich seelisch auf die große Aufgabe am Dienstag vorbereiten. Da steht die große Entscheidung zwischen Sandkasten und Champions League an. Hoffentlich entlässt die Sachsenklinik noch rechtzeitig ein paar Mitspieler, damit ich nicht als Einerkette ende. Will jemand darauf wetten? Außer Uli?

Springtime for Whistler

Schlechte Nachrichten: Edward kommt nicht. Hans-Christian war extra letzte Woche in Moskau, um zu checken, ob er am Samstag 10:30 mitkickt. Er hätte ihn am liebsten gleich mitgenommen. Aber Edward ist das Wetter wahrscheinlich zu wechselhaft. Immerhin verspricht die Vorhersage für Moskau demnächst konstantes Wintersportwetter. Die Geheimnisse dieser rätselhaften Sportart Fußball müssen wir demzufolge selbst herausfinden. Völlig unklar ist, wohin dieses runde Ding als nächstes rollt. Aber das macht wahrscheinlich auch den Reiz dieser Sportart aus. Warum sonst sitzen anschließend jeden Sonntag Mittag erwachsene Männer bei einer Weizenkaltschale in einem Flughafenfoyer und versuchen das Unerklärliche in Phrasenschweine umzumünzen. Egal, das kann einem Samstag noch egal sein. Am Dienstag können wir das in Blauen Kempinski-Salon gerne selbst testen. Und auch Edwards Abwesenheit können wir vorerst verschmerzen. Als hauptberuflicher Whistleblower taugt er wahrscheinlich eher zum Schiedsrichter.

 

Lattenkreuzspinnefeindesland

Während ich leise „Hooray for Peter Pumpkinhead“ vor mich hinsumme, hocke ich in meiner abgedunkelten Wohnung und tippe ich diese Zeilen, um euch für den Samstagskick 10:30 einzuschwören. Dabei habe keine Paranoia vor den Geheimdiensten. Nein, es sind vielmehr diese bösen Klingelgeister, die mich nicht entdecken dürfen. Diese verkleideten Erpresser, die nur meine Süßigkeiten wollen, gilt es im Dunkeln tappen zu lassen. Ihre Laternen könnte man allerdings super gebrauchen, für etwas Gekicke unter der Woche. Aber da hilft wohl nur die Hoffnung auf hellere Tage. Die Theorie in der Theatergaststätte of Dreams muss uns für die nächsten Wochen reichen. Damit die Samstage als Spieltage trocken und windstill bleiben bedarf es wahrscheinlich etwas schwarzer Magie. Ein kurzer Blick auf den Wetterbericht reicht, um doch die Kürbislaterne zu illuminieren. Ich komme wohl nicht umhin, noch ein paar Hexen und Kobolde anzulocken, um für ansprechende äußere Bedingungen zu sorgen. Tausche also widerwillig Schokolade gegen Froschaugen und Spinnenbeine, damit die eigenen Waden nicht auf Weberknechtniveau schrumpfen.

… jage die letzten Füße in den grellen Schein

Der Samstagvormittag ist natürlich fest für den Fußballgott reserviert. Und auch wenn ich auf dem letzten Foto fehle, habe ich auf ich mich auf meine Weise fußballerisch weiterentwickelt. Beim Hufschmied habe ich mir ein Paar neue Treter angießen lassen. Diese haben den Vorteil, dass sie nur oben zwei Löcher haben, wo die Füße erstklassig hineinpassen. Farblich wird auch einiges geboten. In der dunklen Jahreszeit müssen eben nicht nur die ABC-Schützen auf sich aufmerksam machen. Die Leuchtkraft der Töppen wird allerdings nicht ausreichen, um das Feld großflächig auszuleuchten. Deshalb wird morgen 17:30 wahrscheinlich der letzte Unterderwochetermin in diesem Jahr sein. Die nächsten Samstage werden dafür umso wichtiger. Nicht, dass jemand irgendwelche Shoppingtermine um 10:30 als Ausrede angibt. Wer jetzt keine passenden Schuhe hat, wird sich keine mehr besorgen, wußte schon der große Fußballexperte Rainer Maria Rilke. Morgen wird er sicherlich noch die aktuellen Championsleaguepartien kommentieren. Das muss ich mir direkt im Poetryslam-Tempel Nr. 1 in Wismar aka Theatergaststätte anhören. Das ideale Kulturprogramm im Anschluss an die einzige Modenschau, bei der gerannt wird.

