Hinterkopfjuwel

Nun hat der HSV tatsächlich niemanden mehr, der sich vernünftig um ihn Sorgen macht. Und alles was man an Herzlichkeiten über den verstorbenen Ehrenspielführer und die legendärste HSV-Legende sagen kann, wird gerade zurecht als Trostpflaster auf alle Startseiten geklebt. Mit Uwe geht bei den Menschen halt auch eine ganz tiefe Sehnsucht noch dem Fußball von früher; und damit ist gar nicht das eigentliche Spiel gemeint, das technisch und athletisch natürlich wie andere Sportart aussieht. Fast ein wenig wie Kopfgrätschen am Samstag (10:30) oder Mittwoch (18:00). Aber wer seinen Kopf so kreativ einsetzt, dass sogar der hintere Teil des Nüschels eine torgefährliche Waffe darstellt, der geniest bei uns Fans der ungewöhnlichen Kopftechniken natürlich die höchste Anerkennung. Und in Sachen Fairplay und Sportsmanship war Uwe natürlich die Blaupause, nach der man sich nicht nur seine Mitspieler sondern auch seine Gegenspieler wünscht. Von so einem lässt man sich gerne mal die Tore einschenken, wenn man weiß, dass der gegenseitige Respekt vor der sportlichen Leistung stets die Grundlage der gemeinsamen Zeit auf dem Platz ist. Solch ein Wesen macht die Leute zurecht wehmütig. Gerade mit Blick auf den modernen Fußball. Einen hippen Signature-Fortnite-Jubel, der den Gegner so richtig auf seinen Loser-Status verweist und der den FIFA-Avatar erst so richtig wertvoll macht, hat ein echter Sportsmann wie er nie nötig gehabt. Aber zum Ausgleich bekommt man als Denkmal einen riesigen Fuß vor das eigene Stadion gestellt. Jetzt wäre es an der Zeit, dass Hamburg auch die restlichen verehrungswürdigen Körperteile von Uwe ins Stadtbild integriert. Wir freuen uns besonders auf seinen Hinterkopf.