Baby, it’s old outside

Der Aufreger beim diesjährigen Spotify Wrapped war geschickt gewählt. Einfach mal die Leute frech trollen und ihnen sagen, dass sie das Hörverhalten ihrer Großeltern haben. Beim Hörvermögen kann das natürlich stimmen, aber wir haben halt schon Musik über Kopfhörer gehört, bevor die Geräte die Lautstärke smart aber übergriffig in einen “gesunden“ Bereich gepegelt haben. Aber wer möchte in Zeiten von Longevity und Fitness-Apps, die einen ohne Not 20 Jahre jünger schätzen, schon hören, dass man sich eigentlich auch im Fernsehgarten ganz wohl fühlen könnte. Eine Unverschämtheit, der man nur begegnen kann, wenn man ab sofort wieder sogenannte Trends erkennt und bei denen mitmacht. Da ein kurzer Check in der Hörzu ergibt, dass MTV wohl in Zukunft dafür leider keine Quelle sein kann und man ja auch nicht bis zur nächsten Weltausstellung warten kann, muss man diese wohl demnächst online suchen. Dieses Social Media soll teilweise von Trends durchdrungen sein. Wenn man darauf achtet, welche Musik die aktuellen Fußballprofis hören, mit denen uns die Health-App in einen biologischen Topf wirft, kann das einer Verjüngung zuträglich sein. Falls man aber zu schnell kopfschüttelnd TikTok schließt, gilt es vielleicht doch zu akzeptieren, dass ein hohes Höreralter eventuell gar nicht so schlecht geschätzt ist. Das Kopfgrätsche-Alter ist auch an diesem Samstag 10:30 ziemlich egal. Jeder findet seine Position auf dem Mehrgenerationenplatz. Die Startzeit ist extra so gewählt, dass man sie schaffen kann, sowohl mit Restkater vom Feiern am Abend zuvor und auch wenn man vor dem Spielstart am Familienfrühstückstisch erwartet wird, wo man als Senior den Toast entrindet bekommt. Die Jungen dürften sogar ihre Boombox mitbringen, wenn ich mir wenigstens zwischendrin die neue heiße Scheibe von Chuck Berry wünschen darf.