 

Weltverbot halbtrocken

In Nomine Zlatanas. Alle die zu blöd waren sich am letzten Spieltag in der Nachspielzeit eine gelbe Karte wegen Meckerns abzuholen, müssen Dienstag 17:30 noch mal auf den Platz. Es geht um nix, aber der Rasen ist so schön grün. Und hoffentlich trocken. Der Platz war am letzten Samstag aber zu gut gewässert, als das man keine realistische Chance auf eine Gelbsperre gehabt hätte. Stattdessen gab es Individualtraining mit den Biographien der Weltstars. Weltstars, die es wirklich drauf haben sich in der Nachspielzeit eine gelbe Karte wegen Meckerns abzuholen, wenn es um nix mehr geht und der Rasen maximal grün und trocken ist. Abenteuer in Rio erleben wir hingegen nur mit Jean-Paul Belmondo. Der Unverbesserliche. Der irre Typ. Der Profi. Der Außenseiter. Der Glorreiche. Der Windhund. Der Greifer. Das Superhirn. Das As der Asse. Also im Grunde mangelt es auch auf der Leinwand nicht an Superlativen. Und es ist so schön trocken davor. Freuen wir uns also 2014 auf die überfüllte Karstadt-Arena mit Bier statt Caipi und Salzstangen statt Zuckerhut. Am Samstag 10:30 beginnt das erste Trainingslager.

Zlatanieren geht über Nominieren

Huch. Drei Anrufe in Abwesenheit. Garantiert schon wieder Joachim, der noch Mitspieler für nächste Woche sucht. Dabei ist die Cat doch schon zu 999% in the Sack. Und dafür soll ich mich zum Deppen machen? Während andere ihre Wehwehchen im Whirlpool mit Cousinen wegblubbern? Oder sich im defensiven Mittelfeld eine Hängematte aufhängen? Brauche eigentlich nur einen aussagekräftigen Krankenschein mit einer Entschuldigung, die einen neuen Eintrag im Pschyrembel wert ist. Ohrläppchenzerrung? Haarwurzelprellung? Ganzkörperunlust? Doktor Müller-Wohlfarths Unterschrift kann ich eigentlich schon ganz gut imitieren. Und schon ist das Vergnügungsprogramm Dienstag 17:30 und Samstag 10:30 gebucht. Echter Sport, harter Wettbewerb, ungewisser Ausgang. Ratlosigkeit in Café King. Gegen Zlatan darf mich Joachim dann gern wieder einladen. Ist zwar am Dienstag und es geht um nix, aber dann können wir zwei Fußballgötter noch mal anständig unseren Geburtstag nachfeiern. Hat jemand ’nen heißen Tipp, wo man in Solna 14,5 Millionen Jahresgehalt auf den Kopf hauen kann?

 

Pfeif Pfeif Klick Klack

Als nach dem letzten Spiel noch der fantastische Mr. Fox persönlich am Platz auftauchte, hatten wir noch einen wahren Schlaufuchsanfall. Der hat uns dazu veranlasst, den Spielbeginn für Dienstag auf 17:30 vorzuverlegen. Der Fuchs weiß schließlich nicht nur wie man dicke und dumme Bauern austrickst. Er weiß auch, dass man Tageslicht braucht, damit einem das Spielgerät nicht wie ein fetter Puter vor der Nase davonfliegt. Also verlasst den Fuchsbau etwas früher als sonst und spielt mit uns Schmetterkrachen. Jetzt fragt ihr euch: wie sind die Regeln? Hm. Das ist ganz einfach. Ein Schmetterkrachen-Team besteht aus drei Grabschern, drei Werfern, fünf Zweig-Flitzern und dem Spieler auf Schmetter-Position. Der Center-Werfer zündet einen Tannenzapfen an und schmettert ihn über den Korb, und der nächste versucht, den Zedernstab vom Kreuzstein zu hauen. Dann flitzen die Zweig-Flitzer hin und her, bis der Tannenzapfen abgebrannt ist und der Schiedsrichter ruft “Heiße Kiste”. Danach, am Ende, werden sämtliche Trefferpunkte addiert und die Summe durch 9 geteilt. Und am Samstag 10:30 wird das Ganze wiederholt.
PS: Im Anschluss wartet eine Apfelweinflut auf dem Hocker im Fuchsbau mit Sky-Abo.

