In Duplo pro Oreo

What a week, huh? Es begann mit der Nominierung von Nico Schlotterbeck in der Tagesschau und endete mit einer PK des Bundestrainers, der Thomas Müller als kompatibel zu Rappern und Jodlern anpries. Allerdings wurde die Chance verpasst, Müller auf der Bühne von Drake und den Kessler Zwillingen vorstellen zu lassen. Oder wie es klassisch jahrzehntelang Brauch war: als Aufkleber versteckt in einem Duplo. Nun ist Duplo schon seit einiger Zeit durch seinen Nutriscore in der Bedeutungslosigkeit der zweiten Liga verschwunden und der DFB muss per Social Media, Podcasts und Oma Lotti eine Schnitzel… pardon Dönerjagd durch die Bäckereien und Tattoostudios Deutschlands veranstalten. Zum Glück wurden alle Hinweise gefunden und sogar noch ein paar mehr, weil Scherzbolde und Trittbrettfahrer noch bis Mittwoch Abend Fakes in ihren Formaten unterbringen konnten. Dieser Spuk ist jetzt schon wieder vorbei und jeder, der am Freitag erscheint (um z.B. für Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 zu trommeln), ist too late to the Party und muss wieder eigenen Content schürfen. Oder man überlegt noch einmal laut, ob sich Oliver Bierhoff diese Art der Nominierungskampagne getraut hätte. Wahrscheinlich schon, aber wenigstens noch mit einem lächerlichen Hashtag dazu. Vor der WM in Katar wurde noch der klassische Weg eines zentralen Verkündigungstermins gewählt. Das Reaction-Video lag als Zweitverwertung in den Händen der Spieler. Die Pöbeleien gegen Mitspieler, die aber teilweise vernuschelt im Hintergrund von talentfreien Freunden zu hören waren, haben gezeigt, nicht jedem kann man die Social-Media-Macht gefahrenlos überlassen. Nur bei Thomas Müller ist es egal. Der kann sich selbst fake-nominieren und kommt trotzdem mit. Er kann halt rappen und jodeln.