Die Fußballfans in den sozialen Medien sind unruhig. Und das schon den ganzen Sommer lang. Da passiert einfach nichts im eigenen Verein. Maximal der eine oder andere Verkauf. Oder Vertragsauflösungen gegen Abfindungen. Aber ansonsten macht der faule Sportdirektor nix. Der pennt geruhsam vor sich hin. Der kann seinen Job nicht. Und anstatt absolut Nonames für ganz kleines Geld aus der zweiten japanischen Liga oder von Kopfgrätsche (Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00) zu holen, die sich nach drei Spielen als kommende Weltstars entpuppen, guckt der immer nur nach England, wo die Preise viel zu hoch sind. Das war die Situation bis jetzt. Und die ähnelte einem quälenden 0:0 über 120 Minuten. Aber nun kommt das Elfmeterschießen. Und das bedeutet, dass sich die Pfeffersäcke aus der Premier League plötzlich wie Generaldirektor Haffenloher aufführen und großzügig Aufrunden. Anstatt mit den Bayern zu verhandeln, die nur sagen: „greif mal ’nem nackten Mann in die Tasche!“ oder fragen: „ist ein Woltemade wirklich 80 Millionen Euro wert?“, hat man plötzlich Kontakt zu einem nigerianischen oder saudischen Prinzen, der nur sagt: „80 Mios? Wie Euro? Naja, jetzt hab ich schon 80 Mio Pfund überwiesen. Egal. Stimmt so.“ Die Sportdirektoren, die monatelang von überhitzten Märkten sprachen und gefühlt endlos an der Front den Angriffsbefehl herausgezögert haben, werden am Ende des Deadline Days noch als strategische Genies heilig gesprochen. Aber nur so lange bis sie dann anfangen wie die schwäbische Hausfrau vorzurechnen: das zahlen die über 5 Jahre ab, die Berater kriegen noch Prozente, die Weiterverkaufsbeteiligungen von zwei bis drei Vereinen gehen davon weg und am Ende bleibt kaum mehr etwas für eine durchschnittliche Küche übrig. Dann sind die vereinseigenen Verantwortlichen wieder die gleichen unfähigen Idioten wie vorher. Aber man muss zum Glück nur ein paar Spieltage Fußball ertragen, dann öffnet ja zum Glück das Wintertransferfenster.