Mac Kalinka moja

Der Abgesang auf den diesjährigen Sommer war offensichtlich verfrüht. Vielleicht war das aber auch nur ein sehr langes Trainingslager, um uns auf den russischen Sommer im nächsten Jahr vorzubereiten. Auch wenn das Wetter nicht dazugehört, können wir uns doch bei der kommenden WM auf ein paar Konstanten verlassen. Messi ist dabei. Ronaldo auch. Die Niederlande setzen noch einmal aus. Die Türkei schützen ihren Präsidenten und machen einen eleganten Bogen um diplomatisches Krisengebiet. Mal gucken, wann es sich bis ins weiße Haus herumspricht, dass den USA nicht einmal russische Hacker geholfen haben. Dort wird allerdings noch gerätselt, ob dieser Fußball was mit dem Football zu tun hat, bei dem sich die Spieler zur Hymne hinknien. Überhaupt sorgen die Hymnen für ein leichtes Onboarding bei solch einem Turnier. Ist es doch die erste Inszenierung der Helden der Schlacht bevor sie überhaupt was erreicht haben. Quasi der Braveheart-Moment, der in jedem Historienstreifen dem Zuschauer klar macht: da haben sich Krieger hinter einem Banner versammelt, um in Zeitlupe und zu James-Horner-Klängen über das Feld der Ehre zu stürmen. William Wallace musste allerdings leider auf den sponsored Jubel seines Werbepartners verzichten. Aus seiner Gesichtsbemalung können wir nur noch vermuten, dass es sich wahrscheinlich um BMW gehandelt haben muss. Ganz sicher werden wir es nie erfahren. Die Schotten haben ihrer Geschichte des Scheiterns inzwischen ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Dritter Platz in Gruppe F. Keine Kalinka auf dem Dudelsack. Aber auch keine Männer in Röcken in Moskau. Ein herber Rückschlag für das Recht auf Blasenentzündungen bei Männern. Das Kopfgrätsche-Banner weht wieder Samstag ab 10:30. Aber ohne eine Hymne werden auch diesmal sich einige noch warmmachen, während die ersten schon jubeln.