In jeder Sportart ist natürlich immer und jederzeit die korrekte Körperhaltung wichtig. Nur so konnte Otl Aicher damals 1972 überhaupt aus den klischeehaften Bewegungen überhaupt seine Piktogramme machen. Das hätte ja nicht funktioniert, wenn Badminton und Basketball zu ähnlich wären. Es reicht schon, dass kaum jemand den Unterschied zwischen Fußball und Schach ohne Würfeln erkennt. Repräsentiert ein dynamisch rennender Mensch mit einem Ball am Fuß wirklich den Fußball noch adäquat? Irgendwie ist es die Grundlage des Kopfgrätsche-Logos, das die Information für Samstag 10:30 in sich trägt. Aber auch hier mussten schon zwei Körperhaltungen ergänzt werden, die bisher zu kurz gekommen sind: der Kopf zu tief, das Bein zu hoch. Aber was ist mit den Torhütern? Würden die sich nicht eher durch einen stilisierten Tomislav Piplica (Blick nach oben, federnd in den Knien, den Ball über das Haarband rutschend) vertreten fühlen? Oder die Tribünenhocker, die zwischen den Spielerfrauen für Fan-Selfies zur Verfügung stehen müssen. Auch sie prägen diesen Sport. Die Herthaner auf den Knien würden sich für ein Piktogramm eignen. Da müssen wir aber abwarten, ob das eine einmalige PR-Aktion bleibt oder eine Welle von Nachahmern findet, die auch mal die BILD-Zeitung provozieren wollen. Die einzige Geste, die momentan alle Beteiligten im Fußball vereint, muss dann wohl doch das Malen eines imaginären Bildschirms in die Luft sein. Feldspieler, Torhüter, Schiedsrichter, Trainer, Bankdrücker, Fans – sie alle teilen diese Geste. Sie hat das Wedeln mit imaginären gelben (oder roten) Karten tatsächlich in Windeseile abgelöst. Ein universelles Signal zum Biernachholen, für die Pinkelpause oder um endlich vom Smartphone hochzugucken. Ein Moment der Zeitlupe. Ein Moment der Entschleunigung. Ideal, um ihn als Strichmännchen festzuhalten.