Reingestochert

Bitte recht freundlich, Herrschaften. Auf den Bilddokumenten auf kopfgrätsche.de sticht eins in beide Augen: Kein Klopp-Gesicht, keine Erfrischung. Aber wenn der Ball im Suchbild fehlt, ist der Entertainmentfaktor ziemlich weit unten. Darum bringe ich alles mit, um mindestens noch vier weitere Jahre wie bisher weiter zu machen: einen Ball, ein paar frischgewaschene Leibchen, bunte Schuhe und eine entschlossene Visage. Doch keine Angst, der will nur spielen. Gewinnen wäre zwar auch ganz schön, muss aber nicht. Im Endeffekt könnte man jedes Ergebnis anfechten, da immer so schlampig ausgezählt wird. Aber vielleicht sollten wir lieber unser Konzept auf die nächste Wahl übertragen. Das letzte Tor entscheidet, egal wie es vorher lief. Da hätte selbst so manche Splitter- und Spaßpartei eine letzte Chance. Falls also Dienstag 18:00 oder Samstag 10:30 plötzlich ehemalige FDP-Minister auf dem Platz auftauchen, wissen wir bescheid. Aber am Ende werden es doch wieder nur Piraten mit Holzbeinen. Damit landet man eindeutig in der Kategorie Splitterpartei. Kurz vor Zahnstocher.

Ball-o-mat für Abschlussschwache

So, demnächst müssen wir uns entscheiden, wer bei der nächsten WM auf der Ehrentribüne die Arme in die Luft wirft. Hilft ja nix, irgendwohin muss die Kamera ja schwenken, während der Bundestrainer in der Nase bohrt. Unabhängig von schlimmen Fingern und Händen die komische Rauten formen, die an den traurigen Dinosaurier der Bundesliga erinnern, können wir uns vor der Wahl noch zwei mal auf unsere unförmigen Beine und Füße konzentrieren. XOXO ist bei uns das optische Muster, das die Viererkette bilden würde, wenn wir irgendwann den Libero abschaffen. Aber die Tradition verpflichtet uns weiterhin die Griechen und ihre bewährte Rehakles-Taktik zu unterstützen. Wir sind ja schließlich keine verirrten AfDler. Von denen wird zum Glück niemand in Brasilien die Lola für Deutschland starten (was eindeutig der bessere Parteiname gewesen wäre). Und wenn sie Dienstag 18:00 nicht zufällig das Licht am Bolzplatz anschalten, gibt es keinen vernünftigen Grund sie anzukreuzen. Denkt auch an den Termin Samstag 10:30 und an das ungeschriebene Gesetz, dass Schwarzgelb nur beim Fußball sinnvoll ist. Fragt die Dinos mit der Raute.

Den halt ich. Für ein Gerücht.

Und dann hätten wir da noch ein Ding mehr. Es ist wahnsinnig toll und jeder braucht es. Für den besseren Bedienkomfort haben wir es komplett abgerundet. Das heißt: die überflüssigen Fetzen rundherum haben wir entfernt, damit es wieder annähernd in die Richtung moved, in die man es gedanklich gedropt hat. Zudem haben wir noch ein paar Pixel extra herausgeholt, indem wir es mit zusätzlich mit einem Gemisch aus Sauerstoff, Stickstoff und Kohlendioxid versetzt haben. Das macht es prall und hart. Jeder mitteleuropäischen Standardfuss sollte sich dem anpassen können. Und jeder Kopf wird es zielgerichtet und noch schneller in die eigens dafür konzipierten eckigen Schutzhülle befördern. Soweit die Rumours, die offizielle Vorstellung erfolgt heute 18:00. Und am Samstag 10:30 ist dann der zweite Teil der Schlange dran. Geduldet euch noch ein paar kleine Augenblicke, dann habt ihr die Zukunft in der Hand. Deshalb darf auch jeder mal kurz in die Schutzhülle. Nur dort kann man in Ruhe die ultramatte Oberfläche in Ruhe von allen Seiten gründlich untersuchen. Außerhalb des Cases sind sofort die zahlreichen Fanboys zur Stelle und wollen dir an den Rollkragen. Amazing!

