Man guckt besser nicht zu genau hin, in welche Fondsanteile man da so reininvestiert hat. Das Tolle an Investoren ist: die investieren in alles Mögliche und da könnte auch mal was Nettes dabei sein. Für den erfolgreichen Mix muss man sein Geld natürlich trotzdem ein paar Rüstungskonzernen, Erdölstaaten und Schlachtbetrieben geben. Sonst kommt ja nix bei rum. Aber stellt euch vor: man findet heraus, dass man indirekt über drei Cent an der FIFA-Fußballweltmeisterschaft hängt. Kann man da morgens noch guten Gewissens in den Spiegel schauen? Da überkommt einen doch während der Hydration Break, in der man gerade auf MagentaTV alle Werbespots mit Jürgen Klopp guckt, der pure Selbsthass, oder? Und am Ende der Commercial Break ist Giannis Gebiss noch breiter als das vom Bundestrainer. Es sei denn: im Finale gewinnt doch die falsche Mannschaft aus einem Kontinentalverband, bei dem man als bestechlicher Funktionär sogar manchmal von Gerichten geärgert wird. Michel Platini wollte als UEFA-Präsident 2015 sogar als FIFA-Präsident kandidieren. Aber er schien offensichtlich nicht geeignet, weil ihn zuerst die FIFA-Ethikkommission und später sogar der Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aufhalten konnten. Stattdessen wurde Gianni Infantino als Ersatzkandidat vor 10 Jahren FIFA-Präsident. Er hätte noch zurückgezogen, wenn Platini zur Wahl zugelassen worden wäre. Aber am Ende war der Franzose wohl doch zu knauserig, um sich anständig aus der Sperre herauszukaufen. Er würde wahrscheinlich auch keine Einmalzahlung 20 Mio US-Dollar für jeden Verband ausloben, um die WM endlich aus der Liebhaberei zu einer profitablen Geschichte zu machen. Und seien wir mal ehrlich: das mit der Liebhaberei ist was für Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00. Zur Primetime muss man schon das ganze Haifischgebiss zeigen.