In einigen Jahrzehnten sitzen sie da, die Fußballnerds und schwelgen in den guten alten Zeiten. Damals, als man noch zu jedem Turnier knuffige Hashtags erfand, unter denen man kleine Text- oder Witzbildbotschaften ins WWW postete, um mit echter Freude, ehrlicher Enttäuschung oder einfach nur noch mehr nerviger Nerdexpertise den Moment zu flankieren. Leider waren diese Botschaften ziemlich flüchtig, so dass nur die versiertesten Kenner und Sammler sich überhaupt an sie erinnern können. Gäbe es da nicht diesen alten klapprigen ehemaligen Mannschaftsbus, der in Patagonien als Hühnerhotel genutzt wird, würde sich wohl niemand an den avantgardistischen Dada-Hashtag #zsmmn erinnern, der stumpf und verblichen in seinem kryptischen Purismus ganz ohne LEDs auf den Seiten dieses fluguntüchtigen Verbrennervehikels prangt. Über die Bedeutung streiten die „Gelehrten“ im Doppelpass noch heute. Noch schwieriger verhält es sich mit der sagenumwobenen Formel „Jogis Jungs“, der aus einer besseren Zeit zu stammen scheint, in der noch echte Werte wie Team- und Sportsgeist über dem ungezügelten Kommerz standen. In schlechtaufgelösten 4K-Videos lässt sich dieser Schriftzug auf Tribünen erkennen, auf denen aus unerfindlichen Gründen nicht ein Zuschauer zu sitzen scheint. Lange suchte man in Deutschland und Dänemark vergeblich nach Spuren dieser Hieroglyphen, verglich in aufwändigen Tiefenscanns Baupläne von Stadien mit den Aufnahmen, doch am Ende führte die Spur ins ehemalige Österreich (heute Red-Bull-County). Für Fußballarchäologen ein echter Coup. Zum wahren Vergnügen dieser Experten lassen sich auch heute noch Samstag 10:30 und Mittwoch 18:00 lebende Fußball-Fossilien auf einem Unterwasserplatz in der Region der einst überspülten Siedlung Wismar beobachten. Sie wurden wissenschaftlich umstritten der Gattung der Kopfgrätschler zugeordnet und sind zu diesen unerklärbaren Zeiten beim Rudern mit ihren Gliedmaßen zu sehen sobald ein Ball in ihre Nähe kommt. Die Fachwelt steht vor einem neuen scheinbar unlösbaren Rätsel, das nicht einmal in den Hashtag-Archiven nennenswerte Erwähnung findet.