Das große Rennen von Ibraville

… letzte Chance. Vorbei. Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht. Dazu noch die Konfettikanone und das Höhenfeuerwerk. Wenn all das gegeben ist, seid ihr durch das richtige Transferfenster gefallen. Falls nicht, die Winterpause ist gefühlt nicht mehr weit. Auch ich bin vom Vorspielen aus Ibraville zurück. Aber solange dieser große Schwede dort rumhängt, können sich die Scheichs mich nicht leisten. Auch der FC Arsenal hat das Festgeld anderweitig angelegt. Arsenal London zu sagen ist übrigens megafalsch und wird nicht mit unter 2 Shitstorms bestraft. Dabei ist es nur ein hilfreicher Service für Ortsunkundige. Nicht umsonst schreibe ich dauernd überflüssigerweise, dass wir Dienstag 18:00 und Samstag 10:30 auf einem roten Platz spielen. Wer dann bei Sparta Moskau landet, der findet auch sonst das Tor nicht und sollte auf Tischtennis umsteigen. Die Wahrscheinlichkeit dann jemals den Genuss von Konfetti und Feuerwerk zu kommen, wird dann aber noch kleiner. Denn beim Tischtennis gewinnen immer die Chinesen und die verstehen ja bekanntlich nichts Pyrotechnik, oder?

 

Schieß doch Bulle! …oder spiel ab.

Wenn man aus der Kurve fliegt, war man entweder zu schnell unterwegs oder hat in den Augen der Ultras den falschen Beruf. Aber in unserem Easy-Afterwork-Zirkel ist es zum Glück egal ob man schnell, langsam, faul oder fleißig ist. Hauptsache für den Platz bleibt noch genug Schnelligkeit und Fleiß. Und natürlich Pünktlichkeit. Quasi das LA und das OLA, wenn man nicht alleine die Pille gegen die Mauer kicken will. Bei den Profis kriegen sie es schließlich auch hin, dass rechtzeitig zum Anpfiff 22 mit je 2 Beinen vor Ort sind. Und auch die Amateure geben sich Mühe, wie man dieses Wochenende wieder im DFB-Pokal sehen kann. Die Friedhöfe sind zwar voll mit Menschen, die sich Mühe gegeben haben, aber immerhin muss nur eine Mannschaft im FDGB-Pokal antreten. Die hat dafür Licht am Fahrrad. Das ist am nächsten Dienstag 18:00 noch nicht nötig, auch wenn die Tage deutlich kürzer treten. Dafür starten wir Samstag früher, um die Mittagshitze zu verwirren bevor sie uns verwirrt. 10:00 ist Zeit für den Anpfiff. Mal gucken wie viele Beine die Kurve kriegen.

It’s a ball!

Sagen eure Freunde auch immer, dass man diesem Wetter keinen Sport macht? Nur weil man schon beim Nachdenken schwitzt? Oder beim Tippen auf der Tastatur? Für diesen Beitrag sollte ich mir ruhig eine halbe Stunde Zeit nehmen, wenn ich vernünftig wäre. Aber bevor wir in einen Skidome nach Katar umziehen, gucken wir doch lieber mal, ob das Wetter nicht vor uns aufgibt. Der Blatter-Sepp hat natürlich Muffe und verlegt seine Wüsten-WM in den Winter. Dabei ist die Wettervorhersage für 2022 mehr als ungenau. Am besten immer einen Schirm mitnehmen. Der hilft gegen Sonne und Regen und im Zweikampf kann er eigentlich nicht von Nachteil sein. Und wenn es Unwetter gibt, spiel ich barfuß. Da werden die Schuhe wenigstens nicht nass. Jedes Wetter ist Fußballwetter. Dem Ball ist es egal. Und der will Samstag 10:30 und Dienstag 18:00 auf jeden Fall auf dem Platz sein. Ein schattiges Plätzchen findet er im üppigen Unterholz, wenn wir ihn übers Tor holzen. Oder unter Kates Pünktchenkleid. Extrem genügsam der kleine Scheißer.

Einfach wurstmeisterlich

Der Ergebnisdienst informiert: Sieger des 7 Bürgen Turniers wurde die unbezwingbare Enklave Hongkong. Die Martial-Arts-Experten nahmen reichlich Wurstwaren und Eddy Snowden im Kofferraum mit nach Haus. Im Finale zermürbten sie die Allstar-Truppe, die vor allem aus Durchreisenden mit leichtem Handgepäck bestand, worin die offizielle Ausrüsterkluft fehlte (Nike-, Erima- und Kik-Logos werden auf den Bilddokumenten noch gepixelt). Der dritte Platz ging an die Isle of Man. Sie hatten mit Abstand die meisten Beine, aber auch eine Menge Knoten in den selbigen. Das Team Femen war wie immer bei Veranstaltungen mit Sekt und Häppchen irgendwie dabei und musste, wie im Gruppenbild zu sehen, wieder vom Platz getragen werden. Sieger der Herzen war eindeutig Mexico. Sie wehrten sich vergeblich, aber mit allem was sie hatten. Ihr 1:4-System (1 Stürmer, 4 Torwärterinnen) wird bei der nächsten Weltmeisterschaft der nächste heiße Scheiß. Damit keine Post-Turnierdepression aufkommt, werden wir nahtlos in den Fußball-Alltag grätschen. Die nächsten Termine sind wie gelernt Samstag 10:30 und Dienstag 18:00. Es wird bestimmt so heiß wie in Mexico, Brasilien und Katar zusammen. Das kann nur weltmeisterlich werden.

Wir sind schon auf dem Brenner…

…wir brennen schon was drauf. Die Grenzlinien ist gezogen. Wer sein Talent rüberretten will, sollte nichts dem Zufall überlassen. Die besten Anlageberater unseres Instituts treffen sich Samstag 17:00 Uhr zum Anpfiff des diesjährigen DIA-Turniers am Haus 7a. Der 10:30 Uhr-Termin ist damit an diesem Samstag aus dem Filofax zu streichen. Schließlich müssen noch doppelte Böden im Kofferraum und Netze im Strafraum installiert werden. Dort gehen einem bekanntermaßen die größten Sünder in die Falle. Jeder der laufen kann, ist der Teilnahme verdächtig. Die einfachen Faustregeln sind: die Steuer-CD ist rund, ein Spiel dauert solange wie der Schiri dich nicht verpfeift und bloß nicht erwischen lassen. Also fleißig die Taschen vollgehauen, damit man nicht am Ende mit leeren Händen dasteht. Es geht um die Wurst und um die Pelle. Greift ruhig mal ’nem nackten Mann in die Tasche. Das wird bei ’ner Femen-Aktivistin nicht einfacher. Die Startgebühr in nicht nummerierten Scheinen einfach unter der Torlinie durchschieben. Dann klappt’s auch mit dem Pokal. Achtung: Weder Funktionäre noch Schiedsrichter sind käuflich (VHB). Am nächsten Dienstag 18 Uhr wird dann wieder brav versteuert. Großes Uli-Hoeneß-Ehrenwort.

Every feet you break

…I’ll be watching you. Manchmal zweifle ich daran, dass irgendjemand diese regelmäßigen Mails liest. Aber in den letzten Wochen haben wir doch nahezu vollständige Gewissheit, dass wenigstens ein paar Geheimdienste Wort für Wort verschlingen. Oder wenigstens für später speichern. Man kann allerdings nur hoffen, dass es die Briten sind, denn das fußballerische Talent der Amerikaner würde unsere Dienstagskick-Loge nicht großartig qualitativ aufwerten. Aber der eine oder andere Insulaner könnte morgen 18 Uhr durchaus bereichernd wirken. Naheliegende Scherze über die Elfmeter-Fähigkeiten sparen wir uns an dieser Stelle. Beim großen Vergleich der Steuerparadiese aka DIA-Turnier gilt immerhin die Isle of Man schon jetzt als Sieger der Herzen. Wer hat schon sonst ein Wappen mit drei Beinen zu bieten? Damit ist man sogar den beidfüßigen Spielern überlegen und nahezu unberechenbar. Für eine vielbeinige Abwehr reicht womöglich ein einziger Spieler. Apropos Abwehr, lasst uns drauf verzichten die Firewall beim großen Tempora-Freistoß bis zu den Achseln hochzuziehen. Alles im Sinne unzähliger Beine.

Dieser Artikel ist leider verpfiffen

Im Gegensatz zum wöchentlichen Gekicke wird es auch beim DIA-Turnier wieder einen Schiedsrichtereinsatz geben. Grund genug uns mit etwas Whistleblowing einzustimmen. Ich fange an und verrate einfach mal, dass der Ball gar nicht rund ist. Vielmehr handelt es sich um ein n-Eck. Das mit den 90 Minuten galt zudem für kaum ein Spiel in den letzten 150 Jahren. Es ist eine grobe Ansage, um eine Voraussage für Mutti zu treffen, wann man circa zum Essen erscheint. Außerdem holt sich Pep seine Trainingstipps von Klinsi, das kommt aber in der Bildzeitung erst kurz vor Weihnachten raus. Wer solche Geheimnisse zu früh verrät, sollte seinen Fluchtweg gut geplant haben. Moskau, Kuba, Hongkong, Ecuador – Rudi Gutendorf war bestimmt schon da. Auch ich werde den nächsten Samstag im Zeugenschutzprogramm verbringen. Glücklicherweise kann man auch in Mecklenburg problemlos vor Geheimdiensten aller Art untertauchen. Heute um 18 Uhr werde ich mich mit falschem Bart und falschem Trikot noch einmal auf dem bekannten Platz einfinden, um das Geheimnis meines Talents zu lüften. Mehr wird nicht verraten.

Macht Platz!

Wer heute etwas zu sagen hat, strömt auf einen Platz, um dort seine Ansichten gut sichtbar zu demonstrieren. Ob Rasen, Tartan, Tian’anmen, Taksim oder Tahir – auf Plätzen kann man nicht nur Pokale feiern. Man kann sich auch prima verabreden, um Veränderungen zu starten. Wem der Platz gehört, dem gehören die Aufmerksamkeit. Plätze sind was Wunderbares. Auch auf uns üben sie mehrmals in der Woche eine große Faszination aus. Vor allem Dienstag 18:00 und Samstag 10:30. Dann lassen wir uns auch nicht ohne Protest von dort vertreiben. Die Gefahr geht allerdings maximal von trainierenden Vereinen statt von Wasserwerfern und Tränengas aus. Unsere Trikot-Parade ist dafür ähnlich bunt wie auf dem Taksim Meydanı und bringt Anhänger aller vorstellbaren Clubs zusammen. Sollte das nicht reichen, bleibt uns noch, unsere Botschaften mit schwarzer Farbe auf die nackte Haut zu malen. Spätestens dann gucken alle. Vielleicht heben wir uns das aber lieber für das DIA-Turnier Sieben Bürgen am 13.07. auf, wenn wir den Platz neben Haus 7a okkupieren. Meldet euch rechtzeitig unter uli@dreckbus.de an, damit wir genug Eimer Farbe vor Ort haben. Gerne RT.

Aufsteiger, Absteiger, Aussteiger

Habt ihr auch schon genug von dem Basargeschacher, mit dem sich der gemeine Fußballfan die spielfreie Zeit in den Ligen vertreiben muss? Über Wochen wird rumgefeilscht und am Ende halten sich die Bundesligamanager kein Stück an die Vorgaben aus den Foren. Zum Glück gibt es Ausstiegsklauseln. Kurzer Schreck und der Spieler ist weg. Oder da, je nachdem. Doch wie auf ebay sollte man darauf achten, dass im Karton für den neuen Videorecorder nicht nur zwei Ziegelsteine mit Muskelbündelriss liegen. Gekauft wie gesehen – auf Sky. Und da sieht man ja bekanntlich was Besseres. Wir machen es dann doch lieber wie der Capitano. Lockeres Aussteigen ohne Sky und Klausel und am Ende steht ein Handballergebnis. Warum fällt mir da gerade ein, dass am letzten Samstag die Rentnerolympiade unseren Platz okkupierte? Dienstag 18:00 und Samstag 10:30 zeigen wir dann wieder unsere Version von Seniorensport. Wenn wir genug Wasser dabei trinken, geht es vielleicht als Charity-Kick gegen die Flut durch. Arbeitstitel: Ahoi Capitano.

Eyes Wide Shoot Out

Wer jetzt denkt: „Augen auf bei der Positionswahl“, spottet jeder Beschreibung. Im Sinne der ästhetischen Symmetrie würde ich mir wünschen, dass wir ein farbliches Gleichgewicht herstellen können. Damit meine ich in zweiter Linie den Einsatz der Leibchen, die uns helfen Freund von Feind zu unterscheiden. Vielmehr sollten auch das linke und das rechte Auge Teamspirit zeigen und die gleichen Farben hoch halten. Der einzige Schmerz dabei ist dieser undefinierte Verlauf von Lila zu Gelb zu Rot zu Blau. Das ist so Nineties und passt zu keinem Trikot. Sorgen wir also morgen 18:00 und Samstag 10:30 für den Ausgleich jeglicher Couleur. Mit etwas Sonnenbrand und Sommersprossen lenken wir von farblichen Fehlgriffen ab. Quer- oder längsgestreift oder kariert mit Punkten – wir recyceln die hübschen Designs der Gewinnershirts der zweiten Sieger und machen daraus ein buntes Stil-Potpourri. Da fällt kaum auf, dass die Schuhe untrendy und die Augen etwas überbetont